Der melancholisch-romantisch mit „Novembertag im Frühling" betitelte Roman ist eine äußerst spannende Lektüre, ohne jegliche Gefühlsduselei. Man liest das Buch an einem Stück, ohne es zwischendurch weglegen zu wollen.
Die Handlung findet statt sowohl in Studentenkreisen im heutigen Heidelberg als auch im höfischen Leben des 17. Jahrhunderts auf dem Heidelberger Schloß:
Das Leben der Protagonistin Anna, eine Biologie-Studentin in Heidelberg, bewegt sich zwischen Hörsaal, Cafés und unruhigen Gedanken an die Zukunft - bis die Vergangenheit sie einholt. Der sehr viel ältere Marten, zu dem sie eine frühere Beziehung verbindet, erscheint ihr nachts in einem Traum. Anna hatte versucht, ihn und ihre von Abhängigkeiten und Zwängen geprägte Beziehung zu verdrängen. Doch ist es überhaupt ein Traum? Anna ist verwirrt und sucht Geborgenheit bei dem Physikstudenten Johannes - und gerät in das totale Chaos: Sie wird mitten in die Vergangenheit katapultiert, an den Hof Friedrichs V. auf dem Heidelberger Schloß. Abermals trifft sie auf Marten, der als Astronom und enger Berater des Kurfürsten düstere Machenschaften zu betreiben scheint. Anna versucht gegen ihre alte Abhängigkeit zunächst erfolgreich anzukämpfen und findet dabei Unterstützung in Johannes. Doch gerade dieser scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten...
Der Spannungsbogen hält sich bis ganz zum Schluß, - bis zum Ende bleibt unklar, wie die Geschichte ausgeht.
Besonders gelungen sind der Autorin die Passagen, in denen sie das höfische Leben schildert, es nicht nur beschreibt, sondern mit Leben erfüllt!