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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Harrison ist nicht Perry Rhodan, 20. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Nova: Roman (Taschenbuch)
Man muß mir meine, zugegeben, provokative Überschrift verzeihen, aber die Werke von Harrison sind definitv keine 0815 Science Fiction Geschichten. Sie sind, in vieler Hinsicht, krank und voll von, gelinde gesagt, ekelhaften Szenen, wobei das bei Nova nicht ganz so exzessiv ist wie in "Licht". "Nova" ist für mich zudem fast kein Science Fiction Buch mehr. Es kommen meist nur einschlägige Versatzstücke aus der Science Fiction Literatur vor die in eine etwas surreales Seting eingestreut sind. Ich schätze Harrison sehr, das seinen Stil nicht jeder mag ist verständlich. Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten daher bitte vorweg einige Tipps. 1.) Vor "Licht" und "Nova" würde ich "Die Centauri-Maschine" lesen. Das Buch ist älter aber in Heyne neu erschienen. Ganz ehrlich halte ich es nicht gerade für ein Hightlight aber es gibt einen guten Einblick in den Stil von Harrison 2.) Bevor man sich "Nova" zu gemüte führt sollte man "Licht" gelesen haben, da man sonst in einer kranken Welt landet die von seltsamen Gestalten und Begebenheiten nur so wimmelt 3.) Bitte vergesst die Klappentexte. Man sollte sich über einen Autoren erkundigen und nicht das Werbewischiwaschi auf der Rückseite beachten.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Übersetzungsproblem, 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Nova: Roman (Taschenbuch)
Ich kann nur jedem raten das Buch, wie schon "Licht" auf Englisch zu lesen.... Harrison begeistert mich nicht durch die Handlung sondern durch die fast einzigartige Weise Szenen zu beschreiben.... Die Handlung ist mehr ein Nebenprodukt. Leider gibt es dafür in Deutschland keinen Markt. SciFi und Literatur sind in Deutschland leider Gegensätze - das Genre wird nicht ernstgenommen und daher mit unwürdigen Übersetzungen bedacht. Ich studiere Literaturwissenschaft und kann mit Überzeugung sagen dass Harrison besser schreibt als fast alles was ich an der Uni bisher lesen und für gut befinden musste. Gleichzeitig muss ich aber jedem von seinen Büchern abraten, die eines seiner Bücher wegen der "Story" kaufen... Wer spannende SciFi sucht sollte eher sowas wie die Honor Harrington Reihe lesen... (auch zehn mal besser im Original) Solange in unserem Land SciFi als "Ramsch" betrachtet wird, und nur politische Pamphlete oder pseudointelligenter Mist (Grass und Konsorten) als Literatur gelten dürfen, wird jeder noch so grossartig geschriebener SciFi Roman schon in der Übersetzung ruiniert, mit einem idiotischen Bildchen auf dem Umschlag gemeuchelt und die Leiche geschändet in dem man das Buch dann im Geschäft neben StarWars und StarTrek Schund einreiht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Leser auf der Suche, 2. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Nova: Roman (Taschenbuch)
Um es vorwegzunehmen: der Vorgängerband "Licht", an den das vorliegende "Nova" anschließt hat mich - man kann es nachlesen - als weitsichtiges und wissendes SF Werk und herausragendes Sprachexperiment nachhaltig beeindruckt. Insofern zwei Warnungen: ich ging mit stark positiver Erwartungshaltung in diesen Roman, und: ich glaube nicht, dass man ihn ohne Kenntnis von "Licht" lesen sollte. Es setzt sich nämlich die bizarre Fremdartigkeit von Harrisons Zukunftsentwurf hier nahtlos fort. Weil die erzählte Geschichte aber für sich schon gewöhnungsbedürftig unrund ist kann ich mir vorstellen, dass man als Neuling von der Phantastik der Welt selbst überrollt wird. Harrison gilt allgemein als hervorragender Prosaist, ist aber bestimmt nicht jedermanns Fall, auch das sei gesagt. Abseits von Warnhinweisen präsentiert sich hier eine hintergründige Erzählung, die leichtfüßig zwischen Noir und SF umhertänzelt. Die Ereignis-Aureole, eine Zone unerklärlicher, außerirdischer Fremdartigkeit fordert den Reiseführer Vic und seinen Konterpart, den Polizisten Lens Aschemann, zum Tanz um Erkenntnis und Selbstfindung. Das Fremde, Unermessliche messen und objektiv erfassen zu wollen, das stellt Harrison den Protagonisten in Aussicht - um sie letztlich doch scheitern zu lassen. Dabei bieten die realitätsverzerrenden Eigenschaften der Aureole dem Autor eine natürliche Plattform zum Ausspielen seiner sprachlichen Stärken. Selbsterkenntnis im Angesicht des Unerkennbaren - ein Konzept, das in Lems "Solaris" etwas solider und lockerer dargestellt wird. Oft nämlich scheint sich Harrison in seiner eigenen Welt, in den labyrinthischen Seelen seiner Charaktere zu verlieren. Dem Leser wird einiges abverlangt, mehr noch als in "Licht". Das ist nicht der einzige Grund, warum dieser Roman für mich nicht ganz so gut funktioniert wie sein Vorgänger. Während "Licht" noch mit einer wohl teils verworrenen, aber sich stets vorwärts gehenden Handlung aufwarten kann schleppt sich "Nova" durch Passagen der Charakterstudie. Das reine Wunder der bizarren Entwürfe vermag nicht mehr so zu überraschen und begeistern, und letztlich scheint der Abschluss des Buchs mir schwierig bis zum Punkt der Rätselhaftigkeit: Was will der Autor uns sagen? Die englische Fachkritik weiß hier mehr zu entdecken als ich. Aber vielleicht - und das bleibt mein Fazit - soll dieser Roman in seiner Weigerung, vom Leser logisch erfasst zu werden, einfach sein Thema bis in die letzte Konsequenz umsetzen.
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