Manch einer wird schon vom Iditarodrennen gehört haben: 2000 Kilometer, von Anchorage über Nenana nach Nome, liefern sich die schnellsten Hunde und die besten Schlittenfahrer einen grausamen Wettbewerb. Es gilt als Hommage an die Pioniere, die abgelegene Ortschaften miteinander verbanden. Nur wenige wissen, daß es noch eine Wurzel hat:
Im Januar 1925 brach in Nome eine Diphtherieepidemie aus. Diese Krankheit befällt insbesondere Kinder und führt oft zu einem grausamen Tod durch Ersticken. Nome war weder per Schiff noch mit Flugzeugen zu erreichen. In einer großartigen Hilfsaktion wurde das Diphtherieserum in vielen Städten der USA gesammelt und nach Nenana in Alaska gebracht. Eine Staffette von Hundeschlitten transportierte das Serum durch die Polarnacht bis nach Nome, dort traf am 2. Februar die erste Ladung ein und rettete zahllosen Kindern das Leben.
Die Autorinnen haben diese nahezu vergessene Geschichte ausgegraben und in mehrjähriger Arbeit gründlich recherchiert. So ist eine wunderbare Dokumentation entstanden, die die Rettung der diphtheriekranken Kinder in einem ausladenden Kontext zeigt:
Man versteht die besondere Lage und Entstehung Nomes im Goldrausch um 1900, das Leben in dieser vielleicht einsamsten Stadt der Welt wird drastisch geschildert, die Bedeutung der Hunde und Hundeschlitten für das Leben in Alaska wird detailliert erklärt und so weiter. So gerät dieses Buch zu einer Einführung in die Kultur Alaskas und ganz nebenbei liest es sich wie ein spannender Roman mit einem glücklichen Ende.
(Archiv zur Geschichte des Individuellen Reisens)