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Mit "Nonstop Nonsens" schuf Dieter Hallervorden 1975 einen Meilenstein der deutschen Comedy-Geschichte. Bis 1980 sorgte die Slapstick-Figur "Didi" im Fernsehen für ungeahnte Einschaltquoten wie sie heute bestenfalls Fussball-WM-Endspiele erreichen. Neben den rasanten und Action geladenen Filmeinspielern, in denen Didi stets von einem Unglück ins nächste schliddert, wurden auch die Sketche und die legendären "gespielten Witze" zum absoluten Kult. Wer kennt nicht den Satz "Palim Palim! Ich hätte gerne eine Flache Pommes Frites"? Oder die Geschichte vom tragischen Ableben der "Kuh Elsa"? Oder die Suche nach dem "Mittelteil von Doktor Schiwago"?
Die DVD-Box 1 enthält neben der ersten 12 Folgen von 1975 bis 1978 (in den ungeschnittenen Originalversionen von jeweils 42 Min.) auch ein Grußworrt von Dieter Hallervorden und ein ausführliches Booklet mit Sketchguide.
Bei älteren Fernsehserien ist man oft sehr schnell geneigt sie mit Worten wie "Kult" zu umschreiben. Oft spielt bei dieser Wortwahl der nostalgisch verklärte Blick zurück, eine nicht zu vernachlässigende Komponente. Aber wenn es jemand wirklich verdient hat, ihn und sein Wirken als Kult und die deutsche Comedy-Entwicklung maßgeblich mit vorantreibend zu benennen, dann ist es Dieter Hallervorden. In einer Neuauflage kommen nun durch das Label "Turbine Medien", unter dem Vertrieb von "AL!VE", alle der insgesamt zwanzig produzierten und erstmals ab 1975 bis 1980 im Fernsehen zu erlebenden Folgen der Reihe "Nonstop Nonsens", zur Veröffentlichung auf DVD. Die von den drei DVDs der hier vorliegenden Box zur Ansicht kommenden ersten zwölf Episoden repräsentieren den Zeitraum der Erstausstrahlung vom März 1975 bis in den Mai 1978.
In der von Hallervorden bereits in den Siebzigern entwickelten Figur des "DIDI" (hier in den beiden ersten Folgen noch "Herr Slap"), besticht er bei "Nonstop Nonsens" als wahrer Meister des Slapsticks mit seiner geradezu als legendär zu bezeichnenden "Gesichtsakrobatik" in immer wieder neuen Kostümen in klamaukigen Filmszenen und gespielten Sketchen. Sein und auch das Spiel der anderen Mitwirkenden bei "Nonstop Nonsens", mit den immer wieder so punktgenau gesetzten Pointen, wirken dabei geradezu "wie so nebenher und aus dem Ärmel geschüttelt". Dabei steckt dahinter harte Arbeit und perfektes Timing.
In vielen der insgesamt zwanzig entstandenen Folgen arbeitete Dieter Hallervorden mit einem relativ festen Stamm an Darstellern zusammen. Zu diesem zählen neben seiner ersten Ehefrau Rotraud Schindler auch der unvergessene Kurt Schmidtchen (1930-2003) oder auch Gerhard Wollner (1914-1997). Neben den eben genannten, spielen in einigen der Folgen auch Dieter Hallervordens Kinder aus erste Ehe, Tochter Nathalie und Sohn Dieter Hallervorden jr. mit. In einigen der Folgen gibt es auch prominente Gastauftritte. So geben sich u.a. Eberhard Cohrs, Berti Vogts, Brigitte Mira oder auch Volker Prechtel und v.a. mehr die Ehre.
Dieter Hallervorden ließ es sich als Ideengeber der Reihe natürlich nicht nehmen an den Drehbüchern mit zu arbeiten. Neben ihm gab es noch wechselnde andere Autoren wie zb. Wolfgang Menge, Klaus-Dieter Lang, Ralf Gregan oder Bred Ashton u.a. mehr. Die Regie in allen Folgen der Reihe führte Heinz Liesendahl. Dabei ließ Regisseur Liesendahl seinen Darstellern in seiner Art der Inszenierung und Umsetzung der Drehbücher viel Platz für eigene Interpretationen und deren Spiel. So entstanden zahlreiche und unvergessliche Momente und Augenblicke deutscher Fernsehgeschichte. Noch heute, mittlerweile mehr als dreißig Jahre nach der Erstausstrahlung, besitzen viele der in den Sketchen und Filmen bei "Nonstop Nonsens" gezeigten Gags wahren Kultstatus und haben sich zum Teil sogar in den deutschen Sprachgebrauch etabliert. Beispielgebend sein hier nur "Palim-Palim" oder "Pech für die Kuh Elsa" und "Hach ist das aufregend" genannt. Neben den in jeder der Folgen zu erlebenden Mix aus Filmeinspielern und den vor dem Publikum gespielten Sketchen war stets der "gespielte Witz" zum Ende der Sendung regelrecht Kult und legendär. Als geradezu Paradebeispiel kann hier wohl ohne Übertreibung der Sketch mit der "Flasche Pommes frites" genannt werden.
Die hier vorliegende Box Eins, mit den ersten zwölf Folgen der Reihe, präsentiert sich von ihren drei DVDs mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 500 Minuten und im Original-Bildformat von 4:3 Vollbild. Dabei finden die einzeln gelagerten und entnehmbaren DVDs ihren Platz in einem Klarsicht-Jumbo- Amaray-Case mit Wendecover. Erfreulich, dass sich von dem zugehörigen stabilen und in Hochglanzoptik gefertigtem Pappschuber, der FSK-Aufkleber einfachst entfernen lässt.
Sehr erfreulich ist, dass alle der hier zur Ansicht kommenden Folgen mit jeweils um die 42 Minuten Laufzeit, in der ungeschnittenen Version der Erstausstrahlung, von den DVDs dieser Veröffentlichung vorliegen. Bei Wiederholungen im TV wurden oft nur die auf 28 Minuten gekürzten Fassungen gezeigt. Zudem hat man sich um eine Verbesserung der Bildqualität der zum Teil recht betagten und mitgenommenen Aufzeichnungen der Reihe für die Veröffentlichung auf DVD bemüht. Mit der "Imagion AG" wurde ein Partner gefunden, dem es gelang den oft mehrfach kopierten und zum Teil recht schlechten Ausgangsmaterialien für diese DVD-Veröffentlichung zumindest von den gravierendsten Fehlern zu befreien. Das hierbei nun keine Top-Qualität wie von dem allerneuesten Hollywood-Kinofilm zu erwarten ist, dürfte wohl ein jeder verstehen. Dennoch können alle drei DVDs dieser Veröffentlichung im Gesamteindruck, als in ihrer zu erlebenden Bildqualität akzeptabel und gelungen, wenn auch mit altersbedingten kleineren Schwächen in sich, beurteilt werden.
Die Gestaltung der DVD-Menüs mit einem sich öffnenden Vorhang und animierten Filmausschnitten, nebst der im Hintergrund zu hörenden Titelmusik der Reihe, ist stimmungsvoll und übersichtlich gelungen.
Direkt aus dem sich nach Einlegen in den Player öffnenden Hauptmenü heraus können über "Alle Folgen abspielen" die jeweils vier Folgen pro DVD zur Wiedergabe "am Stück" gestartet werden. Ein Klick auf die einzelnen Folgen lässt in einem sich öffnenden Menü die einzelnen Kapitel bzw. Sketchbezeichnungen, in Textform dargestellt, sichtbar werden. Von hier aus können selbige zur direkten Wiedergabe gestartet werden, wobei im Anschluss, die DVD weiter läuft.
Extras finden sich, bis auf ein sechzehnseitiges Booklet, keine bei dieser Veröffentlichung. Das Booklet bietet außer einigen Informationen zur DVD-Veröffentlichung selbst und den in Textform benannten Namen der Folgen noch einen "Sketch-Guide". Dieser zeigt in Form von kleinen Szenenbildern zusammen mit einer kurzen Inhaltsbeschreibung die einzelnen Sketche der jeweiligen Folgen an.
Tonbewertung:
Erwartungsgemäß kommt von den drei DVDs dieser Veröffentlichung ein deutscher Ton im Format Dolby Digital 2.0 Mono zu Gehör. Insgesamt kann dieser mit zumeist gut verständlichen Dialogen überzeugen. Vom klanglichen Volumen her ist er ausgewogen gemischt, wenn auch dem Alter entsprechend ohne viele Höhen und Tiefen in sich. Er ist insgesamt also recht mittig, was aber bei einer derart betagten Fernsehproduktion auch nicht anders zu erwarten war. Ein leicht verstärktes Grundrauschen fällt nur hin und wieder, dabei aber kaum störend auf. Untertitel für Hörgeschädigte oder Gehörlose finden sich leider nicht auf den DVDs.
Gesamturteil:
Man kann das hier veröffentlichende Label "Turbine Medien" wirklich nur zu der Idee, hier in einer Neuauflage nochmals alle der zwanzig je entstandenen Folgen der Reihe "Nonstop Nonsens" zur Veröffentlichung zu bringen, beglückwünschen. Dieter Hallervorden oder eben uns aller "DIDI", ist Fernsehkult in Reinkultur. Ein Stück deutscher Fernsehgeschichte, welches bis in die heutige Zeit einzigartig und beispielgebend für das Genre der Slapstick-Comedy steht. Punktgenau gesetzte Pointen in temporeich inszenierten Sketchen, mit herrlich schrägen Typen und Figuren, prägten diese Kult-Comedy-Reihe, die erstmals ab 1975 im deutschen Fernsehen zu erleben war. Wenn aus heutiger Sicht bisweilen sicher etwas angestaubt ist mir der Humor eines Dieter Hallervordens, der noch über sich selbst lachen kann, tausendmal lieber wie die sogenannter "Comedians", die ihre Späße nur auf Kosten anderer machen. Die liebevolle Umsetzung und Einzigartigkeit dieses TV-Meilensteins hat eine ganz klare Top-Empfehlung verdient.
Autor: Torsten
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