diese scheibe wurde im mai 1979 live im village vanguard, NYC, eingespielt.
jarrett und garbarek präsentieren sich in einer selbst für diese kaliber seltenen hochform, palle danielsson am bass und jon christensen geben eine extrem kreative rhytmusabteilung ab.
es handelt sich um gerüstartige kompositionen, die lediglich den rahmen für ausufernde, kreative und so richtig schöne improvisationen bilden. besonders das dreißigminütige "oasis" ist ein paradebeispiel dafür, wir unterhaltsam improvisierter instrumentaljazz sein kann - einmal reingekippt läßt das ding die zeit wie im flug vergehen.
obwohl von ECM darf man hier nicht nur schönklang erwarten. das album hat durchaus ecken und kanten und zeigt, dass das quartett durchaus auch mal rauere töne anschlagen kann. es gibt auch freejazz-ausflüge, das soll nun aber niemanden erschrecken, lästig oder furchterregend klingt das nie.
aus meiner sicht ein meilenstein in jarrett's musikalischer entwicklung und wesentlich interessanter und spannender als zb das neue solowerk "rio" (auch wenn das natürlich nicht unmittelbar vergleichbar ist).
die live-athmosphäre knistert, ja da lag zeitweise hochspannung in der luft und somit ziehe ich einen virtuellen hut vor dem unbekannten toningenieur, der in der lage war, das konzert derart gänsehauterzeugend einzufangen.
ich bin glücklicher besitzer des doppelvinyls, der klang ist fantastisch, das artwork wertig und geschmackvoll. bei ECM kann man davon ausgehen, dass es bei der CD nicht anders ist.