Der jüdische Jurist Dr. Walter Redlich muss mit seiner Frau Jette und der gemeinsamen Tochter Regina vor den Nazis fliehen. Die Familie will nach Afrika auswandern. Da die Zukunft bzw. das Auskommen im fernen Afrika ungewiss ist, besteigt Walter Redlich als erster der Famile am 08. Januar 1938 den Zug von Breslau in Richtung Freiheit. Unverhofft für Walter steigt sein enger Vertrauter Josef Greschek später zu, mit dem er die Strecke nach Genua gemeinsam verbringt. Regina und Jette sollen nachkommen, sobald er sich eine Existenz geschaffen hat. Am 18. Juni 1938 reisen die beiden in Begleitung von Jettes Mutter mit dem Zug nach Hamburg und besteigen dort einen Ozeanriesen, der sie nach Afrika bringt. In Afrika angekommen, besteigen die beiden am 20. Juli 1938 einen weiteren Zug, der sie ins Kenianische Hochland zu Vater und Ehemann bringt.... Am 09. März 1947 macht sich Familie Redlich, um den einjährigen Sohn & Bruder Max angewachsen, wieder auf den Rückweg in Richtung "Heimat"....
In allen neun Kapiteln scheint ein einschneidendes Ereignis im Leben der Familie Redlich durch eine Zugfahrt markiert zu werden: sei es der Abschied von Deutschland, die Ankunft in Afrika oder die Rückreise ins Nachkriegsdeutschland. Es geht hier nicht in erster Linie um Afrika, sondern m.E. eher um Abschiede und die Definition des Begriffes "Heimat". Die Mitglieder der Familie Redlich scheinen darunter alle drei etwas anderes zu verstehen.
"Nur die Liebe bleibt" war mein erster (autobiografischer) Roman von Stefanie Zweig. Er hat mich nicht nur berührt und betroffen gemacht, sondern auch durch seine Wortgewalt, Feinfühligkeit und Frau Zweigs scharfe Beobachtungsgabe beeindruckt. Ein sehr empfehlens- und lesenswertes Stück Zeitgeschichte! Ich werde mir die weiteren Romane um die Familie Redlich auf jeden Fall noch zulegen!