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Schlimme Übersetzung. Englische Satzstellungen bleiben einfach stehen, falsche Präpositionen ebenso. Der Text oft kaum verständlich: Wenn zum Beispiel arts und sciences einfach mit Künste und Wissenschaften wiedergegeben werden, obwohl die Autorin sagen möchte, ihr Geliebter, ein Naturwissenschaftler, habe sie, die Literaturwissenschaftlerin, wider Erwarten gut verstanden, dann gerät der Sinn unter die Räder.
Und doch, und doch, und doch: Was für ein Buch! Vom Suff handelt es. Vom Trinken aus Begeisterung, aus Verzweiflung, aus keinem besonderen Grund. Aus Einsamkeit. Ums Lesen geht es. Lesen aus Begeisterung, aus Gier, aus keinem besonderen Grund. Vor allem aus Einsamkeit.Und von der Liebe handelt das Buch. Liebe aus Verzweiflung, aus keinem besonderen Grund. Weil man sie schon immer gebraucht hat. Gebraucht hätte. Einfach um die grenzenlose Einsamkeit zu besiegen.
Ständig ist vom körperlichen Verhältnis der Geschlechter die Rede. Vom Fummeln hinterm Bretterzaun, der Entjungferung auf der Couch, der Angst vor Schwangerschaft, vom Keine-Kinder-Kriegen, vom Betatschtwerden, von Orgasmen. Und um den Mangel an all dem geht es, um die Sehnsucht, die Sehnsucht, die Sehnsucht. Um die Hoffnungslosigkeit eines alternden Körpers, um eine Verzweiflung, um eine Resignation.
Allerdings und Gott sei Dank: Nichts für Voyeure. Keine Krassheiten, keine four-letter-words, kein Gesuhle in Dreck, Blut, Sperma. Die Abteilung absonderliche Sexualpraktiken bleibt geschlossen. Kaufen? Sie werden sich garantiert ärgern. Aber Sie werden sich auch die Augen wischen. --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die prägnanten, aufwühlenden und zu hinterfragenden Sätze wie ‚sie gehöre zu „Menschen, die keine Konturen hätten, die keine Rolle spielten, die nicht wichtig waren, die weich und melancholisch und depressiv waren, anstatt für den Erfolg draußen, in der hellen, harten Welt zu kämpfen"' wird von ihr nur zitiert. Sie sind die einsame Ausnahme in den ansonsten recht unkreativen und wenig abwechselungsreichen Sätzen.
Aber sie schreibt es selber mehrfach und es ist ihr insofern kein Vorwurf zu machen - sie schrieb das Buch für sich, um mit sich selber ins Reine zu kommen, ihren Frieden zu suchen und ihre Bestimmung zu finden. Und so ist es auch eine Geschichte von Demut, von dem Halt, die eine tiefe heimatliche Verwurzelung geben kann, von der Suche nach Zugehörigkeit und Identität.
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