Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Es wurde Zeit..., 5. April 2009
...dass diese Geschichte endlich verfilmt wurde. Wer schon einmal vor der Nordwand stand und die Tragödie um die Seilschaften von Toni Kurz, Andi Hinterstoißer, Willi Angerer und Edi Rainer kennt, der fragte sich seit Jahren: Wieso wurde diese hochdramatische Geschichte noch nicht, mit neuer Technik, auf Zelluloid gebannt? Philipp Stölzl hat sich an die Arbeit gemacht und mit Nordwand einen fast authentischen Film über die erste, europaweit in den Medien übertragene, Live-Katastrophe der Neuzeit gedreht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Zeitungsvolontärin Luise Fellner(Johanna Wokalek). Im Dritten Reich, wir schreiben das Jahr 1936, fiebert das Land den Olympischen Spielen in Berlin entgegen. Fast gleichzeitig scheitern immer wieder Bergsteiger an der sagenumwobenen Eiger Nordwand. Die Wand, ständig ohne Sonnnenlicht, immer feucht und mit losem, gefährlichem Gestein versehen, gilt als unüberwindbar. Kein Wunder, dass das Regime, passend zur Olympiade, deutsche Helden präsentieren möchte, die diese Wand bezwingen. Der Berliner Reporter Arau(Ulrich Tukur) sucht genau diese Helden. Seine Volontärin Johanna, die aus Reichenhall stammt, kennt die beiden Gebirgsjäger Toni Kurz(Benno Fürmann) und Andreas Hinterstoißer(Florian Lukas). Beides, begeisterte Bergsteiger. Während der draufgängerische Hinterstoißer sofort Feuer und Flamme für die Idee ist, scheint dem besonnenen, nachdenklichen Kurz das Risiko zu groß.
Als die beiden jedoch erfahren, dass die Österreicher Edi Rainer und Willy Angerer, Freunde des nationalsozialistischen Regimes, den Aufstieg wagen, steigen auch Kurz und Hinterstoißer mit in das Rennen um den Gipfel ein. Das Medieninteresse ist gewaltig, als die beiden Seilschaften in den Berg einsteigen. Was dann passiert, das ist die Geschichte einer Tragödie, wie es sie in den Alpen seitdem nie wieder gegeben hat.
Stölzl hat sich sehr eng an die wirkliche Geschichte gehalten. Lediglich mit dem Einbau der Luise Fellner und ihrer Liebe zu Toni Kurz, die am Ende des Films den Mittelpunkt der Handlung einnimmt, hat er die Story kinotauglich ausgeschmückt. Das ist dann aber auch schon der einzige kleine Schwachpunkt der Verfilmung. Grandiose Bergaufnahmen, gepaart mit einer intensiven, atemberaubenden Geschichte und dem Gedanken, dass es sich so, oder so ähnlich, abgespielt hat, sind die Grundpfeiler des Films. Dazu brilliert Ulrich Tukur in der Rolle des Reporters Arau, bei dem man sich fragt, ob er Mensch oder Reporter ist. Fürmann und Lukas sind als Mimen absolut bergtauglich und Johanna Wokalek verbindet die Charaktere der Handlung. Wenn Kurz Hinterstoißer mit Graupensuppe bekocht, oder die beiden den Führergruß stets mit erhobener Hand und einem Servus quittieren, dann transportieren die beiden Schauspieler den Alpinismus der Kriegszeit perfekt. Am Berg wird Hinterstoißers Motto "Geht nicht, gibts nicht" zum zentralen Thema der Begegnung Mensch-Natur. Die Aufnahmen der Besteigung, in Verbindung mit der damaligen Ausrüstung und den technischen Schwierigkeiten, sind beeindruckend.
Nordwand verbindet eine schon fast dokumentarische Aufarbeitung einer Bergsteigertragödie, mit hollywoodtauglichem Kinomaterial. Das ist Philipp Stölzl fast perfekt gelungen. Der Zuschauer wird es ihm danken. Und wer noch nie vor der Nordwand gestanden hat, dem kann ich nur raten: Schauen sie sich das in Natura an. Sie werden niemals glauben, dass ein Mensch dort hinauf steigen kann!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Groß inszeniert.., 8. Mai 2009
..aber irgendwie hat mir etwas gefehlt.
Und dieses fehlende Etwas lag mit Sicherheit nicht an den Darstellern. Hier spielen nahezu alle wirklich absolut überzeugend. Gerade zum Finale hin brilliert nicht nur Benno Führmann mit seiner Rolle.
Es lag ganz klar auch nicht an den einzigartigen Kamerabildern oder dem Bombast-Sound. In diesen Punkten gibt es ganz großes Kino, das sich eindeutig nicht hinter internationalen Produktionen verstecken muss.
Jetzt hab ich's! Es hat nichts gefehlt. Es war etwas zu viel. Etwas zu viel Kitsch und Klischee (der beinharte Redakteur, der über Leichen geht und seine Praktikantin ins Bett kriegen will- na klar) und noch mehr Phantasie. Denn dass die Geschichte ja bekanntlich auf wahren Tatsachen beruhen soll, aber wie so oft nur der eigentliche Kern erhalten geblieben ist, finde ich persönlich sehr schade. Dass ich im Vorfeld keine Kentnisse über die zwei berühmten (?) Bergsteiger Toni & Andreas hatte, macht es auch nicht besser.
Mein Fazit: Eine gute Bergsteiger-Story, die in einmalige Naturaufnahmen verpackt und durch große Schauspieler getragen wurde, mich aber nicht gänzlich überzeugen konnte.
Alternativfilm: Am Limit
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich authentisch, mit verzeihbaren Schwächen, 20. Juni 2009
Dieser Film ist einer der besten deutschen Filme die ich kenne. Die bergsteigerischen Szenen wirken unglaublich authentisch, man kann als Zuschauer Kälte, Sturm und die Verzweifelung ungefiltert spüren. Insbesondere gegen Schluss, wenn Toni Kurz versucht sein Seil aufzutrennen und sich abzuseilen. Man spürt und sieht förmlich seine Erfrierungen(gute Maske !), da wirkt nichts steril und gekünstelt. (Man schaue sich mal z.B. Vertical Limit an, da weiss man wie steril und unnatürlich amerikanische Filme seien können). Das was Philip Stölzl schon im Videoclip 'Die Flut' vorgemacht hat, das Nachempfinden einer frühen Stummfilm Ästhetik, findet hier eine gewisse Fortsetzung und Höhepunkt. Wirkliche 5 Sterne !
Ulrich Tukur spielt brilliant, alle anderen auch. Der einzige Wermutstropfen des Films ist nicht die eingebaute Liebesgeschichte an sich, sowas braucht so ein Film. Und so ein Film muss auch nicht 100% exakt sein. Aber für den unsäglichen Einfall, mal eben die 'Luise' am Berg rumkraxeln zu lassen und eine Nacht in der Wand verbringen zu lassen (Hallo, wir reden die ganze Zeit von der Eiger Nordwand, liebe Leute !!!), gehören die Verantwortlichen geprügelt. Also wirklich unfassbar blöd.
Trotzdem mag ich noch 5 Sterne geben, weil die Authentizität, Ästhetik, Ausstattung und schauspielerische Leistungen alles wieder gut machen. Sehenswert !
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