Sorry, dieses Buch ist im April 2003 als Erstauflage erschienen - und jetzt wird vom Verlag ein neues Cover gedruckt - und wie von selbst ändert sich das Erscheinungsdatum auf August 2005. Das ist ein dummes Spiel, welches man als Leser nicht so schnell zu durchschauen vermag. Wer es nötig hat, der hat es eben nötig - doch der Inhalt ist gleich geblieben.
Dies ist ein Marketing, was von seriösen Lesern bestimmt keine Anerkennung finden kann und deshalb gibt es dafür von mir auch prompt einen Punktabzug.
Ein gutes Buch bleibt ein gutes Buch - egal, wann es erschienen ist. Das Schlimme daran ist, dass dieses Buch eine solche Politik gar nicht nötig gehabt hätte, denn es ist nicht schlecht.
Zunächst beschreibt der Autor seinen eigenen Werdegang auf seiner Suche. Über zwanzig Jahre hat er gesucht, doch wusste er eigentlich nie, WAS es zu suchen gab.
Parallel setzte der Prozess der „Ichauflösung" ein - ein Prozess, der schon von mehreren Erleuchteten beschrieben wurde (z.B. Pyar, Segal). Lehner ist somit ein Beispiel für einen Sucher, der auf dem so genannten „Weg der bitteren Erfahrungen" zum „Ziel" kam.
Diesen Weg darf er natürlich nicht auf andere Sucher übertragen wollen, denn dies war sein Weg - und jede Autobiographie einer Suche läuft genau an dieser Stelle Gefahr, missverstanden zu werden, denn ein Nichterwachter versucht immer, sich von diesem Kuchen etwas abzuschneiden auf seinem Weg. Er hat ja auch keine andere Wahl, denn er weiß noch nicht, was er wirklich sucht. Diese Erfahrungen hat Lehner selbst gemacht und jetzt schickt er uns genauso in die „Irre", indem er seine Erfahrungen an uns weiter gibt. Das kann nicht funktionieren, denn dabei werden wir noch mehr in Gedanken verstrickt, anstatt aus diesem Tumult herauszukommen.
Hier fehlt der übergeordnete Blickwinkel eines Meisters, der Schüler zu führen in der Lage ist, weil er die verschiedenen Wege sehen kann. An dieser Stelle ist Lehner noch zu sehr mit sich selbst „beschäftigt", obwohl sich sein „Ich" angeblich aufgelöst hat.
Ich finde das auch nicht schlimm, denn das bestätigt nur die Tatsache, dass man nach dem Erwachen noch längst kein Meister für andere ist - auch, wenn man sich selbst gemeistert hat.
So hat Lehner zwar den „kosmischen Träumer" erkannt, doch an der entscheidenden Stelle, da muss er passen und verweist uns mit dem Wort: „SORRY -
Ja, um DAS verstehen zu können, da müssen Sie halt erwacht sein - da nützen all meine Worte nichts, denn das kann der Verstand nicht erfassen."
Tja, da stehen wir doch alle - wir Sucher - und wissen, dass sich die Erleuchtung nicht im Kopf abspielt. Doch wie kommen wir aus diesem Verstand heraus?
Der einzige Hinweis, den Lehner uns geben kann, ist, dass wir uns aus dem „persönlichen Denken", welches immer in die Zukunft gerichtet ist, befreien müssen, damit nur noch das „spontane Denken" bliebe. Dann werden sich auch das Ego und das Ich auflösen.
Ihr Wort in Gottes (Es) Namen Herr Lehner - doch Sie selbst haben keine Erfahrungen auf diesem Weg - bei Ihnen hat dieser Prozess zwanzig Jahre gedauert! Und letztlich haben Sie erkannt, dass alles geschieht - Sie haben gar nichts getan - alles hat „ES" gelenkt! Doch gelitten haben Sie unendlich - Sie sind sehr krank geworden!
Für uns stellen sich weiter die Fragen, die wir auch schon vor diesem Buch in uns trugen: "WER BIN ICH?" Ich habe zwar die Antwort auf diese Frage bekommen - ich sei ALLES und wir seien alle ein und dasselbe - doch die innere Erkenntnis ist wieder an mir vorbeigegangen, denn sonst wäre ich ja beim Lesen „erwacht". Schade - ist halt nicht passiert.
Wünsche „ES" zumindest allen anderen Sucher, die sicherlich etwas damit anfangen können, denn das Buch ist wirklich nett und verständlich geschrieben und auch weit über der Stufe des Unterhaltungswertes anzusiedeln. Es kann die Klasse eines Meisters jedoch noch nicht erreichen, denn eine eigene Quelle ist hier noch nicht geboren worden. Gute 3 Sterne!
PS. Lieber Herr Lehner, bitte denken Sie immer daran, wie sehr Sie selbst gelitten haben, bevor Sie erwacht sind. Verfallen Sie bitte niemals in die „arrogante Haltung" mancher „Jungerwachten", die sich fast lustig über unser Nichterwachtendasein machen. Wir leiden sehr darunter, dass wir die Wahrheit noch nicht erkannt haben - genauso, wie Sie es taten!