In Zeiten, wo man Techno wegen der inzwischen toten Technoszene im düsteren Bereich verkauft und daher "TBM" nennt, als habe das etwas mit EBM zu tun, ist es erfreulich, dass es noch Bands gibt, die ihrer Elektronik noch Seele einhauchen. Und das tun Unterart auf ihrer Scheibe "Noise&Grace". Industrial, oder doch eher EBM? Man muss keine Schublade für das Album suchen, sondern sollte es sich lieber auf den Ohren zergehen lassen. Freilich ist das, wie immer, Geschmackssache, und mein Geschmack wird getroffen. Viel Potential beweisen die Newcomer, und sie haben es verdient, dass man ihre Platte anhört, ohne die Musik ständig mit ähnlichen Projekten zu vergleichen und an ihnen zu messen oder sämtliche gängigen Klischees darüber zu stülpen. Die Scheibe ist jedenfalls nicht nur durchgängig tanzbar, sondern es zieht sich ein durchaus durchdachter roter Faden durch das Gesamtwerk. Das mit dem Album gleichnamige Intro zieht den Hörer direkt ins erste Stück "Zion". In sterilen elektronischen Klängen geht mit "Hirntod" die Reise weiter, wird langsamer bei "Calvary Campaign", was dem Stück keinen Abbruch tut. Noch jede Menge akustische Kulinaritäten bietet die Platte. Besonders eisig fühlt sich etwa "Kill Your Heart" an. So kühl es klingt, so heiß spiegelt es das Hadern der menschlichen Natur mit ihren Emotionen wider. "Ugly" - fast noch kühler - das die menschliche Natur gar ganz ablehnt, klingt wie ein akustischer guter Freund in der dunkelsten Stunde. Beim Abbauen unbändiger Aggressionen ist "Just You Wait!" der richtige akustische Freund. Gassenhauerpotential haben "Exorzist" und "Headshot", eingängig und melodisch - und einfach zum Toben. Mit einer gewissen Ruhe und Melancholie schließt die düstere Hymne "Aska" den Longplayer ab.
Es grüßt...
...DER ->MONIKON<-