Ich höre sehr gerne Musik der Renaissance, insbesondere von John Dowland. Vielleicht bin ich deshalb auch ein wenig voreingenommen, denn meine Lieblingssängerin - wenn es denn schon eine weibliche Stimme sein muss; ich ziehe persönlich männliche Stimme der Lagen Altus oder Countertenor als der Zeit angemessener vor - ist und bleibt Emma Kirkby. Mit Anthoney Rooley hat sie sehr schöne Aufnahmen eingespielt, die für mich immer noch das Mass der Dinge sind.
Miss Sampson ist keine Liedsängerin. Ihre Biographie weist sie als wohl erfolgreiche Opernsängerin und Solistin bei verschiedenen Chorwerken aus. Gleichwohl singt sie auf dieser Aufnahme mit einem sehr extremen Vibrato, das meines Erachtens der Musik völlig unangemessen ist. Zweiter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass das Publikum meint, nach jedem zweiten oder dritten Lied bzw. Instrumentalstück, Beifall spenden zu müssen. Das stört die Intimität der Stücke. Ich kann mich gut an ein Konzert mit Hille Perl erinnern, in der sie sich von Beginn an solche Unterbrechungen verbat.
Zuletzt: die Aufnahmequalität ist recht bescheiden, selbst für einen Live-Mitschnitt. Die Aufnahme wirkt flach, ohne Tiefe und räumliche Information.