Man nehme: Einen Überfall, eine Handvoll Verdächtiger aus der Abziehbildkiste (der Spieler, der erfolglose Vertreter, die Alleinerziehende, der Kriegsveteran, die Verkopfte) und eine Reihe Kriminaler, die generell fies gucken und deren Büro unter dauerhaftem Lichtmangel zu leiden scheint.
Die Geschichte ist interessant, aber nicht neu, worauf auch das Cover hinweist (nach Motiven von "Die üblichen Verdächtigen"). Bernd Michael Lade entwickelte daraus einen Film ohne Fluß oder Spannung und mit beschränkter Sympathiefähigkeit (die alleine den Darstellern gebührt). Ein Film, der mit optischen und schnittechnischen Spielereien eine Unkonventionalität vorgibt, welche er inhaltlich nicht zu halten vermag.
Erst in der zweiten Hälfte (nachdem man die erste mit Schmerzen ertragen hat) entwickeln sich so etwas wie Gefühle, werden Verletzlichkeiten und Bindungen für einen Moment glaubhafter, ja fast rührend.
Die teilweise überraschenden Wendungen gegen Ende trösten ein wenig über die bisherigen Holprigkeiten hinweg, wenigstens hat man sich auf 88 Minuten Länge beschränkt.
Komik oder Humor kann ich im Film so gut wie nicht entdecken, allenfalls unterstellen. Sollte davon etwas in oder zwischen den Drehbuchzeilen gestanden haben, wurde es leider weitestgehend im Klischeebad ertränkt.