Ich hätte nicht gedacht, dass Keren Ann ihr Album LA DISPARITION noch toppen kann, doch das ist ihr mit NOLITA mühelos gelungen! Der Grund hierfür mag darin liegen, dass dieses letzte Album in erster Linie ihr eigenständigstes in ihrer Karriere ist. Selbstbewusst vermischt sie minimalistische elektronische Effekte mit Folk und an manchen Stellen auch mit einem Hauch Country ("Chelsea Burns"). Interessanterweise war das Ganze nicht einmal so geplant. Denn kurz vor den Aufnahmen brach sich Keren Ann den kleinen Finger, so dass sie nicht Gitarre spielen konnte. Stattdessen kaufte sie sich Instrumente, die programmierbar waren. Doch gerade dieser Umstand führte dazu, dass Keren Ann auf NOLITA musikalisch betrachtet gezwungen war, andere, neue Wege einzuschlagen. Das Resultat ist mehr als gelungen. Denn NOLITA beeindruckt und überrascht mit neuen Klängen, die die Intimität von Keren Anns Songs um so mehr hervorheben. So hört man zwar durchaus Einflüsse von früheren Alben heraus - vor allem "For you and I" erinnert an ihre Zusammenarbeit mit Bardi Johannson bei der Platte LADY & BIRD - jedoch verleiht Keren Ann diesem Album ihre bisher persönlichste Note. Dabei sorgen sowohl die Instrumentierungen als auch vor allem ihre unverwechselbare Stimme für Gänsehaut!