- Broschiert: 432 Seiten
- Verlag: DuMont Reiseverlag (2000)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 377015018X
- ISBN-13: 978-3770150182
- Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 3,2 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.620 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Mit Raymonds autobiografischem Buch Die verdeckten Dateien eröffnete Martin Compart 1999 die Krimireihe DuMont Noir. Seitdem wird auch in Deutschland fleißig Dreck geschrubbt, wenn auch nicht mit dem Erfolg, den sich die Macher der Reihe erhofft hatten. Überhaupt scheint Deutschland ein schwieriges Pflaster zu sein. Jedenfalls für moderne Noir-Literatur, die nicht länger den ausgetretenen Pfaden der Genre-Klassiker folgen möchte, sondern sich ihre eigenen Wege sucht.
Welche Schätze vor allem im angelsächsischen und romanischen Sprachraum noch immer auf den Leser warten, zeigt Martin Comparts großartiger Reader Noir 2000. In den Essays, Dokumentationen und Rezensionen werden sämtliche Facetten des Genres in Literatur, Film, Fernsehen und Comic behandelt, wobei dem Brit-Noir ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Und natürlich dürfen auch die Listen nicht fehlen. Zur Freude aller Fans geben die Krimi-Autoren Russell James, James Sallis, Max Allen Collins und Juergen Alberts ihre all-time-favorites zum Besten, Martin Compart liefert einen bösen Verriss der schlechtesten Noir-Adaptionen der Filmgeschichte, und zum Abschluss eine Liste aller in Deutschland indizierten Noir- und Kriminalromane.
Mit Noir 2000 ist Compart und seinen Co-Autoren etwas Außergewöhnliches gelungen: Sekundärliteratur, die sich weder in selbstverliebtes Theoretisieren verliert noch in öder Faktenhuberei erschöpft, sondern ebenso spannend zu lesen ist wie ein guter Krimi. --Stephan Fingerle
Noir
krü. Man kann es kaum glauben, dass Julian Barnes' erster Thriller, den er unter dem Pseudonym Dan Kavanagh veröffentlichte, 1982 in der BRD auf dem Index für jugendgefährdende Schriften landete. Nachzulesen ist die Begründung der Bundesprüfstelle in dem Reader «Noir 2000», der sich mit dem Roman noir und dem Film noir beschäftigt. Der Band enthält Autorenporträts, die zum Beispiel über zwei klassische Vertreter des Roman noir, Jim Thompson und David Goodis, Auskunft geben oder über die früh gestorbene deutsche Thriller-Hoffnung Ulf Miehe; des Weiteren Überblicksdarstellungen zur Entwicklung der britischen Noir-Literatur oder des amerikanischen Neo-Noir-Films der neunziger Jahre sowie Listen lesenswerter Autoren und Werke. Wenn nicht an biographischen Daten, dann orientieren sich die Aufsätze an einzelnen Werken, von denen sie kurze Beschreibungen und Beurteilungen geben. «Noir 2000» ist nach Anlage und Stil ein Fan-Buch, an das man keine hohen analytischen Ansprüche stellen sollte. Auch beim Versuch, den Begriff «Noir» zu bestimmen, kommen die Autoren über Schlagworte nicht hinaus. Aber der Band hat informativen Wert, zumal speziell zum Roman noir bisher kaum deutschsprachige Sekundärliteratur zu finden ist. In Bezug auf den Film sieht die Lage günstiger aus. Silver und Ursini verstehen Noir vor allem als Stilrichtung. Anhand zahlreicher Standfotos beschreiben sie in «Der Film Noir», wie typische Motive, etwa das des Gefangenseins oder der Spiegelung, durch Lichtführung und Perspektive ein charakteristisches Noir-Gepräge erhalten. Ihr Bildband verbindet hohe Anschaulichkeit mit analytischen Qualitäten und ist für seine Ausstattung ausgesprochen preisgünstig.
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