Frank Krause merkt es selbst: Er fühlt sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Körperlich nicht und seelisch auch nicht. Sein Job als Manager in der Industrie bringt ihm zwar viel Lohn und Anerkennung, aber "ich konnte diese Vorteile einfach nicht mehr emotional genießen", schreibt Krause. Und als ihn dann noch Herzinfarktängste plagen, holt er sich tatsächlich medizinsche Hilfe. Und entdeckt: Er ist ausgebrannt. Das Wort Burnout fällt.
Das Gefühl, dass die Arbeit die ganze Lebenskraft auffrisst, erleben ja heute viele Menschen - und auch viele Manager. Viele leben damit. Aber Krause zieht Konsequenzen - und steigt aus seinem Job aus. Fährt für einige Monate nach Australien. Erlebt sich selbst endlich als Mensch - und nicht mehr nur als Arbeitsmaschine. Erlebt aber auch, wie schwer es ihm fällt, nicht "wichtig" zu sein, wie sehr er eine Partnerschaft vermisst. Und er merkt, dass die gleichen Probleme, die ihn in Deutschland in die Arbeitswut trieben, überall auftreten können. Seine Erkenntnis: Es liegt zu einem großen Teil an ihm selbst, ob ihn der nächste Job wieder ausbrennen wird oder nicht. Die Reise ans andere Ende der Welt führt ihn mehr zu sich selbst. In Deutschland gelingt ihm der Wiedereinstieg.
Das Buch ist meiner Ansicht nach für viele Menschen in Manager-Berufen interessant. Nicht nur für solche, die sich eine Auszeit nehmen möchten, sondern gerade für Menschen, die verhindern möchten, dass sie soweit in die psychische Erschöpfung rutschen, dass ein "Notstopp" der einzige Ausweg scheint. Denn man kann an Frank Krauses Weg und Erfahrungen auch sehr gut herauslesen, was man als leistungsorientierter Mensch tun kann, damit einen die Lust an Arbeit und Erfolg eben nicht in die Arbeitssucht und ins Burnout reißt.