Daphne Parishs persönliche wie gegen Ende zunehmend politische Bilanz Ihres Lebens im Irak wie auch Ihrer Inhaftierung in einem irakischen Folterknast für Frauen ist vielleicht auch deswegen so überzeugend, weil Sie keinerlei Revanchegefühle spüren lässt. Am Ende des Buches denkt die Autorin nach ihrer Freilassung über einen erneuten Aufenthalt in einem arabischen Land nach.
Parish bietet einen anfangs eher persönlichen Eindruck des Lebens der ausländischen, eher privilegierten, Arbeitnehmer in Bagdad. Nach ihrer Inhaftierung wegen angeblicher Spionage und der Hinrichtung eines befreundeten Journalisten wird die Autorin in einem irakischen Frauengefängnis mit der irakischen Kultur und der Diktatur Saddams konfrontiert.
Sie zeichnet dabei ein recht plastisches Bild des Innenlebens in irakischen Gefängnissen und wirft einen präzisen Blick auch auf die Rolle der Frau in einem vergleichsweise säkularen islamischen Land. Folter und Willkür des Rechtssystems werden anschaulich - man erhält einen Eindruck, warum Saddam sowohl Hitler als auch Stalin'sche Methoden studierte.