Was dieser Film nicht ist: Eine Dokumentation wie Expeditionen ins Tierreich. Der Film liefert keine Erklärungen, keine wissenschaftlichen Hintergründe ausser ein paar Worten zu den Flugrouten oder Zeiten. Allerdings liefert der Regiekommentar und die zusatzliche Dokumentation zum Film (bei der Ausgabe mit zwei DVDs) diese Informationen nach, wenn man sie denn unbedingt haben will. Der Film wurde als unterhaltender Kinofilm konzipiert, und deshalb will er keinen wissenschaftlichen Anspruch haben.
Was dieser Film aber auf jeden Fall ist: Ein Film, den man mindestens einmal im Kino gesehen haben sollte. Die grandiosen Landschaftsaufnahmen sind zu großartig für einen kleinen Bildschirm. Nomaden der Lüfte ist ein Film für Leute, die in der Lage sind, Phantastisches zu beobachten und zu bestaunen, und die nicht erwarten, daß sie alles mit einem Erklärungstext versehen finden. Dieser Film ist eine Ode an die Freiheit, er lässt uns teilhaben an der Reise der Zugvögel, zeigt die Welt aus der Vogelperspektive und vermittelt durch den perfekten Schnitt, die szenische Choreographie und die Musik den Eindruck einer Welt, die völlig ohne den Menschen auskommt, immer bestand und immer bestehen wird. Und genau deshalb wären Erklärungen fehl am Platz. Immerhin dürfen wir zuschauen, und das ist bei diesem Film einfach ein Genuß. Und er ist dazu auch noch stellenweise so lustig, rührend und spannend, wie man es von einem Film, dessen Protagonisten ausschließlich gefiedert sind, nicht erwartet.
In einem Interview, bzw in der Dokumentation zum Film erwähnt einer der Piloten, die die Vögel mit dem Ultraleichtflugzeug auf ihrer Reise begleiteten, er sei so in die Welt seiner geflügelten Kameraden eingetaucht, daß er sich zu sehr viel waghalsigeren Flugmanövern hätte hinreißen lassen, als vernünftig gewesen sei. Ich kann ihn verstehen.
Und wer bereits Mikrokosmos kennt und schätzt, wird diesen Film genauso mögen.