Christina Aguilera's erste Single beginnt mit einem pumpenden Bass, röhrenden Synthesizer Sounds unterstützt von afrikanischen Trommeln, die der ganzen Nummer eine Art hypnotisierenden "Groove" verleihen. Es geht ums Loslassen, den Alltag vergessen, und sich berauschen zu lassen von der platin-blonden Künstlerin, die uns auf eine kurze Reise der ekstatischen Sehnsüchte mit nimmt. Seinen Höhepunkt hat der Track in der Bridge, wo Christina Ihre Stimme erhebt, bis zum Gänsehaut-faktor. Der Track wurde geschrieben von Ester Dean und perfekt produziert von Polow da Don. Christina's Stimme steht im Vordergrund, ihr Markenzeichen, allerdings bekommt man nie den Eindruck, das Ihre Stimme zu dominant wird. Wie das meinem Gehör nach zu urteilen, hier und da auf Ihren Vorgänger-Cd's der Fall war. Ihre Herausragende Stimme bildet eine Symbiose mit der Musik, es wirkt alles sehr harmonisch.
Dieser Sound ist neu für Aguilera früher wurde mehrheitlich Ihre Stimme herausgearbeitet, die Musik kam an zweiter Stelle. Dieser Track ist wirklich für die Clubs geeignet, was mir sehr gefällt, es zeigt eine neue Facette von Ihr. Der Rhythmus geht sofort ins Blut. Andere Hits wie "Dirrty" und "Can't hold us down" waren eher einen Tick zu langsam, um in der Club Szene wirklich Anerkennung zu finden.
Sicher wie das Amen in der Kirche ist, das dieser Song nicht der beste auf dem lange erwarteten Album "Bionic" ist. So wie es sein sollte, denn Single-auskopplungen sind ja nie die besten Stücke auf einem Album, sondern nur ein Teaser. Als Lead-Single ist es eine sehr Gute Wahl gewesen, der eingängige "Hook", der "kontroverse" Song-Text und das dazugehörige Video haben genug Aufregung und PR aufgewirbelt. Genau das ist die Aufgabe einer Lead-Single, auf das bevorstehende Album aufmerksam zu machen.
Zu einigen anderen Rezensionen kann ich nur sagen, dies sollte eigentlich ein Review für die Single "Not Myself Tonight" sein und nicht ein Resümee Ihrer Karriere, Ihres Images oder aktuellem Look. Doch wenn man argumentiert, sollte man auch vorher recherchieren.
Natürlich erfindet Aguilera das Rad nicht neu, das tut niemand in diesem Geschäft. Trends, gerade in der Mode und Musik-Industrie werden immer wieder recycled und neu interpretiert. Wichtig ist, dass der Künstler authentisch dabei wirkt. Wenn man Aguileras Karriere wirklich verfolgt hat, weiß man das sie diesen 'Leder- peitschen- latex- look' auch während ihrer "Back to Basics Tour"-Phase reichlich zelebriert hat. Es gibt sehr viel Photo- und Videomaterial, wo sie sich freizügig zeigt und extrovertiert, denn das war sie von Anbeginn Ihrer Karriere. Den Lolita-Sex hat sie nie verkörpert. Wenn man es nicht mag, gibt es sicher genügend andere Möglichkeiten auf seine Kosten zu kommen. Aber wie sagt man so schön: "there is nothing like bad press"
FAZIT: Wer bei sehr gut produziertem Dance-Pop auf die herausragendste Stimme in der Musik-Industrie nicht verzichten möchte, wird sich an diesem Song erfreuen können. Haters stay mad - cause it Keeps getting better ~BI-ON-IC~ 2010 *Legendtina*