Pressestimmen
Ein fesselndes, tief berührendes und trostvolles Buch, das beweist, wie tief greifend die Liebe den menschlichen Geist über sich selbst hinauswachsen und Schmerz und Verlust überwinden lässt. (LebensArt )
Ein Buch, das zu Tränen rührt und von einer wunderbaren Verbindung von Mensch und Tier erzählt, die gemeinsam ins Leben zurückfinden. (Impulse )
Diese Geschichte ist ein Gewinn - nicht nur für Pferdefreunde! (News )
Ein Buch, das zu Tränen rührt und von einer wunderbaren Verbindung von Mensch und Tier erzählt, die gemeinsam ins Leben zurückfinden. (Impulse )
Diese Geschichte ist ein Gewinn - nicht nur für Pferdefreunde! (News )
Kurzbeschreibung
Eine ergreifende Lebenserzählung über Liebe,Verlust und Heilung
Die bewegende Lebensgeschichte der Autorin: Durch die Freundschaft eines Pferdes erfährt sie Heilung von den seelischen Wunden ihrer Vergangenheit und gewinnt wieder Vertrauen in das Leben. Ein fesselndes, tief berührendes und trostvolles Buch, das beweist, wie tief greifend die Liebe den menschlichen Geist über sich selbst hinauswachsen und Schmerz und Verlust überwinden lässt.
Lektionen in Liebe können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Als Susan Richards einwilligt, sich eines gequälten, stark unterernährten Pferdes anzunehmen, öffnet sich ein neues Kapitel in ihrem von Schicksalsschlägen geprägten Leben.
Die misshandelte Stute Lay Me Down erweist sich als eines jener seltenen Geschöpfe, die trotz jahrelanger Peinigung sanftmütig bleiben. Fasziniert von der Zuneigung und dem Vertrauen, die dieses Tier ihr als einer Fremden entgegenbringt, wird Susan seiner Tapferkeit gewahr. Langsam beginnt sie, diesen Mut auch in ihrem eigenen Leben zu verwirklichen: Sie stellt sich der Scham, dem Zorn und der Trauer, die sie seit dem frühen Tod ihrer Mutter begleiten, öffnet sich nach Jahren wieder einer Liebesbeziehung und entdeckt neue Lebensfreude und Hoffnung. Und sie beweist sich, dass sie nicht mehr davonlaufen wird – auch wenn das Leben sie gerade nicht mit Samthandschuhen anfasst.
Die bewegende Lebensgeschichte der Autorin: Durch die Freundschaft eines Pferdes erfährt sie Heilung von den seelischen Wunden ihrer Vergangenheit und gewinnt wieder Vertrauen in das Leben. Ein fesselndes, tief berührendes und trostvolles Buch, das beweist, wie tief greifend die Liebe den menschlichen Geist über sich selbst hinauswachsen und Schmerz und Verlust überwinden lässt.
Lektionen in Liebe können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Als Susan Richards einwilligt, sich eines gequälten, stark unterernährten Pferdes anzunehmen, öffnet sich ein neues Kapitel in ihrem von Schicksalsschlägen geprägten Leben.
Die misshandelte Stute Lay Me Down erweist sich als eines jener seltenen Geschöpfe, die trotz jahrelanger Peinigung sanftmütig bleiben. Fasziniert von der Zuneigung und dem Vertrauen, die dieses Tier ihr als einer Fremden entgegenbringt, wird Susan seiner Tapferkeit gewahr. Langsam beginnt sie, diesen Mut auch in ihrem eigenen Leben zu verwirklichen: Sie stellt sich der Scham, dem Zorn und der Trauer, die sie seit dem frühen Tod ihrer Mutter begleiten, öffnet sich nach Jahren wieder einer Liebesbeziehung und entdeckt neue Lebensfreude und Hoffnung. Und sie beweist sich, dass sie nicht mehr davonlaufen wird – auch wenn das Leben sie gerade nicht mit Samthandschuhen anfasst.
Klappentext
Ein fesselndes, tief berührendes und trostvolles Buch, das beweist, wie tief greifend die Liebe den menschlichen Geist über sich selbst hinauswachsen und Schmerz und Verlust überwinden lässt.
LebensArt
LebensArt
Ein Buch, das zu Tränen rührt und von einer wunderbaren Verbindung von Mensch und Tier erzählt, die gemeinsam ins Leben zurückfinden.
Impulse
Diese Geschichte ist ein Gewinn - nicht nur für Pferdefreunde!
News
Über den Autor
Susan Richards arbeitete 15 Jahre als Psychotherapeutin an einer Privatklinik. Heute lehrt sie Kreatives Schreiben am "Marist College" und an der "State University New York" in Ulster und lebt in der Nähe von New York.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Es war ein kalter Märztag und die Pferdekoppel der SPCA war mit Schlamm bedeckt. Ich stand im Nieselregen fröstelnd am Zaun, mein Atem bildete einen grauen Dunst. In der Eile hatte ich das Haus ohne Hut und Handschuhe verlassen und auf meinem Weg zur Garage nur eine Windjacke vom Haken über der Treppe im Erdgeschoss gerissen.
Hätte ich innegehalten, um nachzudenken, wäre meine Reaktion genauso ausgefallen wie sonst, wenn ich von einer Bitte um Hilfe für kranke, von Menschen gequälte Tiere hörte: Ich hätte wohl keinen Finger gerührt oder vielleicht einen Scheck geschickt. Diesmal aber, als meine Freundin Judy mich anrief und mitteilte, die SPCA habe gerade vierzig misshandelte Pferde aus einer Traberzucht beschlagnahmt und bräuchte Hilfe, um sie unterzubringen, warf ich mir sofort die Jacke über und sprang ins Auto.
Ich weiß nicht, warum es diesmal anders war, warum ich augenblicklich beschloss, etwas zu tun, was ich vorher vermieden hatte. Ich war nicht gewohnt, an Rettungsaktionen teilzunehmen. Niemals sahen Freunde mein Gesicht, das ihnen zulächelte, wenn sie nach der Operation im Krankenhaus aufwachten. Ich war nicht diejenige, die sie anriefen mit der Bitte, sie zu fahren, um die Fäden ziehen zu lassen, Labortests, Röntgenaufnahmen oder irgendwelche Arzneien abzuholen. Ich hatte einen Horror vor Krankheiten, meinen eigenen und denen der anderen.
Warum also stand ich, mit einer so großen Abneigung gegen Leiden, hier am Zaun, um zwanzig ausgemergelte Zuchtstuten mit ihren Fohlen im Schlamm zu beobachten? Warum hatte ich auf diesen Anruf reagiert? Vielleicht war es einfach eine Reflexhandlung aus einer tiefen und beständigen Liebe zu Pferden, die auf mich kam durch meine Großmutter, eine furchterregende, manchmal unbarmherzige Frau, die seit meinem fünften Lebensjahr mein Vormund war. Wie immer zuckte ich zusammen, wenn ich mich ihrer erinnerte, zugleich aber beneidete ich sie um ihre inzwischen verschwundene Welt voller Ozeanriesen, Pullmans und — vor allem — Pferde. Als ich aufwuchs, gab es im Stall ihres Zuhauses in South Carolina noch seltsame Arten von Zaumzeug und reizende alte Kutschen, die dreißig Jahre lang nicht mehr benutzt worden waren. Bei deren Anblick fühlte ich mich betrogen, eben weil ich nicht in jener Zeit gelebt hatte, da die Pferdestärke das einzige Transportmittel bereitstellte.
Auf dem Speicher stand eine Truhe, angefüllt mit ihrer Reitkleidung und der ihrer Mutter: braune Lederstiefel zum Schnüren, handgearbeitet in England, Tweedjacken mit Lederknöpfen und eng auf Taille geschnitten, Kniebundhosen aus Leinen, mit Leder besetzt, sowie typische Reithosen, um die Hüften breit und um die Waden schmal.
Außerdem befand sich darin die schwere, wollene Livree eines Kutschers — mit silbernen Knöpfen, in die ein H für Hartshorne eingraviert war, der Mädchenname meiner Großmutter und mein zweiter Familienname. Im Alter von sechs oder sieben Jahren stöberte ich in dieser Truhe, hob vorsichtig die brüchigen Stoffe mit ausgefransten Säumen und aufgelöstem Futter hervor. Einmal lag ein abgerissener Silberknopf der Uniform in meiner Hand; ich drehte ihn um, und auf der Rückseite stand: Höchste Qualität.
Ich steckte den Knopf in meine Tasche, und fünfunddreißig Jahre später hing er am Schwarzen Brett über meinem häuslichen Schreibtisch. Er ist klein und rund und ruft in mir mehr Bilder hervor als ein abendfüllender Spielfilm. Eine kurze Berührung, und schon werde ich hineingezogen in die Welt der Pferde und Kutschen um das Jahr 1900: Verkehrsstockung mit Pferden, zusammengebrochene Pferde, am Bordstein abgestellte Pferde, Heu fressende Pferde, Pferde, deren Fell glänzt wie die gewachste Holztäfelung des Knickerbocker Clubs auf der Fifth Avenue, und Pferde so struppig wie Schnauzer. Eine andauernde Pferdeschau: jeden Tag, überall, die ganze Zeit.
Niemand anders als Großmutter hatte mir mein erstes Pferd geschenkt, als ich fünf war.
»Sie heißt Bunty«, verkündete sie und drückte mir den Strick in die Hand; dann schritt sie von der Weide und ließ mich mit meinem neuen Pony allein.
Das Ende des Stricks haltend, blickte ich argwöhnisch nach oben auf den fetten weißen Körper, ausgebreitet zwischen zwei Paar zottigen Beinen, mit einem Schweif hinten, der über den Boden wischte, und vorn mit dunklen, zusammengekniffenen Augen unter dicken Wimpern. Es war, als hätte man mich mit einer Kettensäge allein gelassen. Ich wusste, dass ich in tödlicher Gefahr schwebte, aber immerhin hielt ich ein Pferd am Strick. Mein Pferd. Das Beste, was mir je geschehen war. Gern würde ich sagen können, dass ich von Anfang an ein Naturtalent war, dass ich mich auf ihren Rücken schwang und, sie mit einer Weidenrute antreibend, in wildem Galopp über das Feld ritt. Doch in Wahrheit hatte ich keine Ahnung, was zu tun war. Zitternd stand ich in meinem Sommerkleidchen da, starrte auf das Pony, bis es einen Satz nach vorn machte und in den Babyspeck meines Oberarms biss.
Mit Bunty ging es nie viel besser. Trotzdem liebte ich sie: blind, hartnäckig während all der Jahre, in denen sie mich biss, herumstieß und bei Ponyschauen in Verlegenheit brachte, indem sie sich hinsetzte und verweigerte, die Reitbahn zu betreten oder zu verlassen. Gelegentlich verflog ihre schlechte Stimmung, und es war ein Vergnügen, sie zu reiten; meistens aber kamen mir ihretwegen die Tränen.
Im Alter von zehn Jahren erhielt ich einen Morgan-Wallach namens Alert; die Entdeckung, dass ein Pferd sanft und voller Zuneigung sein konnte, schockierte mich. Ich hatte nicht gemerkt, wie sehr ich eine Art Geisel gewesen war — und entwickelte, angefangen mit Alert, eine lebenslange Liebe zu Morgan-Pferden.
Wenn ich nun meinen Stall aufsuchte, begab ich mich in einen Zustand der Zeitlosigkeit: Der Silberknopf von der Uniform des Kutschers rief die ferne Vergangenheit wach, meine Kindheit und die Gegenwart — alle Zeiten verschmolzen zu einem einzigen Panorama mit Pferden. Ich besaß schon drei Pferde, und die Stunden, die ich mit ihnen verbrachte, stützten meinen Tag wie Pfeiler — immer wieder der gleiche Beginn und das gleiche Ende, egal, was dazwischen passierte. Dann, seit meinem vierzigsten Lebensjahr, bereiteten mir Rückenschmerzen zunehmend Sorgen. Was, wenn ich zu schwach würde, mich um meine Stute und die beiden Wallache zu kümmern? Was, wenn ich zu steif würde, was, wenn ich zu alt würde? Henry, mein Nachbar nebenan, hatte fünfundzwanzig Milchkühe. Er liebte jede wie eine Tochter.
Doch spät in seinem achten Lebensjahrzehnt ergriff ihn das Alter. Eine Arthrose verdrehte ihm die Finger, und ein Emphysem raubte ihm den Atem. Ein Jahr lang kroch er auf Händen und Knien von Kuh zu Kuh, um sie zu melken. An dem Tag, da der große Viehtransporter seine Herde fortnahm, verbarg er das Gesicht hinter geschwollenen Händen und weinte. Bisweilen fürchtete ich, dass mir ein ähnliches Schicksal widerfahren könnte. Dennoch stand ich aufrecht, darauf wartend, die Pflege für ein weiteres Pferd zu übernehmen, das dringend eine Unterkunft brauchte.
Hätte ich innegehalten, um nachzudenken, wäre meine Reaktion genauso ausgefallen wie sonst, wenn ich von einer Bitte um Hilfe für kranke, von Menschen gequälte Tiere hörte: Ich hätte wohl keinen Finger gerührt oder vielleicht einen Scheck geschickt. Diesmal aber, als meine Freundin Judy mich anrief und mitteilte, die SPCA habe gerade vierzig misshandelte Pferde aus einer Traberzucht beschlagnahmt und bräuchte Hilfe, um sie unterzubringen, warf ich mir sofort die Jacke über und sprang ins Auto.
Ich weiß nicht, warum es diesmal anders war, warum ich augenblicklich beschloss, etwas zu tun, was ich vorher vermieden hatte. Ich war nicht gewohnt, an Rettungsaktionen teilzunehmen. Niemals sahen Freunde mein Gesicht, das ihnen zulächelte, wenn sie nach der Operation im Krankenhaus aufwachten. Ich war nicht diejenige, die sie anriefen mit der Bitte, sie zu fahren, um die Fäden ziehen zu lassen, Labortests, Röntgenaufnahmen oder irgendwelche Arzneien abzuholen. Ich hatte einen Horror vor Krankheiten, meinen eigenen und denen der anderen.
Warum also stand ich, mit einer so großen Abneigung gegen Leiden, hier am Zaun, um zwanzig ausgemergelte Zuchtstuten mit ihren Fohlen im Schlamm zu beobachten? Warum hatte ich auf diesen Anruf reagiert? Vielleicht war es einfach eine Reflexhandlung aus einer tiefen und beständigen Liebe zu Pferden, die auf mich kam durch meine Großmutter, eine furchterregende, manchmal unbarmherzige Frau, die seit meinem fünften Lebensjahr mein Vormund war. Wie immer zuckte ich zusammen, wenn ich mich ihrer erinnerte, zugleich aber beneidete ich sie um ihre inzwischen verschwundene Welt voller Ozeanriesen, Pullmans und — vor allem — Pferde. Als ich aufwuchs, gab es im Stall ihres Zuhauses in South Carolina noch seltsame Arten von Zaumzeug und reizende alte Kutschen, die dreißig Jahre lang nicht mehr benutzt worden waren. Bei deren Anblick fühlte ich mich betrogen, eben weil ich nicht in jener Zeit gelebt hatte, da die Pferdestärke das einzige Transportmittel bereitstellte.
Auf dem Speicher stand eine Truhe, angefüllt mit ihrer Reitkleidung und der ihrer Mutter: braune Lederstiefel zum Schnüren, handgearbeitet in England, Tweedjacken mit Lederknöpfen und eng auf Taille geschnitten, Kniebundhosen aus Leinen, mit Leder besetzt, sowie typische Reithosen, um die Hüften breit und um die Waden schmal.
Außerdem befand sich darin die schwere, wollene Livree eines Kutschers — mit silbernen Knöpfen, in die ein H für Hartshorne eingraviert war, der Mädchenname meiner Großmutter und mein zweiter Familienname. Im Alter von sechs oder sieben Jahren stöberte ich in dieser Truhe, hob vorsichtig die brüchigen Stoffe mit ausgefransten Säumen und aufgelöstem Futter hervor. Einmal lag ein abgerissener Silberknopf der Uniform in meiner Hand; ich drehte ihn um, und auf der Rückseite stand: Höchste Qualität.
Ich steckte den Knopf in meine Tasche, und fünfunddreißig Jahre später hing er am Schwarzen Brett über meinem häuslichen Schreibtisch. Er ist klein und rund und ruft in mir mehr Bilder hervor als ein abendfüllender Spielfilm. Eine kurze Berührung, und schon werde ich hineingezogen in die Welt der Pferde und Kutschen um das Jahr 1900: Verkehrsstockung mit Pferden, zusammengebrochene Pferde, am Bordstein abgestellte Pferde, Heu fressende Pferde, Pferde, deren Fell glänzt wie die gewachste Holztäfelung des Knickerbocker Clubs auf der Fifth Avenue, und Pferde so struppig wie Schnauzer. Eine andauernde Pferdeschau: jeden Tag, überall, die ganze Zeit.
Niemand anders als Großmutter hatte mir mein erstes Pferd geschenkt, als ich fünf war.
»Sie heißt Bunty«, verkündete sie und drückte mir den Strick in die Hand; dann schritt sie von der Weide und ließ mich mit meinem neuen Pony allein.
Das Ende des Stricks haltend, blickte ich argwöhnisch nach oben auf den fetten weißen Körper, ausgebreitet zwischen zwei Paar zottigen Beinen, mit einem Schweif hinten, der über den Boden wischte, und vorn mit dunklen, zusammengekniffenen Augen unter dicken Wimpern. Es war, als hätte man mich mit einer Kettensäge allein gelassen. Ich wusste, dass ich in tödlicher Gefahr schwebte, aber immerhin hielt ich ein Pferd am Strick. Mein Pferd. Das Beste, was mir je geschehen war. Gern würde ich sagen können, dass ich von Anfang an ein Naturtalent war, dass ich mich auf ihren Rücken schwang und, sie mit einer Weidenrute antreibend, in wildem Galopp über das Feld ritt. Doch in Wahrheit hatte ich keine Ahnung, was zu tun war. Zitternd stand ich in meinem Sommerkleidchen da, starrte auf das Pony, bis es einen Satz nach vorn machte und in den Babyspeck meines Oberarms biss.
Mit Bunty ging es nie viel besser. Trotzdem liebte ich sie: blind, hartnäckig während all der Jahre, in denen sie mich biss, herumstieß und bei Ponyschauen in Verlegenheit brachte, indem sie sich hinsetzte und verweigerte, die Reitbahn zu betreten oder zu verlassen. Gelegentlich verflog ihre schlechte Stimmung, und es war ein Vergnügen, sie zu reiten; meistens aber kamen mir ihretwegen die Tränen.
Im Alter von zehn Jahren erhielt ich einen Morgan-Wallach namens Alert; die Entdeckung, dass ein Pferd sanft und voller Zuneigung sein konnte, schockierte mich. Ich hatte nicht gemerkt, wie sehr ich eine Art Geisel gewesen war — und entwickelte, angefangen mit Alert, eine lebenslange Liebe zu Morgan-Pferden.
Wenn ich nun meinen Stall aufsuchte, begab ich mich in einen Zustand der Zeitlosigkeit: Der Silberknopf von der Uniform des Kutschers rief die ferne Vergangenheit wach, meine Kindheit und die Gegenwart — alle Zeiten verschmolzen zu einem einzigen Panorama mit Pferden. Ich besaß schon drei Pferde, und die Stunden, die ich mit ihnen verbrachte, stützten meinen Tag wie Pfeiler — immer wieder der gleiche Beginn und das gleiche Ende, egal, was dazwischen passierte. Dann, seit meinem vierzigsten Lebensjahr, bereiteten mir Rückenschmerzen zunehmend Sorgen. Was, wenn ich zu schwach würde, mich um meine Stute und die beiden Wallache zu kümmern? Was, wenn ich zu steif würde, was, wenn ich zu alt würde? Henry, mein Nachbar nebenan, hatte fünfundzwanzig Milchkühe. Er liebte jede wie eine Tochter.
Doch spät in seinem achten Lebensjahrzehnt ergriff ihn das Alter. Eine Arthrose verdrehte ihm die Finger, und ein Emphysem raubte ihm den Atem. Ein Jahr lang kroch er auf Händen und Knien von Kuh zu Kuh, um sie zu melken. An dem Tag, da der große Viehtransporter seine Herde fortnahm, verbarg er das Gesicht hinter geschwollenen Händen und weinte. Bisweilen fürchtete ich, dass mir ein ähnliches Schicksal widerfahren könnte. Dennoch stand ich aufrecht, darauf wartend, die Pflege für ein weiteres Pferd zu übernehmen, das dringend eine Unterkunft brauchte.