Kurzbeschreibung
Wer von Übergewicht redet, redet von Hunger und Appetit. Die zwei treiben unser Essverhalten, und um sie dreht sich dieses Buch. Denn wer leichter länger leben will, muss wissen, wie er Hunger und Appetit in den Griff kriegt. Dass das so schwer nicht sein kann, sehen wir an unseren jagenden und sammelnden Urahnen. Die waren gesünder und kräftiger als ihre Kühe hütenden und Weizen anbauenden Enkel. Dabei dürften sie sich nach jedem Essen eher freundlich angerülpst haben als über Kalorien und Kohlehydrate zu schwafeln. Offensichtlich lebt man gesund, wenn man isst, was Mutter Natur für einen bestimmt hat. Das galt für unsere Urahnen genauso, wie es für uns heute gilt, denn das genetische Make-up des Menschen hat sich seit Adam und Eva nicht verändert. Wohl aber das, was er sich auf den Teller legt. Schwarzwälder Kirschtorten, Cola und Käsecracker feuern zwar unsere Lust am Essen an, stopfen uns aber Sachen in den Mund, die unser Körper nicht kennt. Denn dieses Futter aus der Fabrik war Mutter Natur unbekannt, als sie uns die Lust auf Essen in die Gene schrieb - den Appetit.
Der Appetit auf Süßes, Salziges und Fettes kommt nicht von ungefähr. Süß, salzig und fett sind Signale, an denen primitive Gaumen nährstoffreiches Futter erkennen. So programmierte die Natur das schon vor Jahrmillionen in die primitiven Hirne der Reptilien. Das Programm, das beim Kontakt mit Süßem, Salzigem und Fettem ablief, hieß: Merk dir, wie du an dieses Futter gekommen bist, und mach es ab jetzt immer wieder so. Auf dem Weg vom Reptil zum Mensch hat die Natur viele neue Schichten um das alte Stammhirn wachsen lassen. Dort sind Verstand und Bewusstsein zu Hause. Tief darunter aber läuft noch immer das alte Programm ab, auf das die jüngeren Schichten des Hirns keinen Zugriff haben.
Wohl haben wir es mit denen geschafft, viel effizienter in der Nahrungsbeschaffung zu werden als unsere jagenden und sammelnden Urahnen es sich jemals hätten träumen können. Wir haben aber auch gelernt, wie man gehaltlose Mehlpampen zu Geflügelcremesuppen aufpeppt und vier Fünftel der Nährstoffe aus einem Weizenkorn mahlt, um aus dem gehaltlosen Rest Baguette zu backen. Mit solchem Zeug feuern wir wohl unsere Gaumen und damit unseren Appetit an, aber unserem Körper geben wir nicht, wonach er mit Gaumen und Appetit schmachtet. Was uns fehlt, ist der Appetit auf Gesundes, auf Essen, für das uns die Natur gebaut hat.
Dass die neuesten Schichten unseres Hirns, die uns so clever haben werden lassen, die tief darunter liegende alte Betriebssoftware "Appetit" nicht kontrollieren können, wissen die Psychologen heute. Damit steht fest, dass Appetit - die Lust aufs Essen - immer mächtiger ist als der Verstand. Die Nahrungsmittelindustrie weiß das auch. Und so macht sie uns mit Überdosen Zucker und Salz süchtig auf ihre Schokoriegel, Salzbrezeln und Sahnepuddings, für die wir jährlich mit mehreren Milliarden Euro und einem Gutteil unserer Gesundheit bezahlen.
Dass wir Appetit nicht kontrollieren können, das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass wir das auch gar nicht müssen. Das Appetitprogramm lässt sich nämlich formen. Das sind die verblüffenden Erkenntnisse der Psychologen. Unsere Gelüste auf Kaviar, Kognak und Käse sind ja auch erworbene Vorlieben und nicht angeborene. Wer also weiß, wie das Formen der Lust funktioniert, kann sich auch den Appetit auf Brokkoli und all die anderen gesunden Sachen beibringen. Wie das geht, steht in diesem Buch. Und auch, wie Sie fortan Ihre Lust auf Gesundes so anstacheln, dass Sie sich in 30 Tagen fragen werden, wie Sie jemals hatten anders leben können.
"Null Bock auf Diät" erklärt Ihnen Schritt für Schritt:
o das Ausmaß und die Ursachen der Epidemie der Korpulenz
o wie Hunger und Appetit funktionieren
o wie die Nahrungsmittelindustrie unseren Hunger und unseren Appetit anheizt
o Mutter Naturs einfache Faustregel gegen den Hunger
o woher der Appetit, die Lust aufs Essen, kommt
o warum Appetit stärker ist als der Verstand und warum Diäten nicht helfen
o wie wir die Lust aufs Essen in den Griff kriegen
o ein 30-Tage-Programm, mit dem Sie sich Lust auf Gesundes machen
o alles über Kohlehydrate, Proteine, Fette und vieles mehr
Das Buch führt Sie durch die faszinierende Welt der Ernährungswissenschaftler und der Verhaltensforscher. Aus dem, was Sie dort lernen, wird Ihr 30-Tage-Programm, Ihr erster Schritt auf dem Weg zu einem leichteren und längeren Leben. Der Ausflug in die Welt der Wissenschaft wird Ihnen auch die Augen öffnen für das, was Ihre Zellen aus Bockwurst und Brokkoli machen. Denn nicht mit den lateinischen Wortdreimastern unserer Professoren werde erklärt das Buch Ihnen, wie das Chemiewerk Körper köchelt, sondern in klarem Deutsch. Wenn dann wieder mal einer von gesättigten Trans-Fettsäuren, freien Radikalen oder Flavonoiden schwafelt, haben Sie ein Bild im Kopf und gehen pseudo-intellektuellen Diätschwätzern nicht mehr auf den Leim. Die machen ohnehin nur Ihren Geldbeutel dünner, nicht aber Ihre Taille.
Der Verlag über das Buch
Wir wissen alles über Kalorien, Kilos und Kohlehydrate. Wir geben jährlich einige Milliarden Mark für Fettarmes und Modediäten aus. Und doch ist fast jeder Zweite von uns zu dick. Fast jeder Dritte hat mindestens eine Diät hinter sich, aber nur einer von 20 schafft es auch, die schmaler gewordene Taille zu halten. So magere Erfolgschancen nennt der Wissenschaftler "statistisch unbedeutend" und der Volksmund "Glücksspiel".
Dabei bräuchten wir dringend den Erfolg in der Fehde gegen das Fett. Jeder zweite Deutsche stirbt heute an Herz- und Kreislauferkrankungen. Die sind nicht Folge des Alters. Sie sind Folge einer Lebensweise, die uns zuviel Gewicht und zuwenig Bewegung beschert.
Warum aber helfen uns all die Bücher, Pillen und Pulver nicht, wenn darin doch das geballte Wissen unserer Ernährungswissenschaftler steckt? Weil alle nur vom Dicksein reden, aber keiner von der Lust auf das, was dick macht. Vor gedünsteten Karotten läuft kaum einem das Wasser im Mund zusammen. Bei Schweinshax'n und Knödel sieht das schon anders aus. Die Diätendrechsler wissen das natürlich auch, und deshalb machen sie einem gerne weis, man könne mit ihren Programmen abnehmen, ohne auf den Genuss zu verzichten. Was dabei herauskommt, sind Ernährungspläne, die bestenfalls nichts taugen, meistens aber sogar die Gesundheit verpfuschen.
"Zum größten Teil wirkungslos", lautet deshalb auch das Fazit aus der jüngsten Überprüfung von Schlankheitsmitteln der "Stiftung Warentest". Dass Ernährungswissenschaftler mehr als 70% der von ihnen untersuchten Diäten als fragwürdig bis gefährlich einstufen, spricht für sich.
Die Barmer Krankenkasse warnt auf ihrer Webseite: "Kaum eine der gängigen Diäten hält, was sie verspricht."
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zeigt im Internet, wie man mit einer Checkliste den Diätpfuschern auf die Schliche kommt:
Vertrauen Sie keinem Diätprodukt,
*das verspricht, dass Sie damit schnell, problemlos und ohne eigene Aktivität abnehmen können.
*bei dem Sie angeblich nach wie vor alles essen können, was Sie wollen.
*das eine bestimmte Gewichtsabnahme verspricht, z.B. "3 Pfund weniger in 2 Tagen".
*das Erfolgsgarantien gibt oder diesen Eindruck vermittelt.
*das mit Vorher/Nachher-Bildern oder Aussagen von Einzelpersonen wirbt.
*bei dem Wirkmechanismen unzureichend erklärt sind.
*das Zusatzkäufe nötig macht, z. B. Ohrstecker, Badezusätze, elektrische Geräte.
*das nur über eine Briefadresse, vor allem im Ausland, erhältlich ist.
Diät-Maßnahmen sind seriös,
*wenn sie eine langsame, langfristige Gewichtsabnahme anstreben.
*wenn das Gewicht mindestens ein Jahr lang gehalten wird.
*wenn individuelle Vorlieben beim Essen, Trinken und Bewegen berücksichtigt werden.
*wenn gesundheitsbewusstes Verhalten gefördert wird (genussvolles, gesundes Essverhalten, angemessene Bewegung, regelmäßige Kontrolle von Risikofaktoren für Folgekrankheiten).
*wenn sie keine Nebenwirkungen haben
Nur, diese Weisheiten schaffen halt unsere Lust auf Schweinshax'n und Knödel auch nicht aus der Welt. Was wir brauchen, ist eine Lust auf Gesundes, denn die Natur hat uns glücklicherweise so eingerichtet, dass wir automatisch schlank werden, wenn wir uns nur richtig ernähren; und das geht ganz ohne Diäten oder Kalorientabellen.
Die schlanke Taille ist kein Zeichen für richtige Ernährung, vielmehr kommt die schlanke Taille mit der richtigen Ernährung von selbst.
Die Lust auf Gesundes können wir uns selbst beibringen. Mutter Natur hat uns diese Fähigkeit in unsere Gene geschrieben. Wie das funktioniert, ist Gegenstand dieses Buches.
Der Autor über sein Buch
Das liegt am Stigma der Krankheit.
78% aller übergewichtigen Amerikaner berichten, dass sie von Ärzten manchmal oder häufig wegen ihres Übergewichts respektlos behandelt würden. Kein Wunder, denn umgekehrt beschreiben Ärzte ihre übergewichtigen Patienten als willensschwach, ungeschickt und hässlich. 16% aller amerikanischen Arbeitgeber würden übergewichtige Frauen "wahrscheinlich nicht" und weitere 44% "unter keinen Umständen" einstellen.
Wer glaubt, wir Deutschen seien da toleranter, irrt sich gewaltig.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellte schon 1980 in einer Untersuchung fest, dass nur 3% unserer Landsleute Übergewichtige in ihren Freundeskreis aufnehmen wollten. Zehn Jahre zuvor waren es immerhin noch 40%.
Bei so viel Leiden ist die Frage berechtigt: Sind die Dicken selbst schuld?
Nein, denn Appetit lässt sich mit Willen nicht kontrollieren. Wie man ihn trotzdem in den Griff kriegt erfahren Sie in diesem Buch.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"...Wer wissen will, ob Beta-Karotin Krebs heilt, kann es zwar vielen freiwilligen Versuchspersonen zum Frühstück füttern. Aber die trinken auch Kaffee, Tee oder Milch und essen Brötchen oder Müsli dazu. Um zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen, müsste man die ganzen Wechselwirkungen zwischen Beta-Karotin und dem übrigen Tohuwabohu auf dem Teller herausrechnen. Aus den 'vielen' Versuchspersonen werden dann ganz schnell 'zu viele', und somit hat auch jede noch so akribische Erfassung tausender vo n Daten uns Verbrauchern nur wenig Wissen beschert. Denn die resultierenden Statistiken lassen sich so oder so auslegen. Jene Kaffeesatzleser, die am lautesten und am öftesten schreien, kreieren dann die bleibenden Mythen der Ernährung. Zuerst waren das jene, die die Verbindung herstellten zwischen Fleischkonsum, erhöhtem Cholesterinspiegel und Herzkrankheiten. Die haben geflissentlich außer Acht gelassen, dass es Völker gibt, die sich fast nur von Milch und Fleisch ernähren, dabei deutlich weniger Cholesterin im Blut haben als wir und Herzkrankheiten gar nicht kennen."