Kurzbeschreibung
»Man verzweifelt an der Form, nicht am Stoff.« Rede zur Entgegennahme des Heinrich-Böll-Preises der Stadt KölnMit seinen Romanen und Gedichten ist Marcel Beyer zu einem der auch international bekanntesten Erzähler und Lyriker seiner Generation geworden. Mit »Fiction« hat er sich einen Namen gemacht. Unter dem Titel Nonfiction versammelt Marcel Beyer die Auseinandersetzungen mit den eigenen Erfahrungen beim Hören, Lesen und Schreiben mit den poetologischen Vorgaben und lebensgeschichtlichen Hintergründen der Arbeit mit Sprache. Nonfiction führt in Kindheit und Jugend zurück und erzählt von ersten Medienerfahrungen im Umgang mit dem Telefon oder beim Besuch einer Operette und Nonfiction berichtet vom Umgang mit der Musik bei Aufenthalten im Maghreb, in Casablanca, in Marrakesch oder Tanger. Der Umzug von Köln nach Dresden weitete sich für Marcel Beyer zu Erkundung der Geheimnisse des europäischen Ostens bis hin nach Kaliningrad. Schließlich setzt sich Marcel Beyer in Vorlesungen, Reden und scharfsinnigen Interpretationen mit Autoren wie Paul Celan, Heinrich Böll, Uwe Johnson und Thomas Kling auseinander. Nonfiction erkundet den Ansatz der eigenen Literatur in Roman und Gedicht: »Denn das Schreiben beginnt für mich überhaupt erst da, wo Begriffe nicht mehr feststehen, wo etwas brüchig wird, wo ich noch etwas anderes hören möchte, als ich bislang vernehmen kann.«Marcel Beyer,geboren 1965, lebte bis 1996 in Köln seitdem wohnt er in Dresden. Er wurde bekannt mit seinen Romanen Das Menschenfleisch (1991) und Flughunde (1995). Falsches Futter, sein erster Gedichtband, erschien 1997. Marcel Beyer wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter mit der Johannes-Bobrowski-Medaille zum Berliner Literaturpreis 1996, dem Uwe-Johnson-Preis 1997 und dem Heinrich-Böll-Preis 2001. Bei DuMont erschienen Marcel Beyers Roman Spione (2000), seine Übersetzung der Gedichte von Michael Hofmann, Feineinstellungen (2001) und zuletzt im DuMont Literatur und Kunst Verlag sein Gedichtbuch Erdkunde (2002)
Über den Autor
Marcel Beyer wurde 1965 in Tailfingen/Württemberg geboren, ist in Kiel und in Neuss aufgewachsen, lebte bis 1996 in Köln seitdem in Dresden. 1987 bis 1991 Studium der Literaturwissenschaften in Siegen, Magister (Abschlußarbeit: Friederike Mayröcker. Eine Bibliographie 1946 1990. Frankfurt/M. etc. Peter Lang 1992).1987 bis heute Zusammenarbeit mit Norbert Hummelt: Auftritte, Video- und Audiocasetten, Gemeinschaftstexte, Übertragungen.1988 Einrichtung des Friederike Mayröcker Archivs der Wiener Stadt- und Landesbibliothek.1989 bis 2000 Herausgeber der Reihe Vergessene Autoren der Moderne, gemeinsam mit Karl Riha.1992 bis 1998 Mitarbeit bei Spex1998 gemeinsam mit Kathrin Achinger (Stimme) und Matthias Arfmann (Ton) Projekt zu Brion Gysin.Gastdozenturen, Vortragsreisen, writer in residence (London, Warwick, New York, Leipzig, Bamberg, Tokyo, Kobe, Raketenstation Hombroich).Interviews, Aufsätze, Platten- und Buchbesprechungen für Zeitungen und Zeitschriften, Linernotes.