Viktor Klemperer, jüdischer und deutscher Philologe und Alltagsbeobachter, hat dieses Buch 1946 veröffentlicht, zu einer Zeit, als seine Erinnerungen an die hinter ihm liegende Zeit noch sehr frisch waren. Die Zeit Hitlerdeutschlands hat er genutzt, um seine Wissenschaft um die spezifische Deutung der "Lingua Tertii Imperii", der "Sprache des dritten Reiches", zu bereichern. Er hat in brillanter und auch dem philologischen Laien verständlicher Art und Weise die Nutzung der Schriftsprache und Rhetorik im Dritten Reich aufgezeichnet und gedeutet in all ihrer Perversität und Hintergründigkeit. Als Jude nur durch die Ehe mit einer "arischen" Ehefrau dem Holocaust entronnen, hat er sich oft unter Lebensgefahr Material für diese Arbeit beschafft, denn für Juden war es offiziell weder erlaubt, Bücher aus Bibliotheken auszuleihen, noch z.B. Reden Adolf Hitlers zu hören. Trotzdem hat er das getan und ist so in der Lage, eindrücklich das Durchsetzen der nazistischen Floskeln und Gedanken in allen Volksschichten, intellektuellen wie Arbeiterkreisen, zu beschreiben. Für mich ein faszinierendes Buch, nicht zuletzt ein bewegendes und nachdenklich machendes Zeitdokument. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)