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Schlimme Übersetzung. Englische Satzstellungen bleiben einfach stehen, falsche Präpositionen ebenso. Der Text oft kaum verständlich: Wenn zum Beispiel arts und sciences einfach mit Künste und Wissenschaften wiedergegeben werden, obwohl die Autorin sagen möchte, ihr Geliebter, ein Naturwissenschaftler, habe sie, die Literaturwissenschaftlerin, wider Erwarten gut verstanden, dann gerät der Sinn unter die Räder.
Und doch, und doch, und doch: Was für ein Buch! Vom Suff handelt es. Vom Trinken aus Begeisterung, aus Verzweiflung, aus keinem besonderen Grund. Aus Einsamkeit. Ums Lesen geht es. Lesen aus Begeisterung, aus Gier, aus keinem besonderen Grund. Vor allem aus Einsamkeit.Und von der Liebe handelt das Buch. Liebe aus Verzweiflung, aus keinem besonderen Grund. Weil man sie schon immer gebraucht hat. Gebraucht hätte. Einfach um die grenzenlose Einsamkeit zu besiegen.
Ständig ist vom körperlichen Verhältnis der Geschlechter die Rede. Vom Fummeln hinterm Bretterzaun, der Entjungferung auf der Couch, der Angst vor Schwangerschaft, vom Keine-Kinder-Kriegen, vom Betatschtwerden, von Orgasmen. Und um den Mangel an all dem geht es, um die Sehnsucht, die Sehnsucht, die Sehnsucht. Um die Hoffnungslosigkeit eines alternden Körpers, um eine Verzweiflung, um eine Resignation.
Allerdings und Gott sei Dank: Nichts für Voyeure. Keine Krassheiten, keine four-letter-words, kein Gesuhle in Dreck, Blut, Sperma. Die Abteilung absonderliche Sexualpraktiken bleibt geschlossen. Kaufen? Sie werden sich garantiert ärgern. Aber Sie werden sich auch die Augen wischen. --Michael Winteroll -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Von einem nicht gehaltenen Versprechen,
Rezension bezieht sich auf: Nur nicht unsichtbar werden: Ein irisches Leben (Taschenbuch)
„Nur nicht unsichtbar werden" ist ein Titel, der viel verspricht - und manchmal müssen wir erfahren, daß Versprechen nicht immer gehalten werden können. Es ist ein Buch für Insider, für Iren, die die Insel in den Sechzigern und Siebzigern erlebt haben. Eine Zeit, in der zögerlich die ersten Widerstände gegen das Patriarchat hervortraten und der Erzkonservatismus langsam angenagt wurde. Es ist eine Ansammlung von Orten und Namen, die ohne das politische, kulturelle und soziale Hintergrundwissen nicht eingeordnet werden können und die oft auch nur aufzählenden, nennenden Charakter haben. Nur mit vereinzelten Anekdoten schafft es Fr. O'Faolain, erklärend einen Einblick z.B. in den Nordirlandkonflikt zu gewähren, aber über weite Strecken ist es eine Aneinanderreihung von sehr kurz beschriebenen Ereignissen, aus denen leider nur selten eine Erkenntnis hervorblinzelt.Die prägnanten, aufwühlenden und zu hinterfragenden Sätze wie ‚sie gehöre zu „Menschen, die keine Konturen hätten, die keine Rolle spielten, die nicht wichtig waren, die weich und melancholisch und depressiv waren, anstatt für den Erfolg draußen, in der hellen, harten Welt zu kämpfen"' wird von ihr nur zitiert. Sie sind die einsame Ausnahme in den ansonsten recht unkreativen und wenig abwechselungsreichen Sätzen. Aber sie schreibt es selber mehrfach und es ist ihr insofern kein Vorwurf zu machen - sie schrieb das Buch für sich, um mit sich selber ins Reine zu kommen, ihren Frieden zu suchen und ihre Bestimmung zu finden. Und so ist es auch eine Geschichte von Demut, von dem Halt, die eine tiefe heimatliche Verwurzelung geben kann, von der Suche nach Zugehörigkeit und Identität. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Enttäuschend und irrelevant!,
Rezension bezieht sich auf: Nur nicht unsichtbar werden: Ein irisches Leben (Taschenbuch)
Wie vermutlich viele Leser in Deutschland habe ich dieses Buch aufgrund des enthusiastischen Lobes durch Elke Heidenreich in ihrer ZDF-Literatursendung gekauft. Die Lektüre des Textes war jedoch eine herbe Enttäuschung. Die betrifft sowohl stilistische Aspekte (die nicht nur der schlechten, oft holprig wirkenden Übersetzung geschuldet sein können; der Text weist außerdem zahlreiche Sprachklischees und schiefe Bilder auf) als auch inhaltliche und formale: Das Buch erweckt leider über weite Strecken den Eindruck, die Autorin habe einfach draufloserzählt, ohne eine wirkliche Konzeption zu haben. Der Leser kann nur erahnen, was an diesem Leben erzählenswert sein könnte (die Armut, die Körperfeindlichkeit, die Unterdrückung der Sexualität - all dies Einflüsse, unter denen sie aufwuchs), doch der Ton ist meist so beiläufig, dass nicht recht klar wird, warum das alles erzählt wird.Personen (Bekannte, Freunde, Liebschaften) tauchen urplötzlich auf, werden einige Seiten lang immer wieder genannt und verschwinden dann wieder, ohne dass sie genauer charakterisiert würden und damit irgendwie Farbe gewönnen. Worin die "Rebellion" der Autorin gegen die vorgegebenen Lebensklischees im damaligen Irland bestanden haben soll (vgl. Klappentext), bleibt viel zu vage. Der Aspekt, der mich persönlich sehr interessiert hätte - wie das Lesen und die Literatur einen Menschen seinem tristen Leben entreißen können -, kommt zu kurz: Die Autorin erwähnt zwar viele Werke und Autoren, doch um mehr als bloßes Name-dropping handelt es sich dabei nicht. Mag sein, dass irische oder britische Leser den Text deutlich anders rezipieren, doch für den deutschen Bereich kommt erschwerend hinzu, dass viele der Namen, die die Autorin (nicht ohne Eitelkeit) nennt, hierzulande kaum oder gar nicht bekannt sind. Hier hätten Anmerkungen durch Übersetzerin oder Lektorat oft die Lektüre erleichtern sollen. Das Buch ist für mich also eine wirkliche Enttäuschung, da das Erzählte überaus blass bleibt. Der gelegentliche Vergleich mit anderen irischen Autobiographien (allen voran Frank McCourt) ist gänzlich unberechtigt. Nuala O'Faolains Buch ist hierfür viel zu irrelevant. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Soll ich jetzt schlechtes Gewissen haben, da meine Kindheit,
Rezension bezieht sich auf: Nur nicht unsichtbar werden: Ein irisches Leben (Taschenbuch)
schön war??Nur nicht unsichtbar werden, so dachte ich, hilft mir ein bisschen in einer Zeit, in der ich diesen Satz als meine vorläufige Ideologie übernehmen wollte, doch es ließ mich emotional unberührt und bewirkte das Gegenteil. Ich liebe Geschichten über Irland, weil ich Irland liebe. Und das jedoch nicht, weil das Land so überwältigend schön ist und so weiter. Nein diese Seite Irlands kenne ich nicht einmal gut, aber ich habe einige Menschen in Irland kennen und lieben gelernt - für ihre einfach liebenswerte Art. Nach Frank McCourts Angela's Ashes wollte ich diesen von Frauen viel gelobten, von Männern als Gefühslduselei abgestempelten Roman sofort verschlingen. Es fällt mir schwer... das Ende werde ich in nächster Zeit wohl nicht erreichen. Die Idee, der Titel - das alles klingt so anziehend, und vielleicht liegt es einfach nur an einer schlechten Übersetzung, doch Nuala O'Faolain wird mir immer unsympathischer. Bei McCourt störte es mich nicht, wenn er die schlechten Umstände seiner Kidnheit wiederholte und nochmals darlegte, bei Nuala langweilt es mich schlicht. Sie schreibt, als habe sie sich alles ausgedacht, da sie weiß, damit schaffe sie es zu ein bisschen mehr Ansehen. Sie distanziert sich zu sehr, als traue sie sich nicht richtig an ihre Vergangenheit, das Verarbeiten des Erlebten ist einfach noch zu schwer und doch denke ich, dass das Schreiben dieses Buches ihr sehr gut getan hat, wenn es nun wahr ist. Eine erfahrene Schriftstellerin ist sie, nachdem wie sie mit ihrem Wissen und ihren Beziehungen zu anderen Schriftstellern herumprahlt, mit ihren Jobs und dabei ein bisschen auf Mitleid macht. Sicher es ist eine Bewältigung, die Verarbeitung einer abscheulichen Kindheit. So stolz sie auch darauf ist, um so weniger Mitleid und Lust habe ich, das Buch zu Ende zu lesen. Wir freuen uns also gemeinsam über ein Stück erfolgreicher Therapie für O'Faolain und lesen entweder die eventuell bessere Originalausgabe oder nehmen uns Zeit um das zweite Werk von McCourt zu genießen. Diesmal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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