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Nummer sechs [Gebundene Ausgabe]

Veronique Olmi , Sigrid Vagt
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 98 Seiten
  • Verlag: Kunstmann; Auflage: 7., Aufl. (6. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888973384
  • ISBN-13: 978-3888973383
  • Originaltitel: Numéro six
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 354.683 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Véronique Olmi
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein Vater mit seiner Familie steht am Strand. Man hat sich in Positur gebracht, das strenge Familienoberhaupt will ein Foto fürs Album machen. Alle sind da, bis auf eine. Wer fehlt, ist Fanny, und dieser Umstand ist auch symbolisch zu verstehen. Denn Fanny ist ein Nachkömmling, nie richtig integriert in die Großfamilie, und für die Eltern und die älteren Geschwister hin und wieder unsichtbar. "Mein Platz ist der letzte", heißt es im wieder einmal überaus schmalen Roman der französischen Schriftstellerin Véronique Olmi. "Ich bin die letzte in der Familie, die Nummer sechs, wie ich manchmal vorgestellt werde. Mama dachte, sie hätte die Schwangerschaften endlich hinter sich, die Wechseljahre kündigten sich an. Doch dann kam ich."

Einfühlsam und gedrungen, fast schon in Form des Prosagedichts erzählt Olmi vom Schicksal einer Ungeliebten, deren ganzes Leben seit 50 Jahren darauf ausgerichtet war, sich inmitten von Ignoranz und Hänselei bemerkbar zu machen. Vor allem aber erzählt sie vom Versuch der Tochter, ihren Platz an der Seite ihres Vaters zu bestimmen. Der ist inzwischen alt und gebrechlich geworden, und die Icherzählerin hat es übernommen, ihn zu pflegen. An seinem 100. Geburtstag ist es dann endlich an ihr, ein Foto zu machen.

Zwischen diesen zwei Passagen liegen 90 ebenso intensive wie kurzweilige Seiten, mit denen Olmi einmal mehr bewiesen hat, dass sie zum Besten gehört, was die französische Gegenwartsliteratur im Augenblick zu bieten hat. --Stefan Kellerer

Kurzbeschreibung

Fanny ist das jüngste der Geschwister, Nummer sechs, wie der Vater sie gerne nannte. Der geliebte, stets anderweitig beschäftigte Vater, um dessen Anerkennung sie ein Leben lang kämpfte. Jetzt ist er alt, und Fanny hat es übernommen, ihn zu versorgen. Eine letzte Chance für sie, ihm endlich nahe zu kommen? Eine vorsichtige Annäherung findet statt, aber im Grunde ist es zu spät. Der alte Mann ist nicht mehr der autoritäre bewunderte Patriarch von früher, der ihr ganzes Leben geprägt hat, und von dem sie so gerne wüsste, was für ein Mensch er wirklich war.
Die Autorin erzählt hier mit großer Eindringlichkeit die Geschichte einer Frau auf der Suche nach ihrer Identität.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich bin so etwas wie ein zu spät gekommener Gast", so beschreibt die inzwischen erwachsene Fanny ihre Rolle in einer bürgerlichen Großfamilie. Und das ist noch geschönt. Denn als Nachkömmling hat sie für ihre Eltern in erster Linie eins zu sein: unsichtbar. Die Eltern, allen voran der Vater, sind als in die Jahre gekommene Erwachsene vor allem mit sich selbst beschäftigt. Wohlwollen, Zuwendung, Empathie - das haben sie für sich selbst reserviert.

Beachtung wird Fanny nur dann zuteil, wenn sie aus Sicht der Eltern, durch Fehlverhalten auffällt. Und das wird in Relation zum tatsächlichen Geschehen hart geahndet und hochstilisiert. Die kleinsten Regungen und Bedürfnisse, die auf ein eigenständiges Individuum schließen, erstickt der autoritäte Vater im Keim. Das heranwachsende Kind hat kein Recht auf die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit.

Fanny beobachtet in der Rückschau, wie sie die Ticks und Marotten ihrer Eltern annimmt. Und den bescheidenen Versuch einer Rebellion - auf die erfahrene Kälte und Ignoranz durch den Vater - richtet sie gegen ihre eigene Person: Den mit Tropfen von Spülmittel versehenen Kaffee, trinkt sie selbst.

Als Erwachsene gelingt ihr eine bemerkenswerte Rückschau, auf einen inzwischen greisen Vater, der eigentlich nicht vorhanden war. Ja, das Buch ist auf wunderbar unsentimentale Weise melancholisch, bisweilen auch traurig. Die knappe, aber nichtsdestotrotz dichte und unaufdringliche Bildersprache der Autorin ist beeindruckend. Beindruckend wahrhaftig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Tochter auf der Suche nach Liebe und Anerkennung, besonders durch ihren Vater. In Rückblicken erzählt die Ich-Erzählerin die Geschichte des Vaters, ihrer Familie und ihrer eigenen Außenseiterrolle. Als sechstes Kind geboren, ein Nachkömmling, wird Fanny immer nur die „Nummer sechs" genannt und gehört nie richtig dazu. Auch als Erwachsene und nach dem Tod ihrer Mutter, als sie den pflegebedürftigen Vater betreut, setzt sich der Kampf um die Liebe fort. Traurig und so eindringlich geschildert, wie der Vorgängerroman von dieser Autorin „Meeresrand", die knapp hundert Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Generationenverknüpfung 22. Dezember 2003
Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit wenigen Seiten, inhaltsreichen Sätzen und konkreten Worten ist dieses Buch eine schöne Lektüre, die anregend wirkt.
Der Roman handelt von einer Tochter einer Familie, die mit sechs Kindern in Frankreich lebt. Zurückschauend beschäftigt sich die letztgeborene Tochter Fanny intensiv mit dem Verhältnis zu ihrem Vater.
Hierbei wird die Tragik erkennbar, wenn man nicht mehr als unverwechselbares Individuum gesehen wird, sondern vielmehr als eine Nummer unter vielen.
In der vielschichtigen Bandbreite dieses Werkes spiegelt sich die Entwicklung von einer individualisierten zur anonymisierten Gesellschaft in all ihrer Tragik wieder.
Fanny "hatte niemanden enttäuscht...Sie erwarteten nichts" Allein in diesem Zitat wird erkennbar, wie belanglos das Leben des letztgeborenen Kindes erlebt wird.
Trotz alledem macht Veronique Olmi in unaufdringlicher Weise deutlich, dass nur die direkte Auseinandersetzung mittels Gespräch, Briefen oder ähnlichem zu einem gelungenen Generationenmiteinander führen kann.
Die vielen Momentaufnahmen in dem Buch lassen sowohl die Lebensgeschichte von Fanny als auch diejenigen der Lesenden sehr lebendig werden.
Man wird unweigerlich, aber unaufdringlich ermuntert, sich selber auf den Weg zu machen, sich intensiver mit der eigenen Herkunft und dem Leben der unterschiedlichen Generationen auseinanderzusetzen.
Und so wird aus dem Leben keine Nummernfolge, sondern ein lebendiger, respektvoller Austausch von einzigartigen Persönlichkeiten.
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