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Mit Nur der Tod ist ohne Makel startet nun eine neue Serie. Die Heldin, Fran Varady, steht im Gegensatz zu Markby und Mitchell nicht im Staatsdienst, sondern ist arbeitslos und ausgesprochen pleite. Vorübergehend hat sie in einer leer stehenden Villa Unterschlupf gefunden, doch ein Räumungsbefehl steht kurz bevor. Ihr Traum von einer Karriere als Schauspielerin scheint ausgeträumt.
Allerdings lässt sich Fran nicht so leicht unterkriegen -- ganz im Gegenteil zu ihrer Mitbewohnerin Terry, die sich von dem Räumungsbefehl in den Selbstmord hat treiben lassen. Obwohl Terry bei den Bewohnern der besetzten Villa nicht eben beliebt war, wollen diese ihren Tod nicht so einfach hinnehmen. Bald schon stößt Fran auf Hinweise, dass die junge Frau vielleicht nicht ganz freiwillig gestorben ist.
Ann Granger wird im heimatlichen England oft als Nachfolgerin von Agatha Christie gefeiert. Geschickt weiß sie Handlungsfäden zu knüpfen, die auch noch den ausgebufftesten Krimifan auf die falsche Fährte locken. Darüber hinaus sind ihre Protagonisten so sehr aus dem Leben gegriffen, dass man in ihnen alte Bekannte zu treffen vermeint. Fran Varady ist eine charmante Heldin, mit der Ann Granger den Rätselkrimi ins 21. Jahrhundert führt. --Felix Darwin
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Fran Varady ist nicht unbedingt die klassische Heldin eines Kriminalromans. Sie ist eigentlich das, was man einen typischen Loser unserer Gesellschaft nennen könnte: mittellos, ohne Wohnung, ohne Arbeit und damit eigentlich auch ohne Perspektive, denn ohne das eine kann sie das andere nicht haben. Rein äußerlich könnte sie von Ann Grangers anderer Heldin, Meredith Mitchell nicht verschiedener sein, vom Charakter her ist sie aber ziemlich ähnlich geartet wie Meredith.
Denn dass sie dennoch eine ausgesprochen sympathische Person ist, mit der man sich im Laufe der Handlung durchaus identifizieren mag, liegt an ihren Charaktereigenschaften: sie ist trotz ausgeprägtem Realitätssinn optimistisch, mutig und zupackend. Darüber hinaus ist sie, wenn sie einmal einen Entschluss gefasst hat, stur bis zur Selbstgefährdung.
Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam erzählt - in der „Ich-Form" - und gipfelt in einem spannenden Finale mit durchaus unerwarteter Auflösung. Dass die ganze Sache an sich eher unrealistisch ist (wohnsitzlose junge Frau ermittelt auf eigene Faust in hochherrschaftlichem Landsitz und schließt dabei praktisch noch Freundschaft mit der ermittelnden Polizeibeamtin) stört dabei nur wenig. Auch die Absicht Frans, am Ende des Buches, sich künftig als Privatdetektivin zu betätigen (als „Startkapital": ihr eigener Scharfsinn und Ganeshs alter Lieferwagen ...) ist meiner Ansicht nach ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Aber immerhin heißt der Untertitel des Buches ja „Fran Varadys erster Fall", also werden schätzungsweise noch weitere folgen. Und Fran ist durchaus eine Person, der man gerne noch ein paar mal begegnen möchte.
Fazit: Netter, gut gemachter Krimi mit ein paar kleinen Schwächen und sympatischer „Heldin".
Positiv zu erwähnen ist, dass Fran so ganz und gar nicht in das Bild der gewohnten Ermittler passt. Als Hausbesetzerin und ziemlich pleite mit Nasenring und ohne Ausbildung schafft sie es dennoch, die Sympathien zu gewinnen.
Allerdings fragt man sich, wie es eigentlich zu ihrem derzeitigen Lebenswandel kam. Doch vielleicht wird das im Folgeband näher erklärt.
Der Inhalt ist kurz erzählt: Fran und einige andere leben in einem Abbruchhaus. Dort werden sie immer wieder von den Behörden aufgesucht, da der Abriss nun kurz bevorsteht. Einen Tag später finden sie ihre nicht sehr beliebte Mitbewohnerin Terry erhängt in deren Zimmer. Selbstmord? Daran kann Fran nicht glauben und als dann noch Terrys Großvater auftaucht und ihr Geld für Nachforschungen anbietet, schließt sie einen Selbstmord ganz aus. Leider kommt ihr des öfteren die Londoner Polizei in die Quere, aber schließlich macht sie sich -alle Warnungen ihres guten Freundes Gan in den Wind schlagend- auf den Weg in Terrys ländliche Heimat. Terry kommt aus einer wohlhabenden Familie mit eigenem Gestüt. Dort lernt Fran die Familie kennen und stößt teilweise auf Ablehnung. Alles deutet darauf hin, dass Terrys Cousin aus Habgier der Mörder sein könnte... doch das Ende ist wirklich unerwartet.
Mein Fazit: netter Roman, der mit lockerer Sprache geschrieben ist und Lust auf Mehr macht!
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