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Nordic Trekking: Natur erleben auf die sportliche Tour - - Die besten Regionen Taschenbuch – 26. März 2008


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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Bernd Schäufle ist Ausbilder der Nordic Walking Union (NWU) und hat bereits über 3.000 Trainer ausgebildet. Als Geschäftsführer der praeveneo WORK-LIFE SOLUTIONS GmbH in Worms bietet er Unternehmen Check-ups für Mitarbeiter und Work-Life-Management-Konzepte an. Seit Jahren ist Bernd Schäufle auch als Referent bei Gesundheits- und Fitnessseminaren (BASF, SAP) erfolgreich.

Ulrich Pramann, Bestseller-Autor, beschäftigt sich seit über 35 Jahren mit den Themen Sport, Gesundheit, Fitness und Karriere. Er war stern-Redakteur, TV-Moderator (DSF), Chefredakteur und Herausgeber der Zeitschrift „Fit for Fun“ sowie Gründer, Chefredakteur und Verleger des Magazins „Nature Fitness“. Er ist Nordic Walking Basic Instructor, hält Vorträge und bietet zusammen mit Bernd Schäufle Nordic Fitness Seminare an. Ulrich Pramann lebt in Aitrang/Allgäu.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Drau�n zu Hause sein

Sportliches Tempo, Nordic Walking �ber eine l�ere Distanz, intensives Naturerleben � das ist Nordic Trekking.
Abwechslungsreiches Terrain: Es geht �ber Stock und Stein.
Was f�r ein Abenteuer. So viele Schritte. Bergauf, bergab. �er Stock und Stein, �ber Waldwege, Schotter und �ber ein Joch, gut 1800 Meter hoch. Und davor eine Passage, die verdammt kitzelig, mehr noch, die richtig gef�lich war, jedenfalls Trittsicherheit und totale Konzentration verlangte, weil wir ungesichert gingen und rechts die Wand steil abfiel.
Was f�r ein Tag. Ganz sch�n anstrengend der erste Tag, aber vor allem sch�n. So viel Zeit zum Schauen, zum Reden, zum seelischen Ausl�ften und Tr�en. Was f�r eine Ersch�pfung, wohlige Ersch�pfung am Abend. Und was f�r eine Nacht. Was f�r ein neuer Tag, wieder mit vielen Schritten.
Was f�r neue, was f�r wunderbare und �berraschende Erfahrungen in diesen zwei Tagen.

Start am M�henschloss
Die ersten tausend von vielleicht 40 000 Schritten, die wir heute gehen, k�nnen gar nicht gegens�licher sein. Anfangs, im wild tosenden Schlund der P�llatschlucht, steigen wir behutsam �ber st�erne Stiegen. Links st�rzen mit l�ender Urkraft die Wassermassen hinab. Dann f�hrt der Pfad in die Stille des Waldes. Neu gesetzte Steintreppen f�hren himmelw�s, hin zum M�henschloss. Und dann erhebt sich Neuschwanstein vor uns, mit der kitschigen Vertrautheit, die unz�ige Bilder ganz oft transportiert haben.
Noch ehe wir entz�ckt verharren k�nnen, holt uns bereits alles Irdische wieder ein. Vor uns drei Wanderer. Als wir sie passieren, fragt einer: �Ja, wie - und ihr geht's mit die Steck'n?�
�Klar�, antworten wir freundlich, �und ihr nicht?�
�Na, so alt samma noch net.�
Hahaha. Wir lachen h�flich. Dann schauen wir uns an, Bernd und ich. Vermutlich denken wir in diesem Moment beide dasselbe: Ha, wenn die w�ssten. Wir k�nnten jetzt nat�rlich loslegen, erkl�n, argumentieren, dem Wandertrio �ber die Wohltaten des Nordic Walking erz�en und �ber die n�tzliche Funktion von Nordic-Walking-St�cken. Wir k�nnten vielleicht sogar von Nordic Trekking anfangen und warum diese neue, sportliche Gangart erst recht sinnvoll ist, und welche zus�lichen Wege und Perspektiven damit erschlossen werden k�nnen. Und vor allem, welchen Spa�Nordic Trekking macht. Weil wir uns stundenlang durch die Natur bewegen k�nnen. Weil wir gleichzeitig die St�cke aktiv als Sportger� einsetzen und nebenbei den gew�nschten Trainingseffekt erzielen, der deutlich h�her ausf�t als beim Spazierengehen, beim Wandern oder beim Trekking.
Wir l�eln h�flich und w�nschen einen guten Weg.

Zwei Tage, tausend Eindr�cke
Wir sind auf Nordic-Trekking-Tour. Zwei Tage in den Ammergauer Alpen. Der Start: in Hohenschwangau, also zu F��n von Schloss Neuschwanstein. Wir haben die Karte genau studiert. Nach der P�llatschlucht wird es zur Alpe J�rh�tte gehen, Ochsen�erle, weiter unterhalb der Hochplatte, �bers Weitalpjoch. Sind �ber 1000 H�henmeter. Wird ungef� sechs Stunden dauern. In der Kenzenh�tte haben wir unser Nachtlager reserviert. Am n�sten Morgen wird es durch den Ebenwald gehen, Richtung Halblech, Bannwaldsee, Tegelberg und zur�ck nach Hohenschwangau. Bestimmt 18, 20 Kilometer. Dies wird sicher noch mal rund drei, vier Stunden dauern.
Hier drau�n in der Natur rast die Zeit nicht. Nein, jeder Moment, jede Minute, jede Stunde ist voller Intensit�

Zeit ist Leben
Was wir f�r diese zwei Augusttage brauchen, ist am Mann oder im Rucksack (35 Liter) verstaut: eine atmungsaktive Outdoorjacke aus wind- und wasserdichtem Dreilagenlaminat, ein Fleecepulli, Weste, Wechselw�he, das GPS-Ger� eine Karte (�F�ssen - Ausserfern�, 1 : 50 000), Handy, Zahnb�rste und Co., der H�ttenschlafsack, Proviant (Bananen, �fel, M�sliriegel), Fotoapparat, eine Wasserflasche - und eine Pulsuhr.
Nicht viel Equipment. Es ist sogar noch Platz im Rucksack. Doch f�r die Eindr�cke, die wir auf dieser Nordic-Trekking-Tour sammeln werden, f�r die sinnlichen Erfahrungen, die uns hier drau�n beschert werden, w�rde kein noch so gro�r Rucksack reichen.

Wenn das Zeitgef�hl fl�ten geht
Hier drau�n bekommt zum Beispiel auch die Zeit eine ganz andere Qualit� Es ist geschenkte Zeit. Oftmals vergisst du sie v�llig, weil du reichlich mit dir zu tun hast, weil du dir selbst genug bist, weil du in dich selbst versinkst wie bei der Meditation. Und die Umgebung nimmst du nur noch unterbewusst wahr.
Vor allem aber rast dir die Zeit hier drau�n in der Natur nicht davon - wie im hektischen, oftmals total verplanten Alltag. Nein, die Zeit scheint sich mitunter sogar zu �dehnen�. Im B�ro, wie schnell k�nnen da zehn Minuten verflogen sein. Und hier? Die gef�hlte Zeitspanne eines zehnmin�tigen Auf- oder Abstiegs - na ja, die kann manchmal m�rderisch lang sein. Und dann bist du immer wieder �berrascht, welche Strecke du in zehn Minuten bew�igen kannst.
Gleichzeitig wird die Wahrnehmung gesch�t. Wie die Sonne wandert. Wie die ersten Strahlen der Sonne auf der Haut kitzeln k�nnen. Wie eine k�hle Brise das erhitzte Gesicht streicheln kann. Wie ein Schluck Quellwasser viel mehr sein kann als ein Durstl�scher. Wie bet�rend eine Bergwiese duften kann. Wie Ger�ll unterm Schuh knubbeln, ein Waldboden federn oder ein aufgeweichter Weg schmatzen kann. Wie Licht und Schatten spielen, wie sich die Konturen ver�ern. Wie die D�erung heimliche Herrschaft gewinnt. Und welche Kraft von Sonnenauf- und -untergang ausgehen.
Wie wertvoll unsere Zeit ist - das r�ckt dir hier drau�n deutlich ins Bewusstsein.

Drau�n sein, lange Wege gehen, auf Schritt und Tritt die Natur erleben, Wind und Wetter sp�ren und sich unterwegs �ber unverhoffte Begegnungen freuen k�nnen - all dies macht den Reiz von Nordic Trekking aus.

Flottes Tempo, ordentlicher Vorschub
Welch ein grandioser Blick. Von der Marienbr�cke aus, die in einem 44 Meter weiten Bogen die P�llat �berspannt, schauen wir - gemeinsam mit zwei kompletten Busladungen japanischer Touristen - hinunter in die Schlucht und auf Schloss Neuschwanstein. Nach ein paar Minuten tippeln die G�e aus Fernost die paar Meter zu ihren Bussen zur�ck. Und wir schl�pfen in die Schlaufen der St�cke und machen uns auf den Weg. Es geht immer leicht bergan. Wir lassen den Tegelberg, dessen Gipfel im Nebel verschwindet, links liegen. Wir orientieren uns zum K�nighaus. Wir haben wohl einen ziemlich flotten Schritt drauf. Wir kommen ins Wetteifern. Wir finden einen Rhythmus.
Da vorne wieder Wanderer. Die lassen wir immer - so scheint's - fast stehen. Besonders, wenn es steiler wird. Da waren gerade zwei mit Trekkingst�cken ausger�stet. Wir bemerken, wie wenig sie die einsetzen. Na ja, die St�cke werden eher als St�tzen verwendet, sie werden steil vor die F�� gesetzt und zaghaft zum Boden gef�hrt - als wollten die Wanderer mit ihren Trekkingst�cken Laub sammeln.
Und wir? Wir erzeugen durch jeden kraftvollen Einsatz unserer Nordic-Walking-St�cke einen ordentlichen Vorschub, der f�r flottes Tempo sorgt - so, wie wir uns das vorstellen. Das gibt ein sch�nes, dynamisches Gef�hl. Nach genau zwei Stunden und zehn Minuten erreichen wir die Alpe J�rh�tte. Wir g�nnen uns eine Pause - und vor allem einen Brotzeitteller mit Hirschsalami.
Sp�r treffen wir zwei Sachsen. Sie sind schwer bepackt, sie sind verdreckt, sie wirken ersch�pft, gr��n nett (�Nu guddn Daach ooch!�) und erz�en von der Panik, die sie erfasst hatte, als sie einen ausgesetzten Punkt erreichten, der auf der Karte so niedlich �Fensterl� hei�. Dieser enge Spalt im Fels, 1916 Meter hoch gelegen, war heute im dichten Nebel schwer zu finden gewesen, und das �erqueren der Bergspitze war noch schwerer, weil alles Gestein durch den Regen gef�lich glatt geworden war. �Ei forbibbch, un ummgehrn ging nisch.�
Wir verstehen. Nach nettem Gru�(�Nu guddn Daach ooch noch!�) verzichten wir auf eine geplante Abk�rzung und gehen...

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