Obwohl die Minghella-Verfilmung mit Matt Damon der Vorlage näher kommt (v.a. was das Ende angeht), ist dies dennoch ein Film, der dem Geist der Vorlage ebenfalls gerecht wird. Woran liegt das? Der Film ist zeitlich näher an der Vorlage und die Darsteller - allen voran Delon selbst - waren Teil eben jenes Cote d'Azur-Lebens, dessen Anfänge Highsmith in ihrem Roman beschreibt. Sicher, Alain Delon, Romy Schneider und die ganze Mischpoke waren Jet-set, reich und berühmt. Dennoch entsprachen sie in ihrem Verhalten denen, die im Roman geschildert werden: Bohemiens, die die Nächte durchfeierten, den Jazz liebten und den lieben Gott einen guten Mann sein ließen. Der Film atmet etwas davon und überträgt dies auf die Leinwand (den TV-Monitor). Das tut dem Film gut (Minghella musste enormen Aufwand betreiben, diese Atmosphäre und Stimmung herzustellen, obwohl es ihm gelungen ist).
Zur Handlung ist in den diversen Rezensionen alles gesagt. Hier weicht sie auch nur insofern vom Vorbild ab, als daß sie den Täter, also Ripley, nicht mit dem Mord davon kommen lassen durfte, dies war wohl der Zeit geschuldet. Die Amoralität der Figur wird zwar dargestellt, die gesellschaftliche Spiegelung, wie einer damit durchkommt geht so natürlich etwas verloren. Dennoch, sieht man davon ab, gehört dieser zu einem der besten Delonfilme überhaupt und wer französisches Spannungskino a la Melville oder eben Clément mag, der ist hier ganz richtig aufgehoben!