Aus der Amazon.de-Redaktion
Die bekanntesten psychotherapeutischen Verfahren sind Psychoanalyse, Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie. Letztere hat bei der Behandlung von Ängsten beeindruckende Erfolge vorzuweisen. Wie eine solche Therapie im Einzelnen aussieht, wird in diesem Ratgeber anhand von sechs Fallgeschichten ausführlich beschrieben. Jeder Fall steht dabei exemplarisch für eine bestimmte Form der Angst. Bei einer Panikstörung scheinen Todesängste aus dem Nichts zu kommen und bei einer so genannten sozialen Phobie fürchtet man, zu versagen und ausgelacht zu werden.
Zu Beginn einer Therapie gilt es herauszufinden, was vor, während und nach einem Angstzustand eigentlich genau passiert, sowohl auf der gedanklichen wie auf der körperlichen Ebene. Daran anschließend vereinbart der Therapeut mit dem Patienten die konkreten Therapieziele. Wenn etwa Mobbing-Angriffe zu den auslösenden Faktoren gehören, so ist zum Beispiel "sich wehren können" eines der logischen Ziele. Oft wird auch eine Rangfolge von Angst auslösenden Übungen aufgestellt, von der leichtesten bis zu schwersten Aufgabe. Die zusätzliche Teilnahme an Gruppensitzungen stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Kontaktfähigkeit.
In diesem Buch erfährt man aus erster Hand, wie sich Ängste durch Psychotherapie überwinden lassen. Die anschaulich dargestellten Therapieschritte und die berichteten Erfolge sind wertvolle Informationen, die Mut machen und neue Hoffnung geben. --Stephan Schmidt
Pressestimmen
"Einen umfassenden Überblick über Angststörungen aller Art bietet dieses Selbsthilfebuch: Nicht nur für Betroffene und Angehörige, sondern auch als Einstieg für Studierende und angehende Kliniker ist es sehr empfehlenswert.
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Insgesamt liegt hier eine ausgewogene Bündelung von Informationen bezüglich Hintergründen und Therapie vor, die auch Anregung zur Selbsthilfe gibt. Das Buch vermag jedoch weder ein Manual noch selbstverständlich eine Therapie zu ersetzen." (Psychotherapeuten Forum )
Das Buch von Stefan Leidig und Ingrid Glomp ist ein Ratgeber für Betroffene von Angsterkrankungen und deren Angehörigen. Sie erläutern in einer einfühlsamen Art und Weise die Ursachen von Angst, deren natürliche Funktionsweise, deren pathologische Ausprägung in der Angsterkrankung sowie Lösungsmöglichkeiten zum Besiegen der eigenen Angst. Dazu erläutern sie am Beginn des Buches die Angst als natürliches Reaktionsmuster mit den entsprechenden körperlichen Reaktionen (Schweißausbruch, Zittern, Anspannung, beschleunigte Atmung etc.), welche bei Menschen in steinzeitlicher Umgebung durchaus Sinn gemacht hat, aber in dem komplexen sozialen Zusammenhängen der Informationsgesellschaft nicht mehr als natürliche Reaktion gewertet wird. Dazu erklären sie die parasympatischen und sympathische Nervenreaktion, die es erleichtern Körpersymptome besser zuordnen zu können. Im Folgenden werden Vermeidungsreaktion dargestellt, die dazu führen, dass betroffene Menschen die angstauslösende Situation zu vermeiden und wie Angst auf diese Weise „weggedacht“ und „weggehandelt“ wird. Interessant ist das S-R-K Schema welches die Autoren zur Angstanalyse vorstellen, die sich aus Situation (was löst die Angst aus) – Reaktion (was passiert mit mir) und Konsequenzen (was mache ich danach) zusammensetzt. Darauffolgend wird auf die verschieden Formen der Angsterkrankung eingegangen.
Die Panikstörung (Tödesängste aus dem Nichts)
Die Agoraphobie (Draußen ist feindliches Gebiet)
Die Soziale Phobie („Ich versage bestimmt wieder“)
Die Spezifische Phobie (Objektbezogene Angst)
Die Generalisierte Angststörung (Gefahren lauern überall)
Die posttraumatische Belastungsstörung (Vom Grauen verfolgt)
Zu jeder Darstellung wird ein Fallbeispiel geschildert und der Therapieverlauf der betroffenen Person. Es werden dabei unterschiedliche Therapiemöglichkeiten erläutert wie die Desensibilisierung (bei Agoraphobie und der spezifischen Angststörung), dem Angsttraining (bei der sozialen Phobie), die Auslösung und Umgang mit Körpersymptomen (bei der Panikstörung) sowie dem Umgang mit einem „Flash-Back“ bei der posttraumatischen Belastungsstörung. Zum Ende des Buches werden noch Angst-aufrechterhaltende Dispositionen diskutiert, der Umgang mit Rückfällen in die Angst und die Vermeidung sowie die Medikamente die gegen Ängste eingesetzt werden.
Fazit: Das Buch ist sehr eingängig als Ratgeber geschrieben, ohne dabei niveaulos zu werden. Die Autoren – insbesondere Stefan Leidig (Dipl. Psychologe der psychosomatischen Fachklinik Bad Dürkheim) – berichtet aus seiner Praxis in anschaulicher Art und Weise, so das Betroffene m.E. sich bei den Beschreibungen schnell selbst erkennen können. Besonders positiv ist zu bemerken, dass dem betroffenen Leser schnell die Illusion genommen wird, das „Jemand“ die Angst wegmachen kann und das es die Arbeit gegen die eigene Angst ist, was die Angst besiegt. Auch die Warnung vor der all zu schnellen Hilfe durch Tranquillizer wird problematisiert, die schnell in die Sucht führen kann und ausdrücklich – wie Stefan Leidig betont – nur für akute Zustände geeignet ist, aber nicht als Dauerlösung. Ein sehr gelungenes Buch, was ich meinen Patienten gerne empfehlen werde. (www.pflegedialog.de,Ingo Tschinke, Fachpfleger in der Psychiatrie und Dipl. Pflegewirt )
Kurzbeschreibung
Ängste äußern sich sehr unterschiedlich. Ob man sich vor fremden Menschen fürchtet, unbegründete Ängste vor Krankheiten entwickelt oder unberechenbar in Panik gerät die Palette ist groß. Oftmals leiden die Betroffenen über Wochen und Monate, bis sie Hilfe suchen, und häufig dauert es Jahre, bis sie welche finden. Dabei sind Ängste nichts Ungewöhnliches: Inzwischen erkrankt jeder vierte Deutsche einmal im Leben daran. Die Autoren beschreiben, bei welchen Angststörungen welche Behandlungsmethoden sinnvoll sind und wie diese konkret aussehen. Die Betonung liegt dabei auf verschiedenen Formen der Verhaltenstherapie, die sich als besonders wirkungsvoll erwiesen hat. Außerdem enthält das Buch viele Übungen und Anleitungen zur Selbsthilfe.
Über den Autor
Dr. Ingrid Glomp ist Biologin und arbeitet als freie Wissenschafts- und Medizinjournalistin. Sie lebt mit ihrer Familie in Heidelberg.
Auszug aus Nur keine Panik. Ängste verstehen und überwinden. von Stefan Leidig, Ingrid Glomp. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Angst aber, die uns krank macht, ist ein Zeichen dafür, dass in unserem Leben die Belastungen zu groß geworden sind.
Psychischer Stress ist gegenwärtig einer der größten Feinde der Gesundheit. So fühlen wir uns von Terroristen bedroht und unsere Arbeitswelt verändert sich in beängstigender Weise. Kaum ein Arbeitsplatz scheint sicher und es herrscht ein Zeitdruck, wie er vor zwanzig Jahren noch undenkbar war. Im Gesundheitsbericht für Deutschland wird in diesem Zusammenhang von einem Strukturwandel gesprochen, »wie er vielleicht nur noch mit dem Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft zu vergleichen ist«.
Unter Angst am Arbeitsplatz leiden immer mehr Menschen, gleich welchen Alters und in jeder Position, vom einfachen Arbeiter bis zum Chef eines Unternehmens. Neuere Forschungsergebnisse zeigen: Das Gefühl, der eigene Arbeitsplatz könnte gefährdet sein, ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um gesundheitliche Probleme und Fehlzeiten geht. Unsicherheit erzeugt Angst und Angst macht krank: Schlafstörungen, Nervosität und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch Ängste am Arbeitsplatz entsteht, wird in Deutschland auf jährlich bis zu fünfzig Milliarden Euro geschätzt.
Bei jedem Menschen wirkt sich Stress anders aus: Der eine bekommt eine Angststörung, der andere trinkt zu viel, der dritte hat Schlafstörungen. Obwohl sich die Symptome unterscheiden, sind die Ursachen oft ähnlich. Viele Lebensprobleme, die in den später beschriebenen Patientenschicksalen zu Ängsten geführt haben, können bei anders »gestrickten« Menschen andere Erkrankungen auslösen.
Infolge der zunehmenden Belastungen in unserer Gesellschaft sind psychische Störungen zur häufigsten Ursache für Frühberentung wegen verminderter Erwerbsfähigkeit geworden.
Ängste gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. In Deutschland leiden bis zu fünfzehn Prozent der Erwachsenen, das sind knapp sieben Millionen Menschen, an einer krankhaften Form von Angst. Die meisten der Betroffenen leiden zu lange, denn obwohl Ängste gut zu behandeln sind, wird nur jeder zweite Fall erkannt und nur jeder zehnte optimal therapiert. Oft vergehen viele Jahre, bis Angstpatienten angemessen behandelt werden.
Man kann vor dem Hintergrund der Verunsicherung in unserer Arbeitswelt, der Bedrohung durch Terroristen und der Gewalt in Schulen nicht davon ausgehen, dass die Angst ihre Rolle als Volkskrankheit verliert. Darum wird es immer wichtiger, frühzeitig zu erkennen, ob die eigenen Ängste »normal« sind oder ob es sich schon um eine Erkrankung handelt, die eine Psychotherapie erforderlich macht. Denn je früher man sich Hilfe holt, desto wirksamer ist sie.
Dieses Buch wird Ihnen helfen, sich richtig einzuschätzen. Es erklärt die häufigsten Formen von Angsterkrankungen und zeigt, wie sie therapiert werden. Gleichzeitig erfahren Sie, wie Sie selbst einer Verschlimmerung vorbeugen und Stress reduzieren können.