Adorno hat sich neben seinen dominierenden philosophischen und kulturkritischen Werken immer auch mit den Künsten beschäftigt. In dieser recht bunten Textsammlung finden sich alle größeren und kleineren Beiträge Adornos zum Thema Literatur. Es handelt sich also nicht etwa um eine geschlossene umfangreiche Literaturtheorie. Bei vielen Beiträgen sollte man die Umstände ihres Entstehens mitbedenken. Es finden sich Rundfunkbeiträge ebenso wie Features, Essays und längere wie kürzere Aufsätze. Obwohl man immer wieder deutliche Zeitbezüge erkennen kann, bleiben viele Texte von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der behandelten Autoren. Über Eichendorffs Lyrik habe ich beispielsweise nirgendwo sonst ein so tief gehendes Verständnis finden können wie bei Adorno. Die Beiträge über viele Autoren der Moderne wie etwa Beckett oder Proust gehören zur Standardlektüre, wenn man sich mit diesen Schriftstellern beschäftigt.
Wer sich mit Literatur beschäftigt, sollte die Noten zur Literatur kennen, auch wenn er nicht in allen Punkten mit Adorno übereinstimmen wird.