Obwohl die dreistündige Show in diesem Jahr nur auf 75 Minuten herunter gekürzt wurde (in den Vorjahren sogar mitunter auf 60), wird die CD ihr weniger gerecht denn je. Gut, Roger Daltreys Auftritt fiel eher enttäuschend aus. Noch enttäuschender ist es jedoch, dass nur ein Titel auf der CD erscheint, der schwächste nämlich. Kein Wunder, "Without Your Love" ist nämlich der einzige Song seines Sets, den nicht sein "Who"-Kollege Pete Townshend komponiert hat. Man darf schlussfolgern, dass es also wieder einmal ein Copyright-Problem gab, so wie im vergangenen Jahr bei Shaggy. "Who are you" oder "Pinball Wizard" waren allemal besser als diese dröge Schnulze.
Umso besser schneiden Manfred Mann und Chris Thompson ab, deren umjubelter Auftritt immerhin eine Viertelstunde der CD einnimmt. Leider wurden die beiden Songs etwas gekürzt und "geglättet". "Mighty Quinn" bleibt dennoch der beste Song des Abends und der CD. Im Falle Midge Ures darf man sich freuen, dass "Vienna" in die Auswahl aufgenommen wurde, doch wäre statt "Breathe" der andere dramatische Ultravox-Klassiker "Dancing with Tears in My Eyes" vorzuziehen gewesen. Im Falle des dänischen Safri-Duos ist es immerhin erfreulich, dass nicht nur ihr Technohit "Played-A-Live" den Weg aufs Album schaffte, sondern auch das vituose, wenn auch leider stark gekürzte "Safri's Bravour". Vermutlich ist es dem "Daltrey-Defizit" zu verdanken, dass auch John Miles' "Music" zum x-ten Male Platz fand auf der CD. Warum nicht, das Arrangement wurde noch einmal etwas verfeinert, die diesjährige Version war wohl die bislang schönste.
Ich würde dafür plädieren, dass fortan wirklich eine Einzel- und eine Doppel-CD auf den Markt gebracht werden. Es fehlen jährlich einfach zuviele Highlight auf den Scheiben.