Ein Schweizer hat seine Privatreise nach Nord-Korea in der Form eines Reisetagebuchs dokumentiert und dieses dann bei Books on Demand veröffentlicht. Da weiß man vorher, dass bei einem Hobbyautor mit diesem Herstellungsverfahren kein Lektorat stattfindet, welches die vielen orthographischen Fehler hätte verbessern können, und dass derartige Publikationen immer deutlich teurer sind als es angemessen wäre. Befremdlich ist letztlich auch, dass der Autor sich selbst eine wohlwollende Rezension hier geschrieben hat... -- Inhaltlich ist es ein Reiseverlauf, der sich natürlich in vielen Punkten mit anderen gleicht, weil man in NK eben immer zu denselben Stätten gelenkt wird. Die Fotos sind deswegen nicht sensationell, da es inzwischen relativ viele TV-Reportagen über NK gibt, die alle diese Aufnahmen zeigen. Die Abweichungen, die sich ergeben, sind minimal; dennoch fehlt das Besondere in dieser Publikation wie (heimliche) Aufnahmen, die Situationen zeigen, die man nicht aus anderen Publikationen oder Reportagen kennt. Große Sorge macht mir, dass der Autor die Namen seiner koreanischen Begleiter nennt und ganz am Ende sogar Fotos veröffentlicht: Auch wenn die Reiseleiter garantiert alle von der Staatssicherheit waren, werden sie ziemliche Probleme bekommen haben, wenn in diesem Buch beispielsweise ein Foto ist mit der Bildunterschrift, die besagt, dass der Reisebegleiter verbotenerweise in einem Katalog der Thai-Airways liest. Etwas mehr Rücksichtnahme wäre hier angezeigt gewesen. Diese Veröffentlichung hat massive Mängel; dennoch ist es immerhin eine Publikation zu NK mehr, was an sich zu begrüßen ist, denn nicht jeder hätte sich später die Mühe gemacht, überhaupt eine Veröffentlichung zusammenzustellen. Insofern bekommt dieser subjektive Reisebericht zwei ehrliche Sterne.