"Von der Kamerafrau zum Gangster-Flittchen und von der charmanten Gaunerkomödie zum bitterbösen Tarantino-Thrill: „Not For, Not Against" von Regisseur Cédric Klapisch ["L'Auberge Espagnole"]
An ihrem Anfang steht die vereinsamte Kamerafrau Caty (Marie Gillain), die als kleines Licht in einem anonymen Hochhaus-Komplex ein tristes Dasein fristet. Bis sich das hübsche Mädchen nach einem Interview von einem Callgirl zu einem Treffen mit Jean überreden lässt. Der will den nächsten Coup seiner Truppe um Lecarpe, Loulou und Mouss auf Video festgehalten haben und überzeugt die junge Caty mit Geld und der Aussicht auf den Nervenkitzel, den Überfall zu filmen. Zwar laufen die brutalen „Filmaufnahmen" etwas anders als erwartet, aber Caty erweist sich als äußerst schlagfertig und gewinnt so das Vertrauen der Kleinganoven. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen sexueller Spannung (Marie und Jean), Zusammengehörigkeitsgefühl und dem gelegentlichen Bad in Luxus. Denn die Überfälle der jungen Truppe werfen zwar echt viel ab, das Quintett weiß das Geld aber ebenso schnell wieder unter Nutten und in Luxushotels zu bringen. Als Jean eine momentane finanzielle Flaute mit einem lebensgefährlichen Millionencoup beenden will, ziehen Caty und Co. aber die Köpfe ein. Während sie sich mit Juwelenraub über Wasser hält, gibt Mouss im Stripclub den Choreografen und Lecarpe widmet sich wieder seiner Dönerbude. Der Ruf des Geldes aber lässt die fünf wieder zusammenrücken. Unter vollem Körpereinsatz und mit Geiseln in der Hinterhand soll Jeans gefährliche Unternehmung doch noch zu Ende gebracht werden. Während Caty als Prostituierte den Bankchef und die Alarmanlage ausschalten soll, sprengen sich ihre Jungs in einen millionenschweren Tresor. Und von da an läuft es anders und vor allem blutiger, als von den meisten der Kleinganoven geplant.
So dramatisch sich das Geschehen im Verlauf von „Not For, Not Against" auch entwickelt, nie verliert Klapisch die für das französische Kino so typische Leichtigkeit aus seinen Augen. Was nicht nur am pianogetragenen musikalischen Hauptmotiv liegt, sondern vor allem auch an der Anlage der Charaktere, die so schnell ins Herz geschlossen sind, dass ihr Abkommen vom rechten Weg, so bitter komisch es auch sein mag, wirklich erschüttert."
Wer also die französische Filmart mag und sich auf eine abstruse, teils sehr brutale Story einlassen will, ist hier genau richtig.