Bei Sabine Kornbichlers Büchern ist es ja eigentlich immer so: Kaum hat man eines angefangen, schon hat man es durchgelesen. Nicht, weil es vielleicht zu dünn wäre. Nein, weil sie so fesselnd schreibt - und man in die Story eintaucht, als sei man selbst dabei. Das wusste ich, als ich das neueste Werk - NUR EIN GERÜCHT - zur Hand nahm. Aber dass sich darin ein halber Krimi verbirgt (Krimihasser, nicht weglaufen - weiterlesen!:o)) und man davon nicht mehr loskommt, das wusste ich nicht. Ob es nun die Beschreibung des Reiterhofes ist, den Carla besitzt oder die der einzelnen Menschen in ihrem Umfeld - alles hat man sofort vor Augen und muss sofort weiterlesen, welche Wendungen die Geschichte noch nehmen wird.
Man kommt leicht in einen Zwiespalt - lese ich weiter, damit ich möglichst zackisch weiss, wer wie tickt und wie zum Beispiel Carla sich entscheidet, als es darum geht, ob sie ihren Vater wiedertreffen will oder nehme ich mir gemütlich Zeit und lese das Buch Stück für Stück, tagelang, meinetwegen jeden Abend? Ich gebe zu: Ich bin nicht so geduldig, dass ich Letzteres könnte. Also hab ich den Roman so gut wie komplett durchgelesen - an zwei Tagen - und es nicht bereut. Es geht um Zwischenmenschliches, Niedertracht, Streit, Freundschaft und immer wieder gibt's Überraschungen. Reiterhofpächterin Carla wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und geht damit durch ziemlich viele Tiefen - aber versöhnlicherweise letztendlich auch durch Höhen - und war mir von Anfang an sympathisch. Am Tollsten finde ich jedoch die sonnenuntergangsrote Susanne und den hartnäckigen Franz Lehnert. Carla findet, glaub ich, Christian am Tollsten. Wenn ihr jetzt nicht wisst, was ich meine - dann tut eines: Geht los, holt euch den Roman und lest ihn! Aber verschließt die Türen und kauft vorher ein:o)) Ihr könntet ein wenig abgelenkt sein!