Wer David Guetta Fasn ist, der sollte sich mittlerweile überlegen, ob er das nächste Album direkt kauft, oder ob er noch einmal wartet, bis eine zweite Version und letztlich die ultimative Sammlung mit allen Versionen erscheint, oder ob er sich alles holt und mehrere Tracks somit gleich mehrfach erkaufen darf. Wer die Tracks nur einmal braucht, sollte warten, bis letztlich alle Tracks auf einem Album sind - so wie hier mit der ultimativen Collection.
Aber egal, an sich muss man ja zugeben, dass David Guetta extremen Erfolg hat. Für viele Menschen ist es dabei nicht wirklich unumstritten - viele kritisieren seine schon genannten vielen Versionen, andere feiern ihn und sehen in ihm den Dr. Dre der Disco-Szene und andere sehen ihn als Mainstream-Act Nr. 1 der Electronic-Szene. Wie auch immer man es sehen will, Fakt ist, dass David Guetta Erfolg hat. Ob es berechtigt ist? Auf jeden Fall. Ob es jedem gefallen muss? Definitiv nicht. Ob man meckern muss, dass er sich im Vergleich seiner ersten Alben massentauglich wurde? Garantiert unnötig. Geschmäcker sind verschieden, und das zeigt auch Herr Guetta. Wie man auch meckern will, man muss mal eines bedenken: Wer sich die Features anschaut und Namen wie Flo Rida, Lil Wayne, Ludacris oder Akon und noch mehr sieht, der wird sehen, dass David Guetta durchaus sagen kann, dass er mit vielen erfolgreichen Acts zusammenarbeiten darf. Und das Album zeigt es wieder, und das nicht nur durch den Erfolg. Auf diesem Album bekommt man auf 2 CDs durchaus ordentliches Material geboten, nur wenige komplette Ausfälle und auch eine Hand voll guter Tracks.
Im Vorraus möchte ich noch anmerken, dass ich meinen Fokus nur auf das Vocal-Album lege und auch nur dieses bewerten möchte, da ich solche Tracks für die Disco nicht wirklich mag und ich das Album nicht runterziehen will, darum am Ende kurz was zur zweiten CD.
Die Beats sind nahezu alle ordentlich produziert, und wer ordentliche Kopfhörer bzw. Boxen hat, der wird durchaus merken, dass David Guetta und seine Mitproduzenten
durchaus Wert auf einen ordentlichen und sauberen Klang legen. Man kann durchaus bei nahezu allen Tracks sagen, dass sie nicht in 10 Minuten zusammengeschustert wurden, sondern mit Liebe zum Detail punkten können. Großes Highlight ist für mich der "Sweat" Beat, der durchaus punkten kann, sowie das Instrumental von "Night of Your Life". Was ich leider überhaupt nicht anhören kann ist "I Just Wanna F." und "Repeat". Der Rest ist ordentlich, kann bei Tracks wie "Play Hard" dabei sogar fast ins sehr gut übergehen. Unverständlich ist für mich jedoch, wie ein Track wie "Wild Ones" so verstümmelt werden konnte, der zwar noch immer gut, aber nicht mehr sehr gut ist. An sich kann man in der Disco aber zu jedem sicher gut abgehen, was man aber sagen muss, ist ganz einfach, dass man eigentlich jeden Track laut hören muss, um die volle Breite der Beats mitzubekommen - was man nicht unbedingt in der Bahn machen sollte.
Von den Features bin ich durchaus überrascht. Sehr überrascht bin ich dabei von Sia, die ich vorher leider nicht auf dem Schirm hatte, die aber mit ihren Parts zeigt, dass sie mehr Talent hat, als 90% der anderen Leute ihres Genres. Eine wunderbare Stimme, viel Gefühl und eine sehr schöne Harmonie mit den Beats. Diese Dame hat es einfach drauf, und wirklich positiv gestimmt war ich, als ich ihren Auftritt mit Flo Rida beim Wrestling Event "Tribute to the Troops" sehen durfte - ich bin einfach nur hin und weg, und ich hoffe, dass sie ihren verdienten Erfolg bekommt.
Auch überrascht bin ich, und das meine ich ernst, von Nicki Minaj, die ganz sicher nicht zu meinen Favoriten gehört, aber die trotz Auto-Tune einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte.
Usher konnte mich weder großartig überzeugen, doch enttäuscht hat er mich auch nicht. Ich bin kein großer Fan von ihm, aber dass er Talent hat, dass kann man ihm nicht absprechen. Gesanglich hat er eine ordentliche Stimme, doch leider ist seine instrumentale Auswahl nicht immer die beste, was mich nie überzeugen konnte, etwas von ihm zu feiern. "Without You" ist darum auch eher nur ordentlich, obwohl der Beat durchaus passend für Usher ist.
Enttäuscht bin ich von Chris Brown, der eigentlich eine ordentliche Stimme hat, mich aber hier nicht überzeugen kann. Anders als Lil Wayne, der durchaus passend gewählt wurde und durch den Beat überzeugend in Szene gesetzt wurde. Die Kombination Chris Brown und Lil Wayne reizt mich insgesamt jedoch nicht wirklich, hat trotzdem aber etwas bestimmtes zu bieten.
Sehr angetan bin ich hingegen von Akon. Dass er sehr von David Guetta profitieren konnte und es umgedreht auch der Fall ist, haben die beiden durchaus eine gemeinsame ordentliche Beziehung aufzubieten, was auch auf dem Album wieder deutlich wird. Insgesamt ordentlich, wobei er auf "Play Hard" mit Ne-Yo wunderbar überzeugen kann. Selbst Ne-Yo, der nicht mein Fall ist, hat hier etwas durchaus angenehmes abgeliefert, was den Track zu einem meiner Favoriten macht.
Ganz und gar nicht überzeugen kann mich jedoch Taped Rai - seine Stimme mag ich nicht, und die Kombination aus dem Artist und dem ausgewählten Beat kann mich auch nicht reizen.
Sehr gut hingegen gefällt mir Ludacris, der leider zu wenig abliefern darf und sich leider auch Taio Cruz unterwürfig zeigen muss. An sich ist auch der letztgenannte ordentlich, doch Ludacris hätte ich mir durchaus mehr vertreten gewünscht. Das selbe besteht bei Flo Rida, den ich zwar auch erst mit seinem Album "Wild Ones" durch seine gute Laune Musik gerne höre, der aber hier mit Nicki Minaj eine durchaus solide, wenn auch nicht perfekte Leistung abliefern kann.
Doch der eigentliche Grund, weshalb ich mir das Album holen wollte, war das Feature mit Snoop Dogg, dass mich von der ersten Sekunde an komplett überzeugen konnte. Geiler Beat, Snoop komplett passend abgemischt - bester Track!
Will.i.am, Jessie J, Timbaland und Devi sind an sich insgesamt gesehen alle eine Enttäuschung, können nicht überzeugen und klingen im Gegensatz zu anderem Material schäbig - und dabei habe ich von jedem, außer Devi, mindestens ein Album und werde dadurch leider negativ beeinflusst - zum Glück ist das aber nur eine schlechte Auswahl für's Album gewesen, und zum Glück können alle bessere Werke abliefern.
Das solls aber erstmal zur ersten CD gewesen sein, denn kurz möchte ich noch was zur zweiten CD sagen. Wie schon erwähnt, so Disco-Musik pur ist nicht meine Welt. Die Beats sind leider auch nichts, was mich überzeugen kann. Geht besser, geht auch schlechter, kann man mal hören, aber nicht mehrmals. Leider nicht mein Ding, aber egal.
Summa sumarum sag ich jedoch, dass jeder, der auf Dance-taugliche Mucke steht, durchaus zugreifen kann und mit David Guetta nichts falsch macht. Wer nicht so drauf steht, wird zwar dennoch Klassiker finden, aber insgesamt sicher Probleme haben.
3 Sterne kann ich geben, für 4 fehlt leider ein wenig mehr an ordentlichem Material.