Ursprünglich geschrieben für den Arzt im ärztlichen Bereitschaftsdienst ist das Buch ist ein echtes Notfallbuch auch für den Dienstarzt in der Klinik. Umfassend. Praxisnahe Untersuchungshinweise, gut umsetzbare Therapieempfehlungen.
Der junge Kollege, der die ältere Rezension verfasst hat, hat recht (und wird jetzt -geschrieben wurde die Rezension ja 2006 - auch anders denken): einen Migräneanfall sieht man in jeder Klinik regelmäßig. Insofern ist hierfür eine praktikable Pharmakotherapie angegeben, die jeder, egal ob er in einer unfallchirurgischen, urologischen oder internistischen Klinik arbeitet, unkompliziert umsetzen kann. Eine Cholezystitis gehört demgegenüber wohl eher in die Hand des Fachmanns, insofern begnügt sich das Buch mit allgemeinen Hinweisen zur Therapie; der Dienstarzt in der Inneren weiß hoffentlich was er dann zu tun hat, der Dienstarzt in der Gyn weiß dann hoffentlich, dass er einen Konsiliararzt hinzuziehen sollte.
Gerade hierin liegt die Stärke des Buchs, in seinen konkreten Hilfen zum Management (wann der Facharzt hinzuzuziehen ist, wann eine Überweisung ausreichend ist, wann die Klinikeinweisung erfolgen muss etc.). Dadurch erspart man sich in einfachen Fällen das Anordnen einer konsiliarischer Untersuchung, verfällt aber in eher kritischen Fällen auch nicht auf die Idee, alles alleine machen zu wollen.
Ich hatte bisher gute Verwendung als Dienstarzt in der Inneren, als Dienstarzt in einer kardiologischen Abteilung mit benachbarter Othopädie, die ebenfalls versorgt werden musste, in der Psychosomatik und in der Psychiatrie. Besonders stark war das Buch auch gerade dann, wenn es sich nicht um Fälle aus dem unmittelbaren Arbeitsgebiet handelte.
Wer "Internistische Notfälle" aus dem Thieme-Verlag mochte, wird dieses Buch lieben.