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'Nun mal Schluß mit den blauen Picassos': Texte des Kunsthändlers Alfred Flechtheim
 
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'Nun mal Schluß mit den blauen Picassos': Texte des Kunsthändlers Alfred Flechtheim [Broschiert]

Alfred Flechtheim , Rudolf Schmitt-Föller
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Produktinformation

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: Weidle Verlag (August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938803215
  • ISBN-13: 978-3938803219
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 741.609 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Ein Grund dafür, daß die Kunst der Lebenden nicht als Kapitalsanlage gilt, ist, daß während der Inflationszeit wahllos von unverständigen Menschen Werke aller möglichen Dilettanten als Sachwerte gekauft wurden und daß Bilder lebender Maler zu Tausenden von Dollars heraufgetrieben wurden, zu Preisen, die dann später selbst von den Händlern dieser Maler nicht gehalten wurden. Im Bankgewerbe nennt man das eine faule Emission.«(Alfred Flechtheim, 1931)Alfred Flechtheim gilt gemeinhin als der deutsche Kunsthändler des Fauvismus und Kubismus im frühen 20. Jahrhundert. In seinen Galerien in Düsseldorf und Berlin sah das deutsche Publikum zum ersten Mal Derain und Matisse, Vlaminck, Braque, Gris, Leger und Picasso. Er zeigte und verkaufte u. a. Werke von Degas und Maillol, Barlach, Lehmbruck, Beckmann, Hofer, Grosz und Klee. Neben seiner Tätigkeit als Händler und Organisator wichtiger Ausstellungen unterstützte er die moderne Kunst publizistisch durch seine inzwischen legendäre Zeitschrift "Der Querschnitt". Er war ein kosmopolitischer, überaus gebildeter Autor, der mit Eleganz und Witz formulierte. Seine Texte erschienen in vielen Ausgaben des "Querschnitt", im "Kunstblatt" und in Ausstellungskatalogen. Zum ersten Mal liegen sie in diesem Band gesammelt vor.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

»Ein Grund dafür, daß die Kunst der Lebenden nicht als Kapitalsanlage gilt, ist, daß während der Inflationszeit wahllos von unverständigen Menschen Werke aller möglichen Dilettanten als Sachwerte gekauft wurden und daß Bilder lebender Maler zu Tausenden von Dollars heraufgetrieben wurden, zu Preisen, die dann später selbst von den Händlern dieser Maler nicht gehalten wurden. Im Bankgewerbe nennt man das eine faule Emission.«(Alfred Flechtheim, 1931)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe-Jens Has TOP 500 REZENSENT
Also Picasso sagte zu Alfred Flechtheim: ' Es gibt Künstler die Schöpfer sind,
aber es es gibt auch schöpferische Kunsthändler'. Und genau das ist Flechtheim
gewesen. Jahrelang hat man bei jedem Besuch der NEUEN NATIONALGALERIE in Berlin
eine Postkarte mit dem Otto Dix-Portrait von Flechtheim gekauft, dessen Antlitz
man schon seit dem ersten Anblick sowieso nie vergessen hat. Aber das war entschieden
zuwenig:

Flechtheim war ein kluger, gebildeter, origineller, salopper und witziger
Literat , der zufällig Kunsthändler geworden ist.

Er war ein Genie der Freundschaft, jemand beschreibt ihn als 'Fiebrig, ungestüm, fröhlich,
verzweifelt, sinnlich, ungerecht, enthusiastisch und alles zugleich'.

Worte sprühend, versucht er seine Gedanken zu erklären. Es gibt Reisefeuilletons, er besucht
die Spanische Hofreitschule und was er über Dressur sagt und womit er das verbindet ist nicht
nur für Pferdeliebhaber erhellend.

Einmal erklärt er, warum er die Dilettanten unter den Künstlern so liebt und bemerkt dazu:
'Die jüdischen Philosophen des Mittelalters waren im Zivilberuf Handwerker'.

Er vergleicht Boxer und Kunsthändler und reist nach Ostpreußen, wo all die schönen
Namen vorkommen , die ja jeden lautmalerisch interessierten sofort hellwach werden lassen:
Eydtkuhnen, Stallupönen, Pillkallen, und so weiter. Bei Pillkallen merkt er an: Es trinkt der
Mensch, es sauft das Pferd, in Pillkallen ist es umgekehrt.
Und wenn er über 'Pasewalk' in Pommern schreibt, welches bekanntlich abgebrannt ist, informiert
er uns, mehr aus dem Westen kommend, das sei mitnichten ein neuer Tanz..

Man liest viel in Ostpreußen, ist das eigentlich bekannt? So ähnlich fährt er fort, das überschlage
ich jetzt mal und schreibe lieber was jeweils bei seiner Ankunft geschah:

'In jedem Hotel begrüßte mich ein angesäuselter Gast, schlug mir auf die Schulter und lud mich zu
einem Glas Grog oder Kognak ein und entschuldigte sich nachher.'

Carla Mann, Schwester von Thomas Mann und vier weiteren Geschwistern, berichtet über Flechtheim,
den sie auf einer Karnevalsgesellschaft kennengelernt hat, er sei ' gänzlich mit Literatur und Kunst
angefüllt'.

Warum aber Schluss sein sollte mit den blauen Picassos, kann hier nicht verraten werden.
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