Schon immer übt die Zahl 23 eine gewisse Faszination auf Verschwörungstheoretiker aus. So hielt sie ja auch schon für die deutsche Produktion "23" hin. Nun beschäftigt sich also Hollywood mit diesem Thema. Regie führt Joel Schumacher (zählt man seine Fernseh- und Kinoproduktionen zusammen, ist dies die 23.!) und als Protagonist wurde Jim Carrey besetzt, der nun schon des Öfteren seine Fähigkeiten jenseits des Klamauks präsentieren durfte. Der Plot setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen. Zum einen der reale, in dem Jim Carrey als Hundefänger Sparrow gemeinsam mit seiner Familie versucht die übergreifenden Vorgänge eines Romans zu entschlüsseln. Zum anderen der fiktive Subplot der aus eben diesem Roman zitiert. Die Optik der Haupthandlung ist vielleicht etwas düster, insgesamt aber doch recht konventionell. Bei den Erlebnissen des fiktiven Detektiv Fingerling ist genau das Gegenteil zu sehen. Hier wirkt manches fast schon wie aus einem Comic, der ein oder andere würde es vielleicht auch lächerlich nennen. Meiner Meinung kommt aber durch die krassen Gegensätze dieser beiden Welten, die immer mehr verschwimmen, die atmoshärische Dichte voll zur Entfaltung. Neben der grandiosen Optik wird dem Zuschauer, zumindest in der hervorragenden ersten Stunde des Films, eine gehörige Portion Spannung geboten. Und auch die Verweise auf die Zahl 23, die in einem unglaublichen Tempo raus gehauen werden, sind zumindest interessant, wenn natürlich auch übertrieben. Schließlich hat man es aber auch mit einem paranoiden Protagonisten zu tun. Die Darsteller sind größtenteils solide und Jim Carrey kann sogar richtig punkten. Meiner Ansicht nach eine der besseren Vorstellungen seiner Karriere. Leider schafft "Nummer 23" es aber nicht mehr als ein guter Paranoia-Thriller zu sein. Das Ende ist nicht nur vorhersehbar, sondern auch wenig originell. Es scheint fast so, als wolle man sich am Schluss doch noch mit dem Mainstreampublikum versöhnen. Trotz des eher mäßigen Ende kann ich den Film eigentlich uneingeschränkt empfehlen, da er doch größtenteils spannend und auch etwas verstörend ist. Vielen wird es aber wahrscheinlich schwer fallen sich überhaupt darauf einzulassen.