Ein Film, der im Gedächtnis bleibt, über den man nachdenkt.
Der Protagonist ist depressiv, was im langen norwegischem Winter nicht so selten ist. Er schafft es, trotz Betreuung und Arbeit an einem Skilift, nicht seinen Alltag zu meistern. Als er erfährt, daß er einen kleine Sohn hat, der ihn jetzt braucht, ringt er sich durch zu ihm nach Norden zu fahren. Das klingt unspektakulär, ist aber absolut sehenswert. Er begegnet unterwegs Menschen, die das Leben in rauher Landschaft, Eis, Schnee und Einsamkeit ziemlich skuril hat werden lassen. Unter Anderen ein alter Same der in einer Kota auf einem zugefrorenen Teich, an einen großen Stein gekettet, geduldig auf das Schmelzen des Eises und damit seinen Tod wartet. Der Film ist ein Balance zwischen Tragik und Humor in teils wunderbaren Naturaufnahmen. Die Reise beginnt damit, das der Held seine Bleibe, die Skiliftstation abfackelt und auf den Motorschlitten steigt. Das Ende ist ein Mann, der einen kleinen Jungen trifft. Dazwischen zieht sich ein depressiver Mensch "am Schopf selbst aus dem Sumpf". Mit teils schwarzen Humor, kraftvoll, poesievoll, tolerant, verzweifelt, staunend und liebenswert. Diesen Film sollten alle depressiven Menschen unbedingt anschauen ! Aber auch für alle anderen Filmbegeisterten ist "Nord" einfach sehr zu empfehlen ! ein großartiger Film !!