"Nur der Tod bringt Vergebung" ist der erste Roman der historischen Krimireihe um die irische Nonne Fidelma.
Von der ersten Seite an merkt man, da schreibt jemand einen historischen keltischen Krimi, der irgendwie davon Ahnung haben muss. Und tatsächlich... Peter Tremayne ist nämlich der Historiker Peter Berresford Ellis und der hat sich ausgerechnet auch noch auf keltische Geschichte spezialisiert.
Dabei war ich auf den ersten Seiten wirklich verwundert. Las sich in meinen Augen doch einiges viel zu fortschrittlich. Die irische Nonne Fidelma nimmt nämlich kein Blatt vor den Mund. Sie kämpft für die Wahrheit, was auch bedeutet, das sie zu allem die Klappe aufmacht und das nicht zu knapp. Sie bietet nicht nur ihren eigenen Leuten oder den Sachsen die Stirn; sie scheut auch nicht vor Oswiu, dem König in Northumbrien, ihre Meinung zu sagen. Auch in der Gegenüberstellung der irischen und römishen Kirche ist man überrascht von der Fortschrittlichkeit der irischen Gläubiger. Doch als ich einiges im Internet und in Lexika nachschlug, stellte sich alles als wahr heraus.
Gerade die geschichtlichen Details machen den Reiz des Buches aus, denn es verblüfft wirklich, wie unterschiedlich die römische und irische Kirche war und um so erschreckender, wie wenig man darüber weiß.
Allerdings krankt der Roman auch gleichzeitig an diesen Details. Tremayne erzählt lieber Historie, als einen vernünftigen Krimi. Der Fall ist zwar interessant, aber doch arg konstruiert und die vielen fremdklingenden Namen machen es einem auch nicht gerade leicht. Da dies allerdings der erste Band einer Serie ist und diese oft auch zur Einführung der Serienhelden benutzt werden, denke ich, das sich das in den Folgebänden noch ändert. Fidelma ist jedenfalls eine vielversprechende Heldin, wenn sie mir auch manchmal mit ihrer besserwisserischen Art auf die Nerven ging. Auch ihr Detektiv-Partner Eadulf ist ein interessanter Charakter (und zudem weniger zickig) und wer weiß, vielleicht kommen die beiden sich auch einmal außerhalb der Kriminalfälle näher. Schließlich war das Zölibat damals noch nicht bindend. :-)