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Nur Gutes: Roman
 
 
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Nur Gutes: Roman [Gebundene Ausgabe]

Erwin Koch
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche (20. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312004187
  • ISBN-13: 978-3312004188
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 640.682 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Erwin Koch
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein spannendes Kammerspiel." Oliver Pfohlmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.09 "Hier ist kein Wort zu viel, hier sitzt jeder Satz, jeder Hinweis hat eine Bedeutung. Manches entdeckt man dann erst, wenn man den Ausgang kennt und das Buch ein zweites Mal liest. Das lohnt sich allemal, denn Erwin Kochs Romane sind nicht nur wegen ihrer Handlung, sondern auch dank ihrer Sprachkunst ein nachhaltiges Lesevergnügen." Andrea Lüthi, Neue Zürcher Zeitung, 11.12.08 "Damit ist ihm ein Meisterstück gelungen: Sprachlich makellos, aber diesmal losgelöst von allem Journalistischen, bietet der Roman ein beklemmendes Kammerspiel, das durch das, was es nicht ausspricht, genauso viel sagt wie durch das explizit Formulierte." Andreas Wirthensohn, Aargauer Zeitung, 22.09.08 "Dieser Roman ist ein Lehrstück über Moral und 'richtiges' Verhalten. Ohne Mahnfinger fordert das Buch dazu auf, sich mit den Fragen auseinanderzusetzen, die nicht bloss durch die wieder erörterte Geschichte des RAF-Terrorismus aufgeworfen werden. Es sind die Fragen nach persönlicher Integrität nach Zivilcourage und Menschlichkeit." Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 24.10.08

Kurzbeschreibung

Das Ehepaar Mangold wird eines Sonntagmorgens böse überrascht: Die von der Polizei gesuchte Exfreundin des Sohnes steht vor der Tür und bittet um Hilfe. Mit ihrer Ankunft werden Erinnerungen aufgewühlt, die die beiden Alten tief vergraben hatten. Ein Drama um uneingestandene Schuld und unerlöstes Gewissen, erzählt mit feinem Gespür und literarischer Raffinesse von einem der brillantesten Autoren der Gegenwartsliteratur in der Schweiz.

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Die Wahrheit 19. Oktober 2008
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Nachruf ist die letzte Wahrheit. Alle früheren Wahrheiten hebt er auf.
Denn die Wahrheit, so lange man lebt, ist ein Gedicht, ein Gespenst, ein flüchtiger Stoff, haltbar und dingfest erst im Nachruf. Was der Mensch wahrnimmt, ist nicht die Welt an sich, sondern ihre Spiegelung. Die Welt erscheint ihm nur so." Dies schreibt Simon Mangold, der Ich-Erzähler, der über den Text einer Todesanzeige sinniert - die seiner Eltern. Gleichzeitig umreißen die zwei Sätze den Duktus des Buches von Erwin Koch, denn der Autor lässt bis zum Schluss den Leser im Unklaren und suggeriert ihm Empfindungen und Gefühle, die ein anderes literarisches Ende vorausahnen.

Der bereits zweimal mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnete Schweizer Autor, dessen Debütroman "Sara tanzt" große Beachtung erfuhr, hat in seinem eigenwilligen, aber unglaublich intensiven Buch den letzten Tag von Dagmar und Albert Mangold rekonstruiert. Beinahe minutiös schildert er die Begebenheiten im Haus des 64-jährigen Pastors und seiner Frau, die Simon zu einem Besuch erwarten. Doch anstatt ihres Sohnes steht dessen ehemalige erste große und einzige Liebe Anna vor der Tür. Eine junge Frau, die einst wegen Geiselnahme zu neun Jahren Haft verurteilt wurde. Auch Simon war in die Straftat involviert und musste gleichfalls ins Gefängnis. Während er die Zeit abbüßt, floh Anna dazumal und tauchte unter.

"Ich wollte nur schnell guten Tag sagen. Wenn ich schon hier bin." begrüßt sie mit gehetztem Blick und einem roten Rucksack, den sie keinen Augenblick aus den Augen lässt, die verdutzten Pfarrersleute. Was tun? Man bittet sie herein. Aber dann scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen. Auf einmal ist das Quartier von Polizisten abgeriegelt. Grund: Der Friedhofswächter ist angeschossen worden.
Und Anna sitzt immer noch bei den Mangolds.
Hat sie die Tat begangen? Was verbirgt sie in ihrem Rucksack, den sie krampfhaft festhält? Die Eheleute scheinen mit der suspekten jungen Frau in ihrem Haus gefangen...

"Nur Gutes" hat in Ansätzen die Struktur eines Psycho-Krimis. Erwin Koch versteht es meisterlich die Spannung zu halten und sie langsam zu steigern. Dieses Buch verbirgt feinste Literatur. In einem anfänglich gewöhnungsbedürftigen Stil - kurze, fast stakkatoartige Sätze und ständige Iterationen -, erzeugt Koch durch sublime Beobachtungen menschlicher Regungen und Aufspüren scheinbar nebensächlicher Begebenheiten, eine atemberaubende, unterschwellige Spannung, die sich mit fortschreitender Zeit immer mehr steigert. Mit dem Einsatz souveräner literarischer Mittel stößt er in die Tiefe des Leserbewusstseins vor.

Rahmengerüst sind die Gedanken des Sohnes, über den zu verfassenden Nachruf für seine Eltern. In die Stimme Simons mischt der Autor die Handlung des Tagesablaufs "zwischen acht Uhr am Morgen und sieben Uhr am Abend", geschildert von einem auktorialen Erzähler. Kindheitserinnerungen der beiden Mangolds und auch Annas lassen auf einmal nie Gesagtes zur Sprache kommen. Die Drei sitzen in einem nahezu autarken Raum. Die äußeren Verhältnisse verwischt Koch mit einem Weichzeichner, blendet sie beinahe aus, um sich ausschließlich auf die Innenräume zu konzentrieren. Er benutzt Techniken der Reduktion, der sparsamen Andeutungen, der Auslassung, des Verschweigens. Doch gerade dieses literarische Mittel schafft einen ungemeinen Freiraum für das Empfinden des Lesers. Das Nichtgesagte rückt in den Vordergrund und erzeugt eigenständige Assoziationen.

Der Text bleibt leise und zurückhaltend, obwohl eine unterschwellige Bedrohung und Angst über dem häuslichen Idyll der Mangolds liegt. Koch öffnet der Imagination Tür und Tor.
Mit jeder Seite überträgt sich der Reiz dieser zurückhaltenden Prosa auf den Leser und zieht ihn in einen magischen Sog. Welcher Wahrheit gibt der Autor den Zuschlag? Wird Anna Baumer auch die Mörderin der Mangolds?

Fazit:
Mit "Nur Gutes" ist Erwin Koch ein beeindruckendes Buch gelungen, das weniger an psychologisch eindeutigen Schnittmustern seiner Protagonisten interessiert ist, sondern vielmehr auf die Grauzonen menschlichen Verhaltens setzt, auch wenn es sich "nur" um eine ganz gewöhnliche Familie handelt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Er redigiert die Nachrufe als Redakteur bei einer Lokalzeitung, jener Ich-Erzähler des neuen Roman des bereits zweimal mit dem "Egon-Erwin-Kisch-Preis" ausgezeichneten Schweizer Schriftstellers Erwin Koch. Simon Mangold heißt er und für ihn ist der Nachruf "die letzte Wahrheit. Alle früheren Wahrheiten hebt er auf. Denn die Wahrheit, so lange man lebt, ist ein Gedicht, ein Gespenst, ein flüchtiger Stoff, haltbar und dingfest erst im Nachruf. Was der Mensch wahrnimmt, ist nicht die Welt an sich, sondern ihre Spiegelung. Die Welt erscheint ihm nur so."

Er sitzt an seinem Schreibtisch und plagt sich damit, eine ganz persönliche Todesanzeige abzufassen, die seiner Eltern. Sie sind auf eine Weise zu Tode gekommen, der Simon erzählenderweise nachspürt und über die der Leser bis zum spannenden Ende im Unklaren gelassen wird.

Der ganze Roman ist die genaue Rekonstruktion alles dessen, was sich an einem bestimmten Tag, dem 11. Dezember im Pfarrhaus von Albert und Dagmar Mangold zugetragen hat. Eigentlich erwarten sie an diesem Sonntag ihren Sohn Simon zu Besuch. Doch während das Pfarrerehepaar am Frühstückstisch sitzt und sie sich in ihrer kargen und über Jahrzehnte eingeschliffenen Weise über die bevorstehende Predigt von Albert Mangold unterhalten, steht plötzlich jemand ganz anderes vor der Pfarrhaustür. Es ist Anna, die erste und auch große Liebe ihres Sohnes Simon. Beide, Anna und Simon, waren vor vielen Jahren an einer Entführung beteiligt. Während Simon wegen Mittäterschaft zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, die er auch absaß, um danach als Redakteur ganz klein wieder anzufangen mit seinem Leben, entzog sich Anna damals der Verurteilung, floh und ist seitdem untergetaucht.

Mit gehetzten Gesicht und einem roten Rücksack in der Hand, den sie in den folgenden Stunden keine Sekunde aus den Augen lassen wird , steht sie in der Tür und sagt: "Ich wollte nur schnell guten Tag sagen. Wenn ich schon hier bin." Die erstaunten Mangolds bitten sie freundlich herein, denn einen Tag vorher wurde Annas Vater von Albert Mangold beerdigt, ein zähes Gespräch beginnt, doch das, was damals wirklich geschehen ist, wird von allen konsequent umschifft.

Während im Pfarrhaus weiter die Vergangenheit verdrängt wird, und auch langsam so etwas wie Angst sich ausbreitet, ist Simon auf dem Weg zu seinen Eltern. Doch er wird nicht zu ihnen kommen können, denn in der Zwischenzeit haben sich in dem kleinen Dorf rund um die Kirche und den Friedhof die Ereignisse überschlagen. Als Mangold verspätet aus dem Gottesdienst zurückkommt, kann er nur berichten, dass der Friedhofswärter in der Nacht auf dem Friedhof angeschossen wurde und die Polizei alles abgeriegelt habe.

Das ist auch der Grund, warum Simon, schon im Dorf seiner Eltern angekommen, nicht durchgelassen wird und unverrichteterdinge wieder abreisen muss, während Anna immer noch bei den Pfarrersleuten sitzt. Hat sie den Mann getötet ? Denn offensichtlich hat Anna die Nacht beim Grab ihres Vaters auf dem Friedhof verbracht.

Wie Erwin Koch diese wenigen Stunden im Pfarrhaus schildert, hat Elemente eines guten Krimis, ist aber viel mehr als das. Es ist der literarisch absolut gelungene Versuch, das zur Sprache zu bringen mit einem ganz eigenen, zunächst sehr gewöhnungsbedürftigen Stil, was zwischen den handelnden Protagonisten nie ausgesprochen wurde, und auch dieses Mal nicht wirklich zum Thema wird.

Das Buch erzeugt in seinem Verlauf eine Spannung, die den Leser gefangen nimmt und ihn das schmale Buch nicht weglegen lässt, bis geklärt ist, warum der Ich-Erzähler Simon am Anfang über dem Nachruf für seine Eltern sitzt.
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Lebensnah 30. April 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Eine unheimliche Geschichte, die so jederzeit auch passiert sein koennte. Der einfache Irrsinn des Lebens, die Beliebigkeit mit der Unglueck zuschlagen kann. Die Geschichte endet so ueberraschend wie belanglos und traurig. Wie im Leben, fragt man sich am Ende: Und jetzt?
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