Ich glaube nicht, dass diese Sagengeschichte den Anspruch erhebt in die klassische Kategorie historischer Roman eingestuft zu werden. Vielmehr besticht die auf Edda-Legenden beruhende Mittelaltergeschichte durch wunderschöne Beschreibungen von Zauberwelten, Alfenheimen und Freundschaft in der Zeit des Erwachsenwerdens. Traumhafte Bilder ziehen uns in ihren Bann und daher finde ich gerade den Umschlag sehr gut und in farbenfroher Romantik gestaltet, Ausdrucksstark. Ich persönlich glaube, hier werden Jugendträume zum hautnah Miterleben geschildert. Es geht um Identitätssuche und die Verletzlichkeit von Vertrauen. Wer jedoch "nur" Edda-Sagen oder gar Tatsachenberichte sucht, der wird hier nicht fündig werden. Ein Vergleich mit anderer Literatur ist nicht herstellbar. Vielleicht ein weiblicher Harry Potter, eine kindliche Morgaine von Avalon oder Ronja Räubertochter, sind am ehesten vergleichbar; doch auch z.B. Lycidas und Midgard versprühen wohl ein wenig von dem Zauber den auch dieses Buch in sich trägt. Die Tarotkarten, welche die 22 Arkadas unterteilen gehören zu diesem magisch mystisch angehauchten Zauber ebenso, wie die romantische Erzählweise in einer bildhaften freien Sprache. Wer von uns weiß schon, wie das Mittelalter wirklich gewesen sein mag? Da hört man sonst nur von Hexenverfolgung, erfundenen Jahrhunderten und kriegerischen Sachsen. Ich würde mir wünschen, dass ein wenig Ähnlichkeit zum hier geschilderten Nordland bestanden haben mag. Prima Geschichte!!!