Knapp zwei Monate habe ich mein Cocktail Audio X10 jetzt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Um es kurz zu machen: die Begeisterung, die ich an der einen oder anderen Stelle lese, kann ich nicht so ganz nachvollziehen, dafür gibt es zu viele Punkte, die überarbeitenswert oder verbesserungswürdig wären:
++ Was mich wirklich nervt ++
Wer, wie ich, eine eigene Ordnerstruktur liebt, um seine mehre tausend Alben umfassende Sammlung zu organisieren, der stößt bei X10 recht schnell auf ein Problem. Man kann die Dateien zwar theoretisch 1:1 auf die interne Festplatte des Geräts übertragen, allerdings lassen sich die Dateien dann nur mit Verzögerung durchsuchen, nicht sortieren nicht bearbeiten. Wer die Funktionen der Musikdatenbank nutzen will, muss alle Dateien zunächst in Datenbank einlesen. Und das geht tatsächlich nur durch Umkopie. (Also nicht wie etwa bei iTunes durch Referenzieren/Indizieren der Dateien). Ein Vorgang, der je nach Umfang der Sammlung viele Stunden in Anspruch nimmt und bei dem aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund das eine oder andere Stück verloren ging oder an einer Stelle einsortiert wurde, an der ich es nicht finde.
Das Gerät kennt leider keine gapless-Wiedergabe. Wer ein eigentlich durchlaufendes Album wie zum Beispiel Pink Floyds "The Wall" unterbrechungsfrei genießen will, muss entweder mit abrupten Pausen zwischen den Titeln leben oder die Stücke mit einem Audio-Editor nahtlos "an einander kleben". Dabei sollte gapless für ein aktuelles Media-Wiedergabegerät eigentlich kein Problem mehr darstellen. Wie gesagt, eigentlich
Solange es noch keine Möglichkeit gibt, die Datenbank des Geräts via Web-Browser zu bearbeiten und zu verwalten wird das Bearbeiten von Infos zur echten Geduldsprobe. Alle Zeichen werden an der Fernbedienung über eine Zehner-Tastatur eingeben. Wer gerne simst, mag daran seine Freude habe, ich persönlich teile diese Freude nicht.
'Die interne Festplatte kennt leider keinen Ruhezustand. Die Platte dreht ihre Runden sobald das Gerät an ist, also auch dann, wenn man gar nicht auf sie zugreift, zum Beispiel wenn man zum Beispiel Internetradio hört. Da die Platte am Boden des kleinen Geräts sitzt und nur von etwas dünnem Plastik umgeben ist, ist das Laufgeräusch deutlich hörbar. (Ich habe deshalb inzwischen die ab Werk verbaute 3,5-Zoll-Festplatte durch eine langsamer drehende 2,5-Zoll-Festplatte ersetzt und den Laufgeräuschpegel damit deutlich abgesenkt.)
++ Was mich "nur" stört ++
Das Display ist wahrlich keine Augenweide und lässt sich leider nicht abschalten. Es lässt sich zwar etwas dimmen, ich persönlich empfinde es nachts aber als zu hell und würde es gern ganz ausschalten können. Mein Akai-Tapedeck (die Älteren können sich an diese Tonträger-Art erinnern:-) konnte das schon vor 20 Jahren '
Die Kopfhörerbuchse hätte ich mir an der Gerätevorderseite gewünscht und nicht an dessen Rückseite. Ich mag nicht das Gerät aus dem Regal nehmen müssen nur um einen Kopfhörer anzuschließen. Auch dürfte gerne eine der beiden USB-Buchsen an der Vorderseite sein, um schnell mal neue Alben via USB-Stick zu übertragen.
Das Gehäuse dürfte gerne etwas wertiger sein.
++ Nichts sagen kann ich über ++
Die Qualität und Geschwindigkeit mit der sich CDs rippen lassen. Ich mache das lieber und vermutlich auch schneller am Rechner.
Die Qualität des eingebauten Verstärkers, da ich mit dem Gerät Aktivlautsprecher ansteuere.
++ Etwas sagen kann ich über ++
Den Support: Der hat meine E-Mail-Anfrage schnell, umfassend und freundlich beantwortet. Danke dafür.
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Nachtrag vom 26.02.2012:
Mit dem aktuellen Firmware-Update wurde einiges verbessert, was ich zuletzt noch bemängelt hatte:
1. Zu meiner Freude kann das Gerät nun Stücke lückenlos wiedergeben.
2. Man kann auf die Datenbank des X10 jetzt über einen Web-Browser zugreifen. So lässt sich der X10 jetzt deutlich bequemer verwalten. Man kann umbenennen, zusammenfügen, Cover ergänzen, Playlists erstellen, etc. Ein echter Schritt in Sachen Komfort. (Warum das Gerät die Hälfte meiner Album-Cover aktuell nicht erkennt bzw. anzeigt finde ich hoffentlich noch raus.)
Von mir gibt's Stand heute: 4 Sterne. Tendenz steigend.