Mittlerweile ist die Behauptung, dass Depeche Modes letztes Album Playing The Angel mal wieder das Maß aller Dinge in Sachen Synthiepop geworden ist, gar nicht mehr so abwegig. Denn diese Mischung aus einer scheinbar schmutzigen Garagenproduktion, gepaart mit feinster Elektronik und Technik, findet man bei dem letzten Camouflage Album Relocated und jetzt auch ganz aktuell bei De/Vision. Das soll allerdings nicht heißen, dass die beiden Jungs sich des Plagiatsvorwurfs erwehren müssen. Man muss sich zugegebenermaßen vielleicht erst einmal daran gewöhnen, dass Noob wesentlich rotziger und kantiger klingt, als das, was man noch von Six Feet Underground oder Subkutan her kennt. Das ist aber schnell geschehen und man muss auch sagen, dass trotz aller Kanten es sich um das vielleicht eingängigste Werk in der ganzen Karriere De/Visions handelt. Das liegt natürlich in erster Linie daran, dass man sich auch nicht gescheut hat, cluborientierter zu klingen und mit Songs wie Death Of Me, Flavour Of The Week oder What It Feels Like wahre Hammer rauszuhauen. Allerdings können sie auch etwas ruhiger. See What I See oder Deep Blue liefern die besten Beispiel dafür ab, dass auch die mystisch-bedächtigen Seiten von De/Vision nicht zu kurz kommen. Noob ist wirklich sehr gelungen, weil es einfach frisch und neu klingt, und dennoch unverkennbar De/Vision ist. Tipp!