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Nomade auf vier Kontinenten: Auf den Spuren von Sir Richard Francis Burton Taschenbuch – 1. November 2008


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Nomade auf vier Kontinenten: Auf den Spuren von Sir Richard Francis Burton + Der Weltensammler: Roman + Die Welt ist groß und Rettung lauert überall: Roman
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423137150
  • ISBN-13: 978-3423137157
  • Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2,6 x 21,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Man muss sich nur „die Strommasten wegdenken“, so Ilija Trojanow. Dann erleben Reisende Indiens Hinterland großenteils genau so wie Sir Richard Francis Burton im 19. Jahrhundert. Autor Trojanow folgte den Spuren des sagenumwobenen Burton nach Indien sowie nach Mekka, Sansibar und zu den Mormonen in Utah. In Der Weltensammler bereitet der deutsch-bulgarische Schriftsteller das Leben Burtons als Romanstoff auf. In Nomade auf vier Kontinenten nähert sich Trojanow nun der Lebensgeschichte des leibhaftigen Burton. Ergebnis ist ein Porträt der anderen Art, in der Trojanow mühelos eine Brücke schlägt zwischen den Kontinenten, zwischen seinen Erlebnissen und den Abenteuern Burtons, zwischen der Kolonialzeit und unseren Tagen.

Trojanows gründliche Spurensuche reicht mehr als 150 Jahre zurück in eine Zeit, in der Kolonialisten Menschenschädel mit nach Europa brachten wie heutzutage Urlauber geschnitzte Souvenirs. Die Erlebniswelten von Burton und Trojanow -- im Buch übersichtlich jeweils grün bzw. schwarz gedruckt -- greifen eng ineinander. Zum Beispiel wenn Trojanow eine Autofahrt im 20. Jahrhundert gleichklingend beschreibt wie Burton eine Reise in der Sänfte im 19. Jahrhundert. Den Engländer erleben Leser als kühnen Abenteurer mit poetischer Ader, aber auch als hartherzigen Draufgänger. Und obgleich Burton konsequent seinen eigenen Weg geht, bleibt er Kind seiner Zeit -- etwa wenn er „Neger“ als zurückgeblieben betrachtet.

Ilija Trojanow lässt in dieser großartigen Collage Episoden aus unterschiedlichen Epochen ineinander gleiten, ohne den Lesefluss im geringsten zu stören. Auch deshalb gehört dieses Buch völlig zu Recht zur Reihe „Die Andere Bibliothek“, in der der Eichborn-Verlag nobel aufgemacht mit Schuber und in Leinen gebunden besonders lesenswerte Werke präsentiert (etwas günstiger: die herkömmlich gebundene Ausgabe). Mögen der schillernden Spurensuche Trojanows viele Leser folgen, denn der Autor gehört zu den brillantesten hierzulande. -- Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 siedelte die Familie nach Kenia über. Von 1985 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München, später gründete er hier den Kyrill & Method Verlag sowie den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Bombay, 2003 nach Kapstadt. Seine Bücher wurden mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2006 den Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman ›Der Weltensammler‹ (dtv 13581) und 2009 den Preis der Literaturhäuser sowie den Würth-Preis für Europäische Literatur. Zurzeit lebt Ilija Trojanow in Wien.


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Kundenrezensionen

3.7 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von D. Olde am 24. Januar 2009
Format: Taschenbuch
Autor: Ilija Trojanow entstammt einer bulgarischen Familie, die 1971 über Jugoslawien und Italien in die Bundesrepublik Deutschland floh, wo sie Politisches Asyl erhielt. Er ist seit 2002 Mitglied des P.E.N-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Im November 2007 war Trojanow im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur Dozent an der Universität Tübingen.

Trojanow berichtet über den exzentrischen Lebemann Sir Richard Francis Burton und verfolgt auf seinen eigenen Reisen dessen Spuren. Trojanow schreibt:' Wenn wir heute über Bräuche oder Stämme oder Kasten sprechen, denken wir innerhalb von Paradigmen ' oder widersetzen uns Ihnen-, die zu Lebzeiten von Richard Francis Burton (1821 bis 1890) geprägt wurden.'

Wir erfahren durch die Reiseerlebnisse von Burton, der leidenschaftlich seine Umgebung erforschte, etwas über die Denk- und Lebensweise in Indien, Arabien, Afrika und Nordamerika. Die Berichte über Indien sind ein Schwerpunkt aber darüber hinaus wird dies ergänzt durch die Erlebnisse des Autors, der die Reise in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts nachempfunden hat. Ein spannendes, lehrreiches Buch mit vielen Abbildungen, Zitaten und Buchquellen angereichert. Es ist Sachbuch mit Reiseerlebnissen, wie ein Roman geschrieben und dadurch nie langweilig. Man bekommt direkt Lust ebenfalls eine Reise in diese Länder zu starten, um in die Kulturen einzusteigen, die warscheinlich heute durch die Globalisierung stark leiden.
Für mich ist das Buch Literatur vom Feinsten und sehr zu empfehlen.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Hans Zeiler am 9. Juni 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Sieben Jahre lang, so behauptet es wenigstens der Verlag, war Ilija Trojanow auf den Spuren vob Sir Richard Francis Burton (1821-1890) unterwegs. Herausgekommen ist im vergangenen Jahr ein Roman und - nun endlich auch - die packende Schilderung der Reise Trojanows durch Indien, Arabien, Afrika und (am Rande) Nordamerika.

Das Ganze beginnt reichlich märchenhaft-skurril in einem Antiquariat im indischen Gebirgsort Shimla, wo Trojanow die Erstausgabe der Burtonschen Übersetzung von Tausendundeiner Nacht zu einem horrenden Preis erwirbt. Verbunden mit der Hoffnung auf weitere Informationen zu Burton. Was folgt ist eine Schnitzeljagd, eine bunte, wirre, fantstische, mitreißende Abfolge von Begegnungen und Erlebnissen, immer wieder unterbrochen von Eindrücken Burtons, der ca. 150 Jahre zuvor dieselben Gegenden bereist hatte.

Trojanow gelingt es meisterlich, die Faszination, die von der Figur Burtons ausgeht, mit der Faszination der Reise zu verbinden. Herauskommt ein Reisebuch der ganz besonderen Art, das in der Intensität der Beschreibung, an der Genauigkeit des Blicks und an der Leichtigkeit der Sprache seinesgleichen sucht. Für mich das Buch der Saison.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von abraxas am 20. September 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Für Burton- und Trojanowbegeisterte ganz knapp 4 Sterne.
Während der 'Weltensammler' (=WS) in seiner Perfektion jeder Kritik entzogen scheint, verwundern die geteilten Meinungen zum 'Nomaden' kaum. Die offizielle Kritik lobt i.d.R. mehr die üppige Ausstattung als den Inhalt des Buches. Auch die in meiner WS-Rezension genannte Studie Dr. Ruffs äußert sich dazu auffallend knapp und trägt manche Bedenken:
'Trojanows letztes Buch, Nomade auf vier Kontinenten, fällt allenfalls unter einen weiten Literaturbegriff, indem es Gattungen, Textsorten und Stile mischt, wobei indes die journalistischen überwiegen. Allerdings findet sich auch Experimentelles, indem z.B. häufig originale Satzteile Burtons mit solchen des Autors zu neuen Sätzen gefügt werden. So erweist sich einerseits, daß sich manche Verhältnisse zumal in Afrika seither kaum geändert haben, andererseits aber auch von hier, daß der Weltensammler eben kein historischer Roman ist. Manches aus den Vorarbeiten zum Roman schlägt sich hier nieder, dazu Erfahrungen des Verfassers. Leider blieben Fehler stehen, das Buch ist ungleichmäßig, auch findet man hier nicht die außerordentliche Disziplin des Romans. Lesenswert ist es allemal, doch für die Fragestellung nach der Hochliteratur eignet dieser Veröffentlichung derzeit wenig Bedeutung, wenn sie auch womöglich erste tastende Schritte in bisher unerprobte Richtungen setzt.'(Zitat)
Tatsächlich fügen sich die Bestandteile nicht immer nahtlos; im Indienteil sticht S. 43 ff. ein ungewohnt schwülstiger Stil heraus, die bei Burton vorfindliche Schnurre von der 'entführten Nonne' ist unglaubwürdig und offenbar eingewandert, kaum indisch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Klein Andreas am 28. Dezember 2008
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Eigentlich ein spannender Ansatz, diese Nachreise auf den Spuren von Burton. Allerdings empfinde ich einen schalen Nachgeschmack. Insgesamt wandelt Trojanow doch sehr in den Fußstapfen Burtons und seines eigenen Romans "Der Weltensammler", so das alles verschwimmt. Was ist Burton, was Trojanow? Denn die Texteinsprengsel und Übergänge von Burton (in grün gedruckt) sind ja auch von Trojanow ausgesucht, übersetzt, womöglich aus dem Zusammenhang gerissen.... Letztendlich wird das ganze ununterscheidbar. Wahrscheinlich ist das beabsichtigt, mir wäre mehr Distanz zwischen Autor und Thema aber doch lieber gewesen. Außerdem erhält der Leser, der sich von diesem Band mehr Fakten über die schillernde Figur Burtons erwartet, diese nicht. Nur in einigen Randbemerkungen, etwa in der Vorbereitung der Expedition durch Afrika mit Speke scheinen ein wenig Lebensumstände eines Burton hervor. Mehr Biografisches über Burton hätte mich doch sehr interessiert, das wäre sicherlich interessant gewesen, wahrscheinlich war das Trojanow aber zu profan.
Letzlich sehr ärgerlich für so einen aufwändig gestalteten Band: Völlig übertriebene typographische Spielereien an der Grenze des Unleserlichen; die Übertragung ins Deutsche von The Kazidah von Menno Aden: Klassizistische Antiqua in kursiv, das ganze Negativ auf Dunkelgrün, absolut scheußlich.
Bei der gesamten Gestaltung des Buches wäre weniger mehr gewesen: schlechte Duplex-Umsetzungen von Bildtafeln, übertriebene Einsprengsel und die überbordenden, meist uninteressanten Fußnoten, und zum Schluß auch noch ein unübersichtlicher Index.
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