Quorthon/Bathory feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und liefert mit Nordland I ein episches Werk, daß man teilweise auch Nicht-Kennern der Szene vorspielen kann. Schon die Covergestaltung ist gelungen: Tosende kalte Wellen, Eisberge, die nordische See bei Sonnenuntergang mündet in eine Bucht die zu endlosen Wäldern auf dem Festland weitergeht ...
- Die Lieder handeln von dem Dorf Asa, das irgendwo im Baltischen Meer liegt, der Valhalla, wo Krieger wieder sich sehen. Und einige Bezüge zur z.T. fiktiven Geschichte Skandinaviens des 9. Jahrhunderts.
Obwohl es um z.T. Kriegszüge der Vikinger geht, liegt Quothons Faszination nach eigener Aussage eher bei der Natur. Kaum ein Ereignis fasziniert ihn so sehr als ein Gewitter.
Auf Nordland I gibt es tosende Wellen zu hören, Gewitter, Raben, Pferdehufe die sich nähern und entfernen.
- Meiner Ansicht liegt hier die starke Seite von Nordland I: Die epische Atmosphäre, die auch zu einem Film aus der Region verwendet werden könnte. Das Album strahlt wieder eine wagnermäßige Dramatik und Traurigkeit aus, die Fans sicher gefallen wird. Natürlich werden die akustischen Gitarren, Flöten, Wasserrauschen etc. nach ein paar Minuten von einem hammerschweren Metal-Riff auf der Gitarre unterbrochen, was mich nicht gerade begeistert, auch die Gesangsleistungen sind nicht gerade das non-plusultra, mir hätte ein nur-Epic Album besser gefallen. Nun ja, ich bin hier immerhin in der Metal-Sparte, sollte mich als Nicht-Kenner der Szene zurückhalten, es handelt sich ja nicht um Dead Can Dance.
- Übrigens weist Ouothon jeden politischen oder weltanschaulichen Vergleich von sich. Er wollte nur die Anmut seiner Natur schildern und ein paar Vikingertugenden, die er sich unverbindlich in Bruderschaft und Aufopferung vorstellte. Daß die nordische Ästhetik auch in den berühmten 1000 Jahren kultiviert wurde (z.B. Hörbigers "Welteislehre" oder (ebenfalls von den Machern ideolgiefrei gemeinte) Filme wie "SOS Eisberg" mit Leni Riefenstahl in Grönland 1934 - das hat mit Nordland 1 wenig zu tun.
Den eiskalten Naturschauspiel-Hammer von Bathory ganz assoziationsfrei mit Walkman auf einem kalten Winterspaziergang genießen. Besonders atmosphärische Tracks: "Prelude, Heimfard, Winterblut, Forever dark woods und Mother Earth Father Thunder.
Ich warte ungeduldig auf Nordland 2.