War das wirklich ein Kinofilm? Sieht eher aus wie ein besserer Fernsehfilm! Ein Aufstiegsstory zwischen Rocky und Der Pate, uramerikanisch, inspirierend und spannender als der 50 Cent oder gar der Bushido Film.
Erstaunlich viele gute Lieder fielen mir durch diesen Film ein, die ich schon fast vergessen hat. Sean Combs/Puffy/Diddy fand ich zwar immer völlig belanglos, aber er ist ja auch eher eine Nebenfigur in diesem Film. Im Vordergrund steht der übergewichtige New Yorker Ex-Dealer Biggie Smalls/Notorious B.I.G (Jamal Gravy) und sein Konkurrent aus Kalifornien Tupac Shakur (Anthony Mackie), mit dem er erst befreundet und später (unfreiwillig) verfeindet ist. Lil' Kim die selbstbewußte, sexy Geliebte von Biggie und die solide und resolute Gattin Smalls Faith Evans (Antonique Smith) lehren ihn, daß es im Leben nicht nur um Geld und Ruhm geht und das auch Frauen im HipHop und Soul Großes vollbringen können. Trotz der tragischen Geschichte überwiegt der amerikanische Optimismus, daß es jeder zu etwas im Leben bringen kann, seine Träume verwirklichen und glücklich werden kann, wenn er Talent hat und sich mächtig reinkniet. Und Glück hat. Und Freunde. Und so. Den Umweg über die Kleinkriminalität zu nehmen ist natürlich das totale Gangster-Rap Klischee und hat mir an diesem Film ebenso wenig gefallen wie der furchtbare Puffy (schönstes Zitat aus dem Film: welcher erwachsene Mann nennt sich Puffy? ;-)), aber bei Biggie Small war es eben so. Gerächt hat sich die fehlende Bildung und der sorglose Umgang mit Waffen dann auf bittere Weise. Also Kids: auch mal an den Beastie Boys orientieren, die sind wirklich klug und machen sich über sich selbst lustig. Der 2Pac-Darsteller bringt es gut auf den Punkt: warum wollen die Kids Autogramme von Gangster-Rappern, wenn doch die eigentlichen Vorbilder der Afro-Amerikaner eher Martin Luther King und Malcolm X sein sollten?
Unterhaltsamer Film. Fast so gut wie Eminems 8 Mile.