Bevor ich etwas über „Nodus" schreibe, möchte ich erwähnt wissen, daß man das Buch definitiv nicht lesen sollte, wenn man nicht mindestens Band zwei und drei der Rama-Serie gelesen hat. Band Nummer eins kann man hingegen auf Wunsch überspringen, er ist in meinen Augen auch der schwächste Teil und inhaltlich auch nicht so direkt mit den anderen verbunden. Das Autoren-Duo Arthur C. Clarke und Gentry Lee schafft es über die vielen hundert Seiten ein glaubhaftes Teilportrait mehrerer außerirdischer Rassen und deren komplexer Gesellschaftsstrukturen zu zeichnen. Dabei kann m. E. garantiert werden, daß jedes der beschriebenen außerirdischen Völker von der Idee her nicht nur eigenständig ist, sondern auch nie vorher in der SF-Literatur schon einmal ähnliche Geschöpfe beschrieben worden sind. Ihre Lebensweisen zusammen mit den menschlichen Protagonisten zu erkunden ist ein wahres Abenteuer. Dabei stört der kritische Blick auf den Menschen und seine offen zur Schau gestellten negativen Angewohnheiten überhaupt nicht. Wie von Arthur C. Clarke gewohnt, gibt es gelegentliche Ausflüge ins übernatürlich Mystische, was dem Gesamteindruck aber in meinen Augen nicht schadet. Das gigantische außerirdische Artefakt, welches die Erde in den vorangegangenen Bänden dreimal besucht hat, und endlich in „Die nächste Begegnung" einen Teil seiner Bestimmung preisgegeben hatte, fliegt nun mit seinen menschlichen Passagieren zum Nodus. Nach einer Weile kommt es zu Konflikten zwischen den Menschen und den beiden anderen Völkern an Bord, die beide aus mehreren symbiotisch zusammenlebenden Einzelrassen bestehen. Dabei zeigen die Menschen kein anderes Verhalten, als das auf der Erde seit Jahrtausenden praktizierte. Im neuen Kontext scheint das aber plötzlich nicht mehr die beste Strategie zu sein. Wie es ausgeht verrate ich natürlich nicht, aber es bleibt bis zum Ende spannend. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)