Dieses Spiel habe ich mal sehr günstig erworben und gar nicht viel davon erwartet. Und ich würde es auch durchaus nicht in die Spitzenklasse einordnen. Dennoch hat es einige äußerst anerkennenswerte Qualitäten. Ich hatte bereits viel Spaß damit und spiele es immer noch gern von Zeit zu Zeit.
Die Story hinter dem Spiel ist folgende: Du bist James Patterson, ein britischer Säbelfechter, der, nach seinem Ausscheiden bei den olympischen Spielen, etwas verspätet zur Hochzeit seiner Schwester in die Karpaten reist. Als Du ankommst ist Deine gesamte Verwandschaft bereits in den Händen des fiesen Grafen Malachi und seiner untoten Schergen, irgendwo im Schloss.
Deine Aufgabe ist es Dich zu bewaffnen und Deine Verwandten, jeden einzeln, im labyrintischen Schloss zu finden und heil zum Schlosstor zu bringen. Dabei stellen sich Dir natürlich jede Menge Finsterlinge in den Weg, die es zu beseitigen gilt. Mit jedem Deiner Verwandten, der um's Leben kommt, gewinnt der Graf an Stärke und Deine Chancen zu gewinnen sinken. Als letztes musst Du Deine Schwester vor einem grausamen Ritual retten, das dem Grafen die Weltherrschaft sichern soll. In diesem Endkampf wirst Du mit seiner Gnaden selbst konfrontiert.
Das Spiel lässt sich passabel steuern. Verglichen etwa mit >Alone in the Dark<, kam ich hiermit wesentlich besser klar. Der Spieler betrachtet das Geschehen aus der Ich-Perspektive und sieht von sich nur die Hände mit den Waffen. Die Atmosphäre ist wirklich gruselig, was vor allem auf das düstere Ambiente und die außerordentlich effektvolle Musik zurückzuführen ist. Es gibt ein begrenztes Repertoire an unterschiedlichen Gegnern mit spezifischen Eigenschaften, die es mit einem ebenfalls begrenzten Repertoire an Waffen mit spezifischen Qualitäten ins Nirvana zu befördern gilt. Mit der Munition sollte man jedoch sparsam umgehen. Der Clou des Spiels ist, dass das Auftreten der Gegner, sowie die Räumlichkeiten des dritten und letzten Levels des Spiels per Zufallsgenerator erzeugt werden, sodass man nie das gleiche Spiel zweimal spielt.
Alles in allem ist >Nosferatu ~ The wrath of Malachi< ein durchaus spannendes und unterhaltsames Spiel mit Gänsehaut-Feeling. Zwar ist es stellenweise etwas monoton, durch die einander recht ähnlichen Räumlichkeiten und das begrenzte Repertoire an Gegnern. Auch strengt es an längere Zeit auf die doch ziemlich düstere, eher mittelmäßige Grafik zu starren. Dennoch weiß das Spiel mit seiner Atmosphäre, den unvermutet auftretenden Schockeffekten und den mitunter kniffligen Fights zu überzeugen.
Zu der Bewertung >Wie lustig ist das Spiel?<, die dann später unter dem Titel >Spaßfaktor< auftaucht: also Humor spielt keine große Rolle in diesem Spiel. Spaß machte es mir aber schon eine ganze Menge!