Eines ist für mich ganz sicher, das letzte Album der Priester wird die Anhänger in 2 Lager teilen, wie vielleicht kein anderes in der langen Geschichte der Band. Im 34. Jahr ihres Bestehens veröffentlicht die Gruppe ein Konzept-Album als DoCD. Dies ist ansich schon sehr ungewöhnlich. Es werden jede Menge Synthesized Guitars von den Herren Tipton und Downing eingesetzt. Das wird nicht jedem Fan gefallen. Ähnlich wie bei den letzten Alben von Manowar und Iced Earth sind einige kurze Instrumentals an Bord, welche als Bindungsglieder zwischen den eigentlichen Songs dienen.
"Nostradamus" ist ein Metal-Prog-Musical geworden, aber allererster Güte.
Aufgrund der Synthesized Gitarren muss mancher sicher an das "Turbo"-Album von 1986 denken. Dieser Vergleich hinkt aber, da "Nostradamus" sehr, sehr d ü s t e r und g e h e i m n i s v o l l ist. Es wird eine ganz besondere Athmosphäre geschaffen, wie ich sie von den Priestern bisher noch nicht kannte. Die Zeit und das Werk von Nostradamus kann man somit sehr gut nachvollziehen bzw. sich in seine Zeit versetzen (Kriege, Pest usw). Bitte lieber Priest-Fan, erwarte kein `Living after midnight`, oder `Painkiller`. "Nostradamus" ist anders, ist viel tiefer, auch von den Emotionen her. Trotzdem rockt das Album und zwar ordentlich. Glenn Tipton und K.K. Downing bringen jede Menge geile Riffs und Soli zuwege. Und Rob Halford singt wie ein junger Gott! Ob da jetzt im Studio nachgeholfen wurde, weiß ich nicht, ist mir auch egal, Rob singt genial!
Mit Anspieltipps ist es bei einem Konzeptwerk immer sehr schwer, auch da die Songs ineinander über gehen. Ich nenne stellvertretend hier `Prophecy`, `War`, `Pestilence and plague`, `Death` und `Nostradamus`. Man sollte das Werk am besten aber in einem Zug geniessen.
"Nostradamus" ist ein episches Meisterwerk. Sie zeigen hier Manowar und co., wie man ein Konzept-Album zu machen hat. Aber, ich bin mir sicher, viele Priest-Puristen werden sich angewidert abwenden, leider. Man sollte aber `offene` Ohren haben. Für mich ist es schon jetzt ein highlight unter vielen der Priester. Ganz ehrlich, ich hab` ihnen so was starkes nicht mehr zugetraut. So kann man sich täuschen :-)). 5 Sterne und "The Priest is back"!
P.S. Da Don Airey von Deep Purple unter special thanks auftaucht, nehme ich an, dass dieser auf dem Album auch Keys gespielt hat.