Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Von einem nicht gehaltenen Versprechen, 6. November 2004
„Nur nicht unsichtbar werden" ist ein Titel, der viel verspricht - und manchmal müssen wir erfahren, daß Versprechen nicht immer gehalten werden können. Es ist ein Buch für Insider, für Iren, die die Insel in den Sechzigern und Siebzigern erlebt haben. Eine Zeit, in der zögerlich die ersten Widerstände gegen das Patriarchat hervortraten und der Erzkonservatismus langsam angenagt wurde. Es ist eine Ansammlung von Orten und Namen, die ohne das politische, kulturelle und soziale Hintergrundwissen nicht eingeordnet werden können und die oft auch nur aufzählenden, nennenden Charakter haben. Nur mit vereinzelten Anekdoten schafft es Fr. O'Faolain, erklärend einen Einblick z.B. in den Nordirlandkonflikt zu gewähren, aber über weite Strecken ist es eine Aneinanderreihung von sehr kurz beschriebenen Ereignissen, aus denen leider nur selten eine Erkenntnis hervorblinzelt.Die prägnanten, aufwühlenden und zu hinterfragenden Sätze wie ‚sie gehöre zu „Menschen, die keine Konturen hätten, die keine Rolle spielten, die nicht wichtig waren, die weich und melancholisch und depressiv waren, anstatt für den Erfolg draußen, in der hellen, harten Welt zu kämpfen"' wird von ihr nur zitiert. Sie sind die einsame Ausnahme in den ansonsten recht unkreativen und wenig abwechselungsreichen Sätzen. Aber sie schreibt es selber mehrfach und es ist ihr insofern kein Vorwurf zu machen - sie schrieb das Buch für sich, um mit sich selber ins Reine zu kommen, ihren Frieden zu suchen und ihre Bestimmung zu finden. Und so ist es auch eine Geschichte von Demut, von dem Halt, die eine tiefe heimatliche Verwurzelung geben kann, von der Suche nach Zugehörigkeit und Identität.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Soll ich jetzt schlechtes Gewissen haben, da meine Kindheit, 20. Juni 2003
schön war?? Nur nicht unsichtbar werden, so dachte ich, hilft mir ein bisschen in einer Zeit, in der ich diesen Satz als meine vorläufige Ideologie übernehmen wollte, doch es ließ mich emotional unberührt und bewirkte das Gegenteil. Ich liebe Geschichten über Irland, weil ich Irland liebe. Und das jedoch nicht, weil das Land so überwältigend schön ist und so weiter. Nein diese Seite Irlands kenne ich nicht einmal gut, aber ich habe einige Menschen in Irland kennen und lieben gelernt - für ihre einfach liebenswerte Art. Nach Frank McCourts Angela's Ashes wollte ich diesen von Frauen viel gelobten, von Männern als Gefühslduselei abgestempelten Roman sofort verschlingen. Es fällt mir schwer... das Ende werde ich in nächster Zeit wohl nicht erreichen. Die Idee, der Titel - das alles klingt so anziehend, und vielleicht liegt es einfach nur an einer schlechten Übersetzung, doch Nuala O'Faolain wird mir immer unsympathischer. Bei McCourt störte es mich nicht, wenn er die schlechten Umstände seiner Kidnheit wiederholte und nochmals darlegte, bei Nuala langweilt es mich schlicht. Sie schreibt, als habe sie sich alles ausgedacht, da sie weiß, damit schaffe sie es zu ein bisschen mehr Ansehen. Sie distanziert sich zu sehr, als traue sie sich nicht richtig an ihre Vergangenheit, das Verarbeiten des Erlebten ist einfach noch zu schwer und doch denke ich, dass das Schreiben dieses Buches ihr sehr gut getan hat, wenn es nun wahr ist. Eine erfahrene Schriftstellerin ist sie, nachdem wie sie mit ihrem Wissen und ihren Beziehungen zu anderen Schriftstellern herumprahlt, mit ihren Jobs und dabei ein bisschen auf Mitleid macht. Sicher es ist eine Bewältigung, die Verarbeitung einer abscheulichen Kindheit. So stolz sie auch darauf ist, um so weniger Mitleid und Lust habe ich, das Buch zu Ende zu lesen. Wir freuen uns also gemeinsam über ein Stück erfolgreicher Therapie für O'Faolain und lesen entweder die eventuell bessere Originalausgabe oder nehmen uns Zeit um das zweite Werk von McCourt zu genießen. Diesmal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Enttäuschend und irrelevant!, 25. August 2003
Wie vermutlich viele Leser in Deutschland habe ich dieses Buch aufgrund des enthusiastischen Lobes durch Elke Heidenreich in ihrer ZDF-Literatursendung gekauft. Die Lektüre des Textes war jedoch eine herbe Enttäuschung. Die betrifft sowohl stilistische Aspekte (die nicht nur der schlechten, oft holprig wirkenden Übersetzung geschuldet sein können; der Text weist außerdem zahlreiche Sprachklischees und schiefe Bilder auf) als auch inhaltliche und formale: Das Buch erweckt leider über weite Strecken den Eindruck, die Autorin habe einfach draufloserzählt, ohne eine wirkliche Konzeption zu haben. Der Leser kann nur erahnen, was an diesem Leben erzählenswert sein könnte (die Armut, die Körperfeindlichkeit, die Unterdrückung der Sexualität - all dies Einflüsse, unter denen sie aufwuchs), doch der Ton ist meist so beiläufig, dass nicht recht klar wird, warum das alles erzählt wird. Personen (Bekannte, Freunde, Liebschaften) tauchen urplötzlich auf, werden einige Seiten lang immer wieder genannt und verschwinden dann wieder, ohne dass sie genauer charakterisiert würden und damit irgendwie Farbe gewönnen. Worin die "Rebellion" der Autorin gegen die vorgegebenen Lebensklischees im damaligen Irland bestanden haben soll (vgl. Klappentext), bleibt viel zu vage. Der Aspekt, der mich persönlich sehr interessiert hätte - wie das Lesen und die Literatur einen Menschen seinem tristen Leben entreißen können -, kommt zu kurz: Die Autorin erwähnt zwar viele Werke und Autoren, doch um mehr als bloßes Name-dropping handelt es sich dabei nicht. Mag sein, dass irische oder britische Leser den Text deutlich anders rezipieren, doch für den deutschen Bereich kommt erschwerend hinzu, dass viele der Namen, die die Autorin (nicht ohne Eitelkeit) nennt, hierzulande kaum oder gar nicht bekannt sind. Hier hätten Anmerkungen durch Übersetzerin oder Lektorat oft die Lektüre erleichtern sollen. Das Buch ist für mich also eine wirkliche Enttäuschung, da das Erzählte überaus blass bleibt. Der gelegentliche Vergleich mit anderen irischen Autobiographien (allen voran Frank McCourt) ist gänzlich unberechtigt. Nuala O'Faolains Buch ist hierfür viel zu irrelevant.
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