Was für eine wunderschöne, inspirierende CD.
In "Meu Rio" etwa wird man sich noch brasilianische Musik erwartend zuhause fühlen, danach ein klassisch-melancholischer Voloso, "Sou Seu Sabià", wie ich überhaupt dem Hörer, der brasilianische Musik erwartet, zu Anfang die letzten drei Stücke empfehle.
Der eigentliche Auftakt "Zera a Reza" bringt über ein rohes Schlagzeugmotiv eine freundliche Melodie. Ueberhaupt interessieren Veloso verstärkt reine, rauhe Klänge, auch "Zumbi" ist ähnlich transparent. "Rock`n`Raul", so souverän und wie ich finde ironisch sollte mal der Brit-Pop oder US-Rock mit seinen Gitarren-Stanzen spielen.
Caetano Veloso kennen zu lernen möchte ich unbedingt empfehlen, so souverän in den Formen und so verspielt sie gleich wieder durchbrechend sind es Kunstwerke, die gleichzeitig mit-sing-fähige Melodien haben. Am wenigsten Spass werden Kategorien-Hörer haben, kein Jazz, kein Rock, kein Pop, kein Reinheitsgebot gilt für diese Musik.
Abgerechnet wird später, aber: Caetano Velosos Musik ist, was bleiben wird in der Musik des Zwanzigsten Jahrhunderts. Zu bedauern: die Plattenfirma legt nicht die englischen Uebersetzungen der Texte bei von jemanden, den manche von seinem Status her (also bitte, bitte nicht von der Musik her) mit Bob Dylan vergleichen.