Er ist nach wie vor mein Favorit, wenn ich 'n Kick im Schreib- oder Lese- oder
Unruhe-kopf suche... Sein Hauptwerk "Die Notizen oder Von der unvoreiligen
Versöhnung"
liegt bei mir immer im Nachtkästchen - für den Fall kopfmäßiger Leere.
Hohl hat als Form für seine Arbeit eine genre-überschreitende Mischung
gewählt:
Aphorismus, Traktat, Kurzprosa, Gedicht, Zitat - Alles fügt sich zu einem
offenen Schreibsystem mit dennoch inhaltlich und formal aufeinander
abgestimmeten Texten in verschiedenen Abschnitten ("Vom Arbeiten", "Vom
Unerreichbaren und Erreichbaren", "Vom Schreiben", "Vom Tod" etc.).
Seine Sprache ist so genau, daß sie wie gemeißelt wirkt und doch lebt dieses
organisch gewachsene und durchdachte Gebilde von einer erfrischenden
Subjektivität.
Er wollte nie als Aphoristiker bezeichnet werden, als zu komplex sah er seine Schreibe an, - und
dennoch: Man kann auch Einzelnes von ihm herausgreifen und sich eben diesen Kick damit "hohlen",
von Lichtenberg, Proust, Goethe und Anderen freundlich mitgegrüßt.
Lassen wir ihn selbst ein paar Sätze aus seinen "Notizen" dazu sagen:
"Einer von den großen Unglücksfällen ist, daß die Menschen nicht Reden wollen.
Nur Schwatzen oder Schweigen."
"Und Schweigen, sagen sie, sei Gold. Wie gewaltig muß das Minus ihres Redens sein, daß ihm
gegenüber schon das Nichts gleich Gold zu setzen ist."
"Die ganze Kunst des Schreibens besteht darin, daß man kein Wort verwendet ohne volle
Verantwortung."